Relegation

06.06.2011

Noch ein Sieg bis zur Bayernliga

„Hier geht’s in die Bayernliga!“ Gersthofens Co-Trainer Gerhard Hildmann scheint anzuzeigen, welchen Weg er zusammen mit Chefcoach Robert Walch (rechts) und der Mannschaft im Relegationsspiel gegen die SpVgg Selbitz einschlagen möchte.
Bild: Foto: Oliver Reiser

TSV Gersthofen bestreitet heute in Schwabach gegen die SpVgg Selbitz ein historisches Spiel. Trainer Robert Walch hat dazu Ex-Abteilungsleiter Alois Binswanger, der erstmals von der Bayernliga sprach, persönlich eingeladen

Gersthofen Als Alois Binswanger im Zusammenhang mit dem Bau der neuen Sportarena vor rund sechseinhalb Jahren zum ersten Mal von der Bayernliga sprach, wurde der ehemalige Abteilungsleiter des damaligen Bezirksoberligisten TSV Gersthofen milde belächelt. Bei jeder Niederlage erntete er künftig Hohn und Spott. Am heutigen Samstag könnte es jedoch so weit sein: Der TSV Gersthofen trifft in einem Relegationsspiel in Schwabach (Anpfiff 17 Uhr) auf die SpVgg Selbitz. Ein Sieg – und der TSV steht in der Bayernliga. Gersthofens Trainer und Manager Robert Walch hat Alois Binswanger deshalb persönlich eingeladen, diese historische Stunde mitzuerleben.

Robert Walch, der ehemalige Trainer der A-Junioren des FC Augsburg, ist vor drei Jahren mit ehrgeizigen Zielen beim TSV Gersthofen angetreten. Er hat dazu nicht nur die Mannschaft, sondern auch die Abteilung ziemlich umgekrempelt, sich dabei nicht nur Freunde gemacht. Während es die ersten beiden Jahre auf dem Spielfeld mit den Plätzen 12 und 13 nicht wirklich rund lief, gelang dem 41-Jährigen im Umfeld ein Coup. Der Hauptsponsor wurde zum Namensgeber für die Abenstein-Arena.

Bescheidene Töne vor der Saison

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Vor dieser Saison schlug man sportlich bescheidene Töne an. „Schnauze halten und Leistung zeigen“, hatte Jürgen Treffler, Abteilungsleiter Finanzen, gefordert. Am vorletzten Spieltag stand der TSV Gersthofen dann doch etwas überraschend als Vizemeister der Landesliga Süd fest. Zu einem wichtigen Mitspieler wurde dabei das I-Phone des Trainers, das erfreuliche Ergebnisse parat hielt. Die Gelb-Schwarzen profitierten nämlich auch von den Schwächen der Konkurrenz. Der Ex-Spitzenreiter FC Unterföhring brach völlig ein, verlor sechs der letzten sieben Spiele. Und auch der TSV Kottern stolperte sich selbst aus dem Relegationsrennen.

Egal! „Jetzt sind wir hier, jetzt wollen wir gewinnen, jetzt wollen wir aufsteigen, jetzt müssen wir alles andere ausblenden“, hat Robert Walch ganz klar die Marschroute festgelegt. „Jeder ist gewillt, in so einem Spiel alles zu geben“, haben Walch und sein Co-Trainer Gerhard Hildmann auch beim Abschlusstraining am Vatertag Aufbruchsstimmung ausgemacht.

Nicht dabei waren lediglich Andi Neumeyer, der sich im letzten Spiel gegen den SB DJK Rosenheim nicht nur eine Platzwunde, sondern auch eine Gehirnerschütterung zugezogen hat, und Martin Wenni nach seiner Nasenoperation. Beide werden auch am Samstag fehlen. Ebenso Jungtalent Robert Kohlhaupt, der sich in den Urlaub verabschiedet hat. Ansonsten sind alle Mann an Bord. Die zuletzt geschonten Johannes Hintersberger, Stefan Mittelbach, Christian Krieglmeier und Mark Römer, für den das Relegationsspiel gleichzeitig sein Abschiedsspiel ist, brennen auf ihren Einsatz. Und selbst Ronny Roth steht nach seinem Bänderanriss im Knöchel für einen Kurzeinsatz bereit. Bezüglich der Aufstellung lässt sich Robert Walch nicht in die Karten blicken. Nur so viel: „Wir werden nicht abwarten, sondern von der ersten Minute an Gas geben und zeigen, dass wir dieses Spiel gewinnen wollen!“

Selbitz macht sich ganz klein

Über den Gegner, die SpVgg Selbitz, weiß man nicht viel. Informationen konnte man sich nur über den Vater von Physiotherapeut Thomas Jakob, der in Oberfranken lebt, besorgen. „Selbitz macht sich ganz klein“, lässt sich Robert Walch von den Understatement-Attacken der SpVgg nicht ins Bockshorn jagen und warnt: „Letztes Jahr hat der Nord-Vertreter den Aufstieg geschafft!“ Und ein Relegationsspiel sei immer ein 50:50-Spiel.

Deshalb appelliert Walch auch an die Fans: „Die Unterstützung von außen kann die Mannschaft pushen. Das könnte gerade bei der angekündigten Hitze ganz wichtig sein.“ Zwei Busse sind bereits ausgebucht, viele werden sich mit dem Privatwagen aufmachen, um die vielleicht größte Stunde in der jüngeren Geschichte des TSV Gersthofen mitzuerleben. Von 1957 bis 1963 gehörte man immerhin der 1. Amateurliga Südbayern an. Das war damals die dritthöchste Liga nach der Oberliga und der 2. Liga Süd, denn die Bundesliga wurde erst 1963/64 gegründet. 43 Jahre hat es gedauert, bis man wieder in die Landesliga zurückkehren konnte. Nun könnte es weiter nach oben gehen.

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