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09.07.2010

8000 Jahre Ehe

Gemeinsamkeiten: Erika und Walter Haugg tanzen gerne miteinander.
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Gemeinsamkeiten: Erika und Walter Haugg tanzen gerne miteinander.

"Die Liebe, welch lieblicher Dunst. Doch in der Ehe, da steckt die Kunst", dichtete Theodor Storm im 19. Jahrhundert. In diesem Sinne war es ein Treffen von Künstlern am Tag der Ehejubiläen im Haus St. Ulrich: Gemeinsam feierten 160 Paare ihre Goldene oder gar Diamantene Hochzeit. Mehr als 8000 Jahre Ehe auf einem Fleck also - eine geballte Menge Lebens- und Liebeserfahrung. Wir fragten die Jubilare nach dem Geheimnis ihrer langen Liebe.

Liebe auf den ersten Blick? Wie vom Blitz getroffen? Nein, sagt Walter Haugg aus Lechhausen lachend, nach dem Blitz kommt schließlich immer der Donner. Kurzer Blick zu seiner Frau Erika Walter, nicht dass er was Falsches sagt, aber sie nickt, sieht es genauso: "Wir haben uns langsam kennengelernt, nachdem wir uns beim Volkstanz zum ersten Mal gesehen haben". Tanzen mag heute die ganze Familie. Gemeinsame Interessen seien eben wichtig für eine funktionierende Ehe. Und vor allem Verantwortung. "Selbst wenn es mal nicht klappt, kann man nicht einfach davon laufen", sagt der 76-Jährige. Heutzutage, finden beide, werfen die jungen Leute viel zu schnell alles hin. Manchmal müsse man nun mal die Zähne zusammen beißen - dafür sei es insgesamt "ein Segen, wenn man so lange beieinander ist", sagt Haugg.

"Nie im Streit und mit schlechten Gedanken ins Bett gehen", rät Gisela Neugebauer aus Hochzoll. Das sei ein Geheimnis ihrer harmonischen Ehe. Ihr gegenüber sitzt Tochter Ute Kollmer. Die 39-Jährige ist mitgekommen, um die Ehe ihrer Eltern zu feiern. "Sie sind mein großes Vorbild", sagt sie. So lange glücklich verheiratet sein, das sei bewundernswert - Kollmer will dem Beispiel folgen. "Ich habe meine Eltern nie streiten sehen", erinnert sie sich. Vater Manfred Neugebauer nickt: "Wir haben unsere kleinen Streitereien nur unter uns ausgetragen." Vor allem bedeutet Ehe Vertrauen und Zusammenhalt, weiß der 75-Jährige. Das habe er besonders gespürt, als er schwerst krank wurde. "Sie ist nicht von meiner Seite gewichen, war selbst in der Reha dabei", blickt Neugebauer zurück und lächelt seine Frau an.

"Kurze Lederhosen hat sie angehabt", erinnert sich Erwin Ostertag an das Jahr 1955, als er seine zukünftige Frau Erna zum ersten Mal sah - auf einem Faschingsball der katholischen Jugend. "Und frech war sie!", fügt er lachend hinzu. Das habe sich mit der Zeit höchstens "verschlimmbessert", aber das sei es, was ihn immer an ihr gereizt habe. "Ja, du musst reden", sagt Erna Ostertag neben ihm und verrät: "Er ist zwar ein Witzbold, aber manchmal zu witzig." Aber jeder habe eben seine Ecken und Kanten. Was zählt, sei Toleranz und dass man einfach zueinander gehört. "I mog sie halt", fasst er es in seine Worte. "Das hast aber so in der Öffentlichkeit noch nie gesagt", ist sie geschmeichelt.

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