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Augsburg

27.09.2017

Aktives Hundeleben auf großem Fuß

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3 Bilder
Immer wieder sonntags treten die Mitglieder des Doggenclubs mit ihren Hunden in der Nähe des Flughafens Mühlhausen zum Training an. Die Devise: Je früher, desto besser. 
Bild: Annette Zoepf

Der Doggenclub sieht seinem 30. Geburtstag entgegen. Auf dem Trainingsgelände gegenüber dem Flughafen Mühlhausen wird mit Vierbeinern unterschiedlicher Größe und Rasse jeden Sonntag geübt.

Sie beeindrucken durch wahre Größe. Alessio, obwohl erst zwölf Wochen alt, lebt schon auf ziemlich großer Pfote. Wenn die Tiere auch Respekt einflößend aussehen, so sind sie laut Georg Wiedemann doch „absolute Familienhunde“ und „wahre Lämmchen“. Der Präsident des Doggenclub Augsburg ist von der Sanftmut der Rasse überzeugt. Ein Beispiel: Wenn ein anderer Hund schon knurrt und vielleicht die Zähne fletscht, „überlegt sich die Dogge noch, ob sie überhaupt bellen soll“, sagt er.

Nach Charaktereigenschaften gefragt, bezeichnet er die Dogge als ruhig, gelassen und ausgeglichen, außerdem sehr sozial anderen Hunden gegenüber. So ist es auch nicht verwunderlich, dass am Sonntag um 10 Uhr zum Training auf dem weitläufigen Gelände gegenüber dem Flughafen bei Mühlhausen nicht nur die namensgebenden Riesen antreten. Nicht minder groß ist Eik of Redbrook, ein Scottish Deerhound, der laut seinem Herrchen Dieter Thust zu den Windhunden zählt. Mit seinem grauen Fell ist sein Alter – dreieinhalb Jahre – schwer zu schätzen.

Der Liebling der Damen

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Aber nicht nur wegen seiner noch jungen Jahre gilt er als Liebling der Damenwelt. Er sei ein „wahrer Charmeur“, der herzerweichend gucken könne, heißt es. Als das Training beginnt, wuseln auch Kleine – beispielsweise Dackel – über die Wiese. Und es bleibt trotzdem überraschend ruhig. Denn Georg Wiedemann betont: „Wir nehmen alle Rassen zum Training auf.“ Gut sei es, wenn schon die Welpen dazukommen, so der Klub-Präsident, der sich zum 50. Jubiläum seiner Firma GW Feuerlöscher statt Geschenken Spenden für den Verein wünschte und beim Festabend im Hotel Drei Mohren 4000 Euro erhielt. Jetzt sieht der Klub selbst seinem 30. Geburtstag entgegen.

Es ist schon lange her, dass Georg Wiedemann mit seinen beiden Hunden „zur Fotobeute japanischer Touristen“ wurde. Es war zur 2000-Jahr-Feier 1985, als er mit seinen beiden Tieren – Alex und Chiwa von Bayern – in historischer Montur über das damalige Bürgerfest schlenderte. Auch beim Oktoberfest-Umzug sind die Mitglieder des Doggenclubs immer wieder gefragt – letztmals im vergangenen Jahr. „Man muss sich bewerben“, sagt Jutta Brunnenmeier, die sich als „Sekretariat des Präsidenten“ vorstellt, „die wechseln durch.“ Aber man werde am 30. September bei der Dult-Eröffnung auftreten.

Geübte können Gefühle hören

Aktuell zählt der Doggenclub 60 Mitglieder mit 30 Hunden. Alexander Mayer, der Stellvertreter des Präsidenten, hat mangels Zeit heute Katzen. Denn: „Man muss für einen Hund Zeit haben“, sagt er. „Ein Hund braucht seinen Herrn jeden Tag.“ Bei der Dogge komme hinzu, dass es sich um eine sehr sensible Rasse handle. Als Besitzer müsse man sich darüber im Klaren sein, dass man Rudelführer ist. Als solcher müsse man selbstbewusst sein, weil der Hund nur so wisse, wem er sich anschließen könne. Wenn man etwas geübt sei, könne man sogar die Gefühlslage der Tiere hören, sagt Mayer. Er selbst könne bereits am Tonfall eines Winselns erkennen, ob es sich in einem bestimmten Fall um Spiel oder Ernst handelt.

Wiedemann steht an diesem Tag in der Mitte des Feldes und lenkt Mensch und Tier. Er möge es nicht, sagt er, wenn die Hunde hart angefasst werden. „Bei uns“, sagt er, „muss der Hund nicht in einer Pfütze Platz machen.“ Mit Stolz erzählt er, dass es bislang nur ein Tier gab, an dem er mit seiner Erziehung scheiterte. Und dieser Hund sei misshandelt worden. Falsch liegt, wer meint, es müsse ein Kampfhund gewesen sein. Denn für Wiedemann gibt es nur „Kampfhunde-Menschen“. Ein im Klub bekannter American Stafford namens „Alfred“ sei hingegen die Sanftmut selbst gewesen.

Freundlich, aber bestimmt

„Paul“, schallt es derweilen höflich über den Platz, „nimm’ die Leine mit und komm“. Claudia Thomas aus Waal übt mit ihrem Begleiter. Wie der Präsident sagt, müsse man die diversen Kommandos freundlich, aber durchaus bestimmt und konsequent vortragen. Das eine schließt beim Doggenclub das andere nicht aus. Sein Vize erklärt, wie das Tier lernt, dem Herrn beim Gang durch das Gartentor den Vortritt zu lassen und damit der natürlichen Rangfolge zu entsprechen. Es genüge beispielsweise, dem Hund das linke Bein vor die Brust zu stellen. Denn in der Regel gehe der Hund links vom Herrchen. Die sogenannte Leinenführigkeit übt die neunjährige Nicole in Begleitung ihrer Eltern Sonja und Nick erstmals mit ihrem Murphy.

Immer wieder ruft Georg Wiedemann eine Pause aus. Der Grund ist, dass die Kleinen ja Freude am Lernen haben sollen. Anja Stimke führt den zweijährigen Ares aus der Zucht von Sonja Seeber. Deren Alessio ist einer von zehn Welpen eines Wurfs. Er entwickelt sich schon prächtig. Wenn er seinem Papa nacheifert, könnte er einmal 85 Kilo auf die Waage bringen.

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