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Augsburg

12.02.2016

2000 Menschen protestieren gegen AfD-Chefin Petry in Augsburg

Rund 2000 Menschen hatten sich auf dem Rathausplatz versammelt.
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Rund 2000 Menschen hatten sich auf dem Rathausplatz versammelt.
Bild: Axel Hechelmann

Rund 2000 Menschen haben am Freitag in Augsburg gegen den Auftritt von AfD-Chefin Frauke Petry im Rathaus demonstriert. Augsburgs OB war zuvor mit einem Hausverbot gescheitert.

Der Besuch von AfD-Chefin Frauke Petry beim Neujahrsempfang der "Alternative für Deutschland" in Augsburg hat am Freitagabend Befürworter und Gegner der Partei auf den Plan gerufen.

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Wir begleiteten den Auftakt des Abends auch im Stream. Sehen Sie hier das Video.

Erste Demonstranten hatten sich bereits kurz vor 18 Uhr vor dem Augsburger Rathaus versammelt und mit Plakaten und Sprechchören gegen den Petry-Auftritt mobil gemacht. Sie wurden sofort von Beamten der Bereitschaftspolizei umringt.  

Wenig später wurde es auf dem teilweise abgesperrten Rathausplatz voll. Der Stadtjugendring und das Team des Modular-Festivals hatten unter dem Motto "Amore statt Peng-Peng" zu der Kundgebung aufgerufen. Das Bündnis für Menschenwürde lud zugleich zu einer Mahnwache "Augsburg. Wir sind Friedensstadt".ein. Rund 2000 Menschen, so Schätzungen der Polizei, kamen.

Vor dem Rathaus protestieren über 2.000 Menschen gegen den Besuch von Frauke Petry. Und auch im Rathaus kommt es zu tumultartigen Szenen

Es gab Pfeifkonzerte und "Nazis raus"-Rufe auf dem Augsburger Rathausplatz.  Auch Parolen der Antifa waren immer wieder zu hören. Zwischen linken und rechten Anhängern drohte einmal die Situation zu eskalieren, aber die Polizei war sofort zur Stelle. Die Beamten waren mit einem Großaufgebot vor Ort, ebenso Rettungskräfte, Ordner und Mitarbeiter der Stadtwerke. Letztere stellten sicher, dass der Straßenbahnverkehr trotz der Menschenmenge weiterlaufen konnte.  Erst gegen 20.35 leerte sich der Rathausplatz allmählich. Protest gegen AfD-Chefin Petry - Veranstalter vom Andrang überrascht

Die öffentliche Sitzung des Augsburger Stadtrates fand dann im Goldenen Saal statt - trotz Ferienzeit. Oberbürgermeister Kurt Gribl wollte damit ein politisches Zeichen gegen Petrys Kurs bei der AfD setzen.

Gribl hatte versucht, den Auftritt von Frauke Petry ganz zu verhindern - und war gescheitert. Nachdem das Verwaltungsgericht Augsburg bereits das Hausverbot gegen die AfD-Chefin gekippt hatte, hob es schließlich auch ein Verbot des gesamten Empfangs auf.

Demo Kundgebung  auf dem Rathausplatz Gegenveranstaltung zu AFD Frauke Petry im Augsburger Rathaus Neujahrsempfang  der Alternative für Deutschland
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Impressionen von der Mahnwache gegen Petry-Besuch in Augsburg
Bild: Anne Wall

Das Gericht argumentierte, die erforderlichen Voraussetzungen für ein Verbot des AfD-Empfangs seien nicht gegeben. Die politisch und gesellschaftlich äußerst umstrittenen Äußerungen unter anderem von Petry verstießen nicht gegen die Benutzungsordnung des Rathauses. Diese sei verfassungskonform im Lichte des Grundrechts auf Meinungsfreiheit, des Verbots der Diskriminierung politischer Anschauungen und der Parteienfreiheit auszulegen. Das Rathaus sei als öffentlicher Ort ein Beispiel für Toleranz und gegenseitigen Respekt, der es gebiete, allen gewählten Stadtratsmitgliedern dieselben Rechte zur Abhaltung einer Veranstaltung einzuräumen.

Zwischenfall während Petry-Rede beim AfD-Neujahrsempfang

Stummer Protest während der Rede Frauke Petrys im Rathaus.
Bild: Axel Hechelmann

Pünktlich kurz nach 19.30 Uhr begann dann der Neujahrsempfang der AfD, veranstaltet von den Augsburger AfD-Stadträten Markus Bayerbach und Thorsten Kunze. Festrednerin Frauke Petry, die schon am Nachmittag in Augsburg eingetroffen war und im Saal mit freundlichem Applaus begrüßt wurde, begann ihre Rede gegen 20 Uhr.

Im Rathaus selbst kam es zu zwei kleinen Zwischenfällen. Etwa zehn junge Aktivisten aus der linken Szene hatten sich bei dem AfD-Neujahrsempfang unbemerkt in den Saal geschmuggelt. Sie stellten sich auf Stühle und trugen T-Shirts mit der Aufschrift "Augsburg ist bunt". Es war ein stummer Protest während der Rede Frauke Petrys, gegen den Anhänger der Partei lautstark protestierten. Die Aktivisten wurden dann herausbegleitet. Lauter wurde es, als Aktivisten im Rathaus in Sprechchören gegen die AfD-Chefin demonstrierten.

Zuvor hatte Petry Augsburgs Oberbürgermeister mangelnde Fairness vorgeworfen. "Ein Hausverbot gegen mich auszusprechen, war nicht fair. Der Herr Oberbürgermeister hat sich demokratieunfähig gezeigt", sagte Petry im Gespräch mit unserer Redaktion. Es sei das "erste Hausverbot" ihres Lebens gewesen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

13.02.2016

Im Video sagte eine Augsburgerin, dass Frau Petry über ihre Schießabsichten an der Grenze in Dresden reden könne, aber nicht in Augsburg. Vorschlag: Die Westfalen (wo er geboren wurde) und die Hessen (wo er als Lehrer arbeitete) nehmen den Wahlthüringer Bernd Höcke zurück dorthin, wo er sozialisiert wurde und mit der Milch der Demokratie aufwuchs, und im Gegenzug beantrage ich für Frau Petry das Verbot, die Grenzen des Bundeslandes Sachsen zu überschreiten (aber Vorsicht, Ironie). Liebe Augsburgerin, wir haben da wohl ein gemeinsames Problem.

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13.02.2016

ja genau lächerlich...diese Menschen die gegen die AfD protestieren..wo waren sie als Deutschland wieder Waffen in Krisenregionen lieferte? Da waren sie stumm...von wegen Frieden...wo sind sie jetzt? die Protestanten für den Frieden? seit jahren ist krieg in der ganzen welt...da sind sie stumm...wo sind sie nur geblieben?? Für den echten Krieg..der schon herrscht..da ist man stumm..aber gegen jemanden der keinem Schadet wird gleich protestiert...das ist doch Augenwischerei liebe Augsburger

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13.02.2016

So, so. Da hat also ein "kleiner" AFDler der "großen" unerwünschten AFDlerin als Geschenk Lukas den Lokomotivführer überreicht. Lukas, der einen kleinen, unbegleiteten, dunkelhäutigen Jungen aus einem fernen Land zu sich in die Lehre aufgenommen hat.

...Über dieses Symbol der Humanität wird sich Fr. Petry sicher sehr freuen.

... Wie wäre es aber gewesen, wenn er gleich Jim Knopf verschenkt hätte?? Wäre ihr da die Maus ausgerutscht?...ach nein, das war ja eine andere

... FR. PETRY - SIE SIND IN AUGSBURG NICHT WILLKOMMEN!!!

...aber viel Spaß beim Spielen und Strippenziehen

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13.02.2016

Sind Sie Augsburg ? Sind 2000 organisierte Schreier Augsburg ? Woher wollen Sie wissen, was die anderen 275.000 Einwohner denken ? Sie sind anmassend zu schreiben, Frau Petry ist in Augsburg nicht willkommen.
Für mich zum Beispiel ist Frau Roth in Augsburg nicht willkommen. Ich behaupte aber nicht, dass alle so denken.
Der eiserne Vorhang wird kommen (müssen) - ob Sie oder Ihr sogenanntes Rest-Augsburg es wollen oder nicht. Es ist nur eine Frage der Zeit.

60 Millionen Afrikaner sitzen auf gepackten Koffern !

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13.02.2016

Bilden Sie sich wirklich ein, dass sie mit einem Eisernen Vorhang 60 Millionen Afrikaner aufhalten können. Sie sollten anfangen zu laufen und zwar ganz weit weg, bevor die 60 Millionen Afrikaner hier sind.

Ohne der Flüchtlingskrise wäre die AfD nichts und würde kaum Beachtung finden.

Es ist traurig genug zu sehen, dass mit Hilfe von Grenzschließungen nur kurzfristig und scheinbar Besserung zu erwarten ist. Langfristig führt dies zu einer weltweiten Katastrophe, die nicht mehr abzuwenden ist.

Es kann und wird auch unter Waffengewalt nicht gelingen, dass ein kleiner Teil der Menschen im Wohlstand lebt und der größte Teil aber um das Überleben hart kämpfen muss.

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18.02.2016

Bilden Sie sich wirklich ein, dass sie mit einem Eisernen Vorhang 60 Millionen Afrikaner aufhalten können. Sie sollten anfangen zu laufen und zwar ganz weit weg, bevor die 60 Millionen Afrikaner hier sind.


Sie meinen also man muss vor dieser Invasion Angst haben und weglaufen?
.
Reden Sie weiter so; mir gefällt der so geförderte rechtskonservative Ruck.
.
Militärisch ist das kein Problem; erst mal Seestreitkräfte und dann Zäune, Minenfelder, Erdkampfflugzeuge und Panzer...

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20.02.2016

"Militärisch ist das kein Problem; erst mal Seestreitkräfte und dann Zäune, Minenfelder, Erdkampfflugzeuge und Panzer..."


Es war ja klar, dass ihnen nichts besseres einfällt.

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19.02.2016

Lustige Vorstellung, 60 Millionen Afrikaner hier und die deutschen Leistungsträger laufen weg, niemand ist mehtr da um die Zuwander zu alimentieren. Dann tritt für die 60 Millionen Afrikaner der Wohlstand ein.

Meine Güte......

Sie wissen vielleicht schon, dass in guter Teil von Leistungsträgern hier mit dem Gedanken spielt das Land bzw. den Kontinent zu verlassen?

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20.02.2016

Ihre Fantasie schlägt ja wieder mal voll zu

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20.02.2016

Meine Fantasie??

Sie waren es der dieses Szenario erfunden hat?

ZITAT Richard M.: Bilden Sie sich wirklich ein, dass sie mit einem Eisernen Vorhang 60 Millionen Afrikaner aufhalten können. Sie sollten anfangen zu laufen und zwar ganz weit weg, bevor die 60 Millionen Afrikaner hier sind.

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12.02.2016

Diese kostenlose Wahlwerbung haben weder die AFD noch Frau Petry verdient. Die FDP würde sich „von“ schreiben, wenn so viel über sie berichtet würde. Für AFD-Sympathisanten ist es ein weiter Beleg für die Opferrolle. Unentschlossene und von Altparteien frustrierte Nichtwähler gehen vielleicht gerade deswegen zur Wahl. Wen hätte es gekümmert, dass Frau Petry nach Augsburg kommt? Niemand in den Bundesländern in denen am 13. März gewählt wird, hätte davon Notiz genommen.

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13.02.2016

Die Idee FDB zu wählen klingt nicht schlecht, vielleicht finde ich dort die Demokratie, welche mir jetzt abhanden gekommen ist. Schau ma mal.

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13.02.2016

FDB werden Sie auf dem Stimmzettel vergeblich suchen. Denke aber, dass Ihnen da die Kfz-Zulassungsstelle weiterhelfen kann . . .

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13.02.2016

Ich hoffe Sie verstehen Spaß, der soll es auch sein: Habe in Friedberg nachgefragt, die meinten ich soll lieber AIC wählen. Jetzt habe ich immer noch das Problem, die stehen ja auch nicht auf dem Wahlzettel. Vielleicht versuche ich einfach FDB auf diesen zu schreiben und mache gleich drei Kreuze dahinter. Dann war ich wenigstens ungültig dabei oder so. Kommt Zeit, kommt Rat, nur der undemokratische Dr. jur. Gribl - nein danke, oder doch FDP?

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13.02.2016

Wahnsinn jetzt habe ich mich glatt vertippt: FDB statt FDP und schon stecke ich im Schlamassel. Im Sorry!

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12.02.2016

Wunderbar, wie auf dem Rathausplatz die europäische Hymne erklang. Dieser schöne Text von Friedrich Schiller. Himmlisch vertont von Ludwig van Beethoven in seiner 9. Sinfonie:

„Freude, schöner Götterfunken, Tochter aus Elisium, Wir betreten feuertrunken, Himmlische, dein Heiligthum. Deine Zauber binden wieder, Was die Mode streng getheilt, Alle Menschen werden Brüder, Wo dein sanfter Flügel weilt.“

Danke dafür an die Mitarbeiter des Augsburger Stadttheaters!

Sehr gut die Ansprache der Stadtdekanin Susanne Kasch. Sie führte erst aus, was es auch für Unterschiede unter den Menschen auf dem Rathausplatz gibt. Aber welche Werte wir gemeinsam haben. Eine Nonne zeigte einen dieser Werte. Sie hielt ein Plakat hoch, auf dem Stand: Art. 1 Grundgesetz: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

In diesem Sinne sagte ein Redner von der Tribüne: Frau Petry, als Mensch sind Sie in Augsburg willkommen. Ihre fremdenfeindlichen Ansichten und Ihre Äußerungen hingegen sind es nicht. Raimund Kamm

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12.02.2016

Gut, wie diese jungen Menschen mit ihrem stummen Protest die AfD-Politiker entlarvt haben. Wegen des T-Shirts „Augsburg ist bunt“ wurden sie des Saales verwiesen. Fairness?

Raimund Kamm

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12.02.2016

Wirklich sehr neutrale Berichterstattung von der AZ, mein Gott....... Und im Video die Antifa, die andernorts "Deutschland verrecke" skandiert! Deutschland wird dunkel!

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12.02.2016

Gut, wie die jungen Leute die AfD entlarvt haben! Schon ein stummer Protest führte zur Entfernung aus dem Saal. Wo blieb da die demokratische Fairness?

Raimund Kamm

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13.02.2016

Raimund Kamm zu Ihrer "demokratischen Fairness : Ich denke, Sie waren nicht Zuhörer

im Saal, sonst würden Sie nicht so dummes Zeug reden. Demokratisch und gemäß der

so probagierten "Friedensstadt" Augsburg wäre es von diesen jungen "Störenfrieden"

gewesen, wenn sie sich in Ruhe die Rede von Frau Petry angehört hätten - im sitzen!

Ist es für Sie demokratisch, wenn sich vor Ihnen Protestler auf die Sitze stellen und

Ihnen die Sicht nehmen - offensichtlich würden Sie diese sog, linken Aktivisten noch

auffordern, weiter stehen zu bleiben- da offensichtlich selbst linker ???

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12.02.2016

Es gab Pfeifkonzerte und "Nazis raus"-Rufe auf dem Augsburger Rathausplatz. ...2000 Menschen protestieren gegen AfD-Chefin Petry in Augsburg - weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/2000-Menschen-protestieren-gegen-AfD-Chefin-Petry-in-Augsburg-id36937892.html

Sehr aussagekräftig über die Qualität der Demo ...

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