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Kommentar

28.02.2015

13-Jähriger stirbt nach OP in Augsburg: Ein Prozess, kein Pranger

In der Augsburger Hessingklinik ist ein 13-Jähriger nach einer OP gestorben. Wer trägt die Schuld?
Bild: Anne Wall, Archivbild

Seit fünf Jahren warten die Eltern von Johannes H., 13, auf Antworten. Ihr Sohn starb nach einer OP in einer Augsburger Klinik. Ein Kommentar zum Prozessbeginn.

Eigentlich ist es eine Zumutung. Johannes H. starb vor fünf Jahren nach einer Operation in einer Augsburger Klinik. Seither gibt es ein Verfahren, das sich mit dem Tod des 13-Jährigen beschäftigt. Und bis heute gibt es keine abschließende Antwort darauf, ob sein Tod Schicksal war – oder schuldhaftes Versagen seiner Ärzte. Das Verfahren hat sich in die Länge gezogen, weil die medizinischen Fragen komplex sind. Dazu kam, dass sich eine Richterin für überlastet erklärte und den Fall an eine Kollegin abgab. Auch das kostet Zeit.

Die Eltern warten auf Antworten, die ihnen, wie sie meinen, nur ein Prozess liefern kann. Und die Ärzte müssen mit dem massiven Druck des offenen Strafverfahrens leben. Umso ärgerlicher, dass der Prozess am Freitag nicht wie geplant starten konnte. Weil zwei Gutachter den Termin vergessen hatten, wurde rasch vertagt.

Dennoch: Es gibt kein besseres Verfahren als einen rechtsstaatlichen Prozess, um Vorwürfe aufzuarbeiten und Rechtsfrieden zu schaffen. Für die Eltern ist danach klar, ob die Ärzte eine nachweisbare Schuld tragen. Und die Mediziner haben die Möglichkeit, ihre Sicht darzulegen. Ein Prozess ist nicht als Pranger gedacht. Er kann genauso der Rehabilitierung dienen.

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