1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Lokalsport
  4. Mit den „Kegelopas“ keine ruhige Kugel schieben

Sportskanone

23.05.2019

Mit den „Kegelopas“ keine ruhige Kugel schieben

Copy%20of%20MMA_093335.tif
2 Bilder
Wann immer Jonathan Huber auf den Bahnen des SV Ottmarshausen trainiert, beobachtet einer der „Kegelopas“ sein Spiel und versorgt ihn mit Ratschlägen.

Warum ein 13-Jähriger einen für diese Altersklasse etwas ungewöhnlichen Sport betreibt

Dass ein 13-Jähriger ein großer AEV-Fan ist und die Augsburger Panther bei den Spielen als Trommler unterstützt, ist dem Alter entsprechend normal. Dass er sich außerdem für landwirtschaftliche Maschinen interessiert und so schnell wie möglich den Traktorführerschein machen möchte, ist schon eher ungewöhnlich. Richtig außergewöhnlich ist es, wenn ein Bub mit 13 Jahren den Kegelsport zu seiner Leidenschaft erkoren hat. So wie Jonathan Huber aus dem Neusässer Ortsteil Ottmarshausen, der die 7. Klasse der Realschule Neusäß besucht.

Seine sportliche Karriere begann – wie bei den meisten Jungen – mit Fußball. Beim SV Ottmarshausen rannte er dem runden Leder hinterher. Da ihm jedoch der Mannschaftssport nicht liegt und er eher ein „Einzelkämpfer“ ist, musste eine Alternative her. Seit er fünf Jahre alt ist, besuchte er häufig das Training der Kegler beim SV Ottmarshausen, wo sein Papa immer zum „Ratschen“ vorbeischaut. Ab und zu durfte er dort auch eine Kugel schieben – bis man sein Talent erkannte. Ab da trainierten, förderten und verwöhnten ihn seine „Kegelopas“, und von da an führte ihn sein Gang zweimal in der Woche zur Kegelbahn.

Da es beim SV Ottmarshausen keine Jugendmannschaft gibt, konnte Jonathan Huber nicht mit Gleichaltrigen spielen und an Punktrunden teilnehmen. Diese Voraussetzungen fanden sich in Aichach, wo er von da an zusätzlich einmal pro Woche von Georg Gabriel trainiert wurde und wo er mit der U14 den zweiten Platz in der Punktrunde erspielte. Als jedoch beschlossen wurde, dass es im Jugendbereich allgemein keine Mannschaftswettbewerbe mehr gibt, sondern nur noch Einzelmeisterschaften, war der weite Weg nach Aichach nicht mehr sinnvoll.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Jonathan Huber wechselte in die Kegelabteilung nach Steppach, wo er von nun an von Wolfgang Lange erfolgreich trainiert wird. Das Ergebnis spiegelt sich mit dem zweiten Platz bei der schwäbischen Meisterschaft wider. Im Vorlauf in Marktoberdorf belegte er mit 502 Holz den dritten Platz und qualifizierte sich somit für den Endlauf am folgenden Tag in Betzigau. An diesem Endlauftag konnte keiner der jugendlichen Mitstreiter die Klasse des Neusässers erreichen. Mit 531 Holz wurde er Tagesbester und mit der Gesamtholzzahl von 1033 Holz schwäbischer Vizemeister. Die gleiche Holzzahl erspielte auch der Sieger Lukas Kennerknecht vom TSV Betzigau, der aber aufgrund des besseren Abräumergebnisses (354 Holz zu 344 Holz) schwäbischer Meister wurde. Beide sind aber nun zur Teilnahme an der bayerischen Meisterschaft in Halbergmoos berechtigt. Bei der Teammeisterschaft der Bezirkskadermannschaften in Ingolstadt spielte Jonathan Huber für den Kader Schwaben. Mit 518 Holz war er erfolgreichster Einzelkegler dieser Mannschaft und trug somit zur bayrischen Vizemeisterschaft bei.

Jonathan Huber ist sehr trainingsfleißig. Wann immer er auf die Kegelbahn in Ottmarshausen oder Steppach kommt, rollen die Kugeln. Den „Kegelopas“ vom SV Ottmarshausen ist er treu geblieben. Nach wie vor geht der 13-Jährige dort ein- bis zweimal pro Woche zum Training und wird von ihnen als „Fanklub“ auf Wettkämpfen unterstützt.

In spätestens zwei Jahren darf Jonathan Huber bei den Erwachsenen am Punktspielbetrieb teilnehmen. Wohin es ihn dann verschlägt, wird sich zeigen. Sicher ist jedoch, dass er mit dem SV Ottmarshausen immer verbunden bleiben wird. Schließlich sind hier seine „Kegelopas“ zu Hause. (AL)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren