Gemeinsam mit dem örtlichen Bund Naturschutz stellte Dietmar Kuhlmann in der Bürgerversammlung in Täfertingen erneut einen Antrag, um eine Ausweitung des Gewerbegebiets im Norden von Neusäß, wie es der neue Flächennutzungsplan vorsieht, zu verhindern. Eine entsprechende Petition unter dem Titel "Stoppt den Flächenfraß" mit 320 Unterschriften war Ende 2022 im zuständigen Ausschuss aufgrund von formaljuristischen Gründen nicht zugelassen worden.
Nun machte Kuhlmann im Namen und mit Unterstützung des Bund Naturschutz (BUND) einen neuen Anlauf, doch auch hier gab es eine formale Hürde: Da der BUND als Verein in einer Bürgerversammlung keinen Antrag stellen kann, stellte Kuhlmann nach einiger Diskussion schließlich als Bürger den Antrag und die versammelten Täfertinger stimmten darüber ab. Laut Stadtverwaltung wurde der Antrag jedoch knapp mit 15 Gegenstimmen und zehn dafür abgelehnt. Wie Dietmar Kuhlmann im Nachgang zu der Versammlung erklärte, fand er das geringe Interesse an der Bürgerversammlung enttäuschend. "Ich hätte zumindest aus unserem Kreis der Unterstützer der Petition ein etwas größeres Engagement erwartet." Positiv sei jedoch, dass die Themen nun erstmals öffentlich in einer Form diskutiert wurden, die auch jeder Einzelne verstehen könne. Er wolle mit den Unterstützern weiter an dem Thema dranbleiben.
Größerer Bürokomplex an der Nord-Süd-Spange
Bei seinem ausführlichen Bericht ging Bürgermeister Richard Greiner ebenfalls auf das Thema Gewerbeflächen ein und schilderte einige Fälle von Unternehmen, die im Laufe der vergangenen Jahre aufgrund von Platzmangel aus Neusäß hätten abwandern müssen, wie etwa Klimatechnik Schuster mit rund 100 Beschäftigten oder Metallbau Nusser, ein Traditionsbetrieb, der 70 Jahre lang in Neusäß ansässig war. "Deshalb haben wir mit dem neuen Gewerbegebiet Neusäß-Nord bewusst Ansiedlungsmöglichkeiten für junge Neusässer Betriebe und Aussiedlungsmöglichkeiten geschaffen", so der Bürgermeister. Im Moment entstünden auch zwei größere neuere Projekte: Ein größerer Bürokomplex an der Nord-Süd-Spange, in welchem angedacht ist, Institute der Uniklinik bzw. der medizinischen Fakultät aufzunehmen sowie den Neubau der VR-Bank an der Entlastungsstraße. Dies seien eben "nicht flächenfräßige", auf offensive Ansiedlung von Großbetrieben ausgelegte, sondern "bedarfsorientierte, mitarbeiter- und familienfreundliche, umsichtige Wirtschaftsförderung für kleine und mittelständische heimische Betriebe, Arbeitsplätze nahe am Wohnort bei optimaler Anbindung an die überregionalen Verkehrsachsen", so Greiner.
Weitere Täfertinger Themen waren das Kriegerdenkmal an der Täfertinger Kirche, das dank des Einsatzes der Soldatenkameradschaft Täfertingen mit finanzieller Unterstützung durch die Stadt fachgerecht renoviert werden konnte, sowie der kleine, über 130 Jahre alte Bildstock an der Täfertinger Straße, der ebenfalls restauriert wurde. Der Bürgermeister wies außerdem darauf hin, dass auf dem Friedhof in Täfertingen langsam die Urnengräber knapp werden. Deshalb werde derzeit ein kleines Feld für zwölf Urnengräber geplant. (AZ/dav)