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Augsburg

08.06.2016

800 Klinik-Mitarbeiter in Augsburg können wohl bald aufatmen

Das Klinikum soll seine Küche weiter selbst betreiben.
Bild: Ulrich Wirth

800 Beschäftigte am Augsburger Klinikum können wohl bald aufatmen: Es gibt eine Empfehlung, die Bereiche Küche, Gebäudereinigung und interne Dienste nicht auszulagern.

Rund 800 Beschäftigte des Klinikums Augsburg in den Bereichen Küche, Gebäudereinigung und interne Dienste können wohl bald aufatmen. Nach Informationen unserer Zeitung gibt es eine Empfehlung an den Verwaltungsrat des Großkrankenhauses, die betroffenen Mitarbeiter nicht in eine Servicegesellschaft auszugliedern, in der sie unter Tarif bezahlt werden würden (wir berichteten). Voraussichtlich wird es aber einen Stellenabbau in diesen Bereichen geben, um Sparvorgaben auf dem Weg zum Uniklinikum zu erfüllen.

Der Verwaltungsrat des Klinikums entscheidet

Die endgültige Entscheidung soll am 17. Juni im Verwaltungsrat des Klinikums fallen. In dieser Woche wurden vorab wichtige Weichen gestellt. Der Wirtschaftsausschuss des Verwaltungsrates empfahl in nichtöffentlicher Sitzung, die rund 470 betroffenen Vollzeitstellen in Küche, Reinigung und internen Diensten nicht auszugliedern und die Arbeiten auch nicht an Fremdfirmen zu vergeben.

Die Empfehlung stützt sich auf Untersuchungsergebnisse von Experten. Eine Firma aus der Branche hat die Einsparungspotenziale im Klinikum in den genannten Bereichen unter die Lupe genommen.

Fachleute sehen verschiedene Möglichkeiten, Kosten zu sparen

Offenkundig sehen die Fachleute statt der umstrittenen Niedriglohn-Lösung andere Möglichkeiten zur Kosteneinsparung. Mittelfristig könnten in begrenztem Umfang Stellen abgebaut werden. Danach könnte die Küche im Rahmen der Modernisierung des Klinikums umgestaltet werden, um Abläufe zu straffen.

Möglich wären auch Änderungen beim Wareneinkauf und eine exaktere Erfassung, wie viele Essen täglich gebraucht werden. Dadurch werden Reste vermieden. Das wirkt sich in einer Großküche aus. Denn sie versorgt nicht nur Patienten und Beschäftigte im Klinikum mit 1600 Betten, sondern auch Patienten im nahe gelegenen Bezirkskrankenhaus.

Der Freistaat Bayern erwartet vor der Übernahme eine wirtschaftliche Sanierung

Bei der Gebäudereinigung wäre aus Sicht von Fachleuten ein noch stärkerer Einsatz von Maschinen möglich. Beim Schreibdienst und im Archiv könnten durch Digitalisierung weitere Kapazitäten beim Personal eingespart werden, etwa durch Diktate mit Spracherkennung oder durch elektronische Krankenakten. Insgesamt wäre mittelfristig wohl ein Abbau von über 40 Stellen möglich. Dieser könnte „verträglich“ durch Fluktuation erfolgen.

Wenn im künftigen Uniklinikum weiterhin alle rund 5600 Beschäftigten nach den Tarifen im öffentlichen Dienst bezahlt werden, wäre auch eine zentrale Forderung des Personalrats erfüllt. Der stellvertretende Vorsitzende Franz Josef Uhlemayr wollte sich vor der endgültigen Entscheidung kommende Woche noch nicht abschließend äußern. „Wir sind in guten Gesprächen und auf einem guten Weg“, sagte er gestern.

Bevor der Freistaat das Großkrankenhaus nach Plan 2018 übernimmt, erwartet er eine wirtschaftliche Sanierung des Hauses. Diesen Kostendruck infolge der Umwandlung des kommunalen Krankenhauses in eine Uniklinik bekommen die Beschäftigten zu spüren. Kritiker warnen auch vor negativen Folgen bei der Patientenversorgung. Die massive Eigenoptimierung läuft seit dem Jahr 2010. Im Zuge dieser Einsparungen gab das Krankenhaus seine eigene Wäscherei auf und übertrug diese Aufgabe an eine Fremdfirma. Diesen Weg will man jetzt bei Küche und Gebäudereinigung offenbar nicht weiter beschreiten.

Gerade wird das neue Intensivzentrum am Klinikum gebaut

Im Juli soll das Klinikum auf dem Weg zur Uniklinik eine wichtige Hürde nehmen. Dann soll der Wissenschaftsrat dem Konzept des künftigen Hauses zustimmen. Dem Krankenhaus selbst wurde im vergangenen Jahr noch einmal ein Sparprogramm verordnet. Mithilfe eines Zehn-Jahres-Planes sollen die Personalkosten um insgesamt zehn Millionen Euro runter. Doch es wird nicht nur gespart: Für Sanierung und Neubauten beläuft sich das Bauvolumen auf 150 Millionen Euro. Gerade wird das neue Intensivzentrum gebaut.

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