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Sportskanonen

10.05.2019

Aus der Küche in den Schießstand

Bianca Kallenbach (links) und Laura Heidler sind erfolgreiche Sportschützinnen, nicht nur für ihren Verein Eichenlaub Zusamzell, mit dem sie Meister der Bezirksoberliga geworden sind, und nicht nur im Schützengau Wertingen.
Bild: Brigitte Bunk

Wie Bianca Kallenbach und Laura Heidler aus Zusamzell zum Pistolenschießen gekommen sind. Jetzt treten sie im Wettkampf gleich für mehrere Vereine an

Gleich im ersten Jahr Bezirksoberliga hat sich die Luftpistolen-Mannschaft der Eichenlaubschützen Zusamzell die Meisterschaft geholt. Zwei der fünf Schützen sind Frauen, deren Schützenkarriere durchaus als ungewöhnlich bezeichnet werden kann.

Zum ersten Mal nahm Bianca Kallenbach 2012 eine Pistole in die Hand. Bei einem Tag der offenen Tür bei Tirol Hettlingen, wo ihr Lebensgefährte Vorsitzender ist. Um den Gästen das Schießen damit zu ermöglichen, hatten sie die Waffe von Christian Knöpfle ausgeliehen. Denn in Hettlingen gab es nur Luftgewehre und Bianca Kallenbach kam nie auf die Idee, damit zu schießen, machte immer die Küche. Die 41-jährige Beamtin erzählt schmunzelnd: „Dann hab ich die Pistole ausprobiert und bin sofort damit zurechtgekommen.“

Schon in der Saison 2012/2013 schoss sie bei einigen Begegnungen im Gaurundenwettkampf mit. Doch um bei einem reinen Pistolenwettkampf teilnehmen zu können, brauchte sie eine Mannschaft. So landete sie in Zusamzell, wo sie aufgewachsen war. Hier startet sie im Bezirksrundenwettkampf, bei den Meisterschaften tritt sie für Tell Westendorf an. Ihr größter Erfolg war, dass sie im November 2018 Augsburger Landkreischampion wurde. Sie ist schon stolz, dass sie sich im K.o.-Verfahren gegen die ganzen Männer durchgesetzt hat.

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Auch Laura Heidler ist im Altenmünsterer Ortsteil aufgewachsen und begann im Herbst 2013 mit dem Schießen. Das Luftgewehr war nicht ihr Ding, vor allem, erst die Schießkleidung anzuziehen war ihr zu umständlich. Bei der Pistole reicht, diese rauszulegen, das Schild aufzusetzen und loszulegen. Sie lächelt und ergänzt: „Mittlerweile hab ich auch noch eine Augenblende und spezielle Schuhe. Der Anspruch wächst.“

Ihre Karriere ging schnell steil bergauf. Sie erzählt: „Werner Glenk hat mich zu vielen Wettkämpfen angemeldet, bis zur bayerischen Meisterschaft.“ Mit 15 gewann sie den Titel ihrer Altersklasse, darauf folgte die Einladung von Trainerin Elfriede Weigelt, zum Stützpunkt zu kommen. So landete sie im Schwabenkader, dann im Bayern- und DC-Kader, der Vorstufe zur Nationalmannschaft. Sie nahm an Lehrgängen und zahlreichen Wettkämpfen teil, zum Beispiel bei der Qualifikation zu den Youth Olympic Games in Ungarn, das war zugleich die EM und sie sagt: „Die Teilnahme war echt gigantisch.“ Die Vereinskameraden standen hinter ihr, weiß Laura. „Die waren stolz darauf, dass eine von ihnen, aus so einem kleinen Dorf, soweit kommt.“ Viele Kilometer waren ihre Eltern, vor allem ihr Papa, mit ihr auf der Straße, unterwegs zum Training und Wettkämpfen. Sie freuten sich, dass ihre Tochter so erfolgreich war und viel Spaß an ihrem Hobby hat. Doch sie sagten immer: „Wenn es dir zu viel wird, dann lass es.“

Letztes Jahr hat sie tatsächlich einen Schnitt gemacht und den Bayern- und DC-Kader verlassen. Denn die 18-Jährige macht derzeit eine Ausbildung zur Krankenschwester im Wertinger Krankenhaus. „Das war mit der Arbeit nicht mehr zu vereinbaren.“ Sie tritt für Burgau mit der Luftpistole bei den Meisterschaften an und für Schwifting mit der Sportpistole und unterstützt ihren Heimatverein Zusamzell sowohl im Gau- als auch im Bezirksrundenwettkampf.

Nun freuen sich die zwei Frauen mit ihren Mannschaftskameraden auf die Aufstiegsrunde zur Schwabenliga Anfang Mai. Und wer weiß, wie sich die Schieß-Karriere noch entwickelt.

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