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02.07.2010

Architekt Schafitel sieht sich als Bürokratie-Opfer

Architekt Schafitel sieht sich als Bürokratie-Opfer

Volker Schafitel ist für gewisse politische Kreise ein rotes Tuch. Denn Schafitel steht hinter dem Bürgerbegehren Max-Straße, er brachte mit eigenen Alternivüberlegungen Bewegung in die Kö-Umbaupläne. Aus Frust über das Verhalten der Politik ist er aus der CSU ausgetreten. Nun glaubt er, für sein unangepasstes Verhalten abgestraft zu werden - bei seiner Arbeit als Architekt. "Die Bauverwaltung wirft mir Prügel in den Weg", sagt Schafitel (57) und sieht sich als Opfer von "Schikane" und "Bürokratie".

Der Streit eskaliert langsam. Die Juristen haben schon das Ruder übernommen. Die Verwaltung wehrt sich gegen die Vorwürfe. Es gibt die Forderung nach einer Unterlassungserklärung.

"Ich lasse mich nicht mehr vertrösten"

Schon seit Langem erhalte er keine städtischen Aufträge mehr, sagt Schafitel. Das habe er verkraftet. Doch nun mache ihm die Bauverwaltung bei seinen anderen Aufträgen das Leben schwer, zuletzt auch beim Umbau des Köpf-Hauses.

Architekt Schafitel sieht sich als Bürokratie-Opfer

In einem Brief an OB Kurt Gribl und Baureferent Gerd Merkle klagt er nach Informationen der AZ über Behörden-Willkür. Die Stadt reagierte mit einer Unterlassungserklärung. "Man mag mich nicht. Das lässt man mich spüren", kommentiert Schafitel. Von der Stadtspitze gab es dazu keine Stellungnahme.

Worum geht es? Seit vielen Jahren schwelt ein Streit zwischen Stadt und der Besitzerin (Hermine Mayring) des denkmalgeschützten Harter-Hauses von Elias Holl in der Maxstraße. Renovierungsversuche scheiterten am Veto der Stadt. Das Angebot der Stadt, das Gebäude für einige Millionen Euro zu kaufen, scheiterte vor Jahren wiederum an der Besitzerin.

Das Haus steht bis auf das als Spielsalon genutzte Erdgeschoss leer. Der erste Bauantrag datiert von 1997. Außer Sicherungsmaßnahmen, die die Besitzerin machen musste, ist nichts passiert. Seit einem halben Jahr hat Mayring nun Schafitel beauftragt (AZ berichtete). Das verfallende, historisch aber wertvolle Renaissance-Gebäude will der Architekt mit einer 1,5 Millionen Euro teuren Sanierung retten. Als Nutzung sieht Schafitel ein gehobenes Speiselokal nur im Erdgeschossbereich vor. Die Denkmalbehörde habe die Pläne als "schlüssiges Konzept" positiv bewertet. Es gebe keine Eingriffe in die wertvolle Bausubstanz, keine Aufzüge und keine Gastro-Nutzung im kompletten Gebäude, wie früher geplant.

Doch die Bauverwaltung zeige sich "extrem bürokratisch", so Schafitel. Die Annahme der Pläne wurde verweigert, weil angeblich der Maßstab nicht gestimmt habe. Auch die neu eingereichten Pläne halfen bisher wenig. Der Bauverwaltung missfällt das Lokal, auf dem die Finanzierung basiert. Es passt nicht in die derzeit geltende Veränderungssperre, mit der die Stadt ein Übermaß an Kneipen und Lokalen verhindern will. Man wolle aber im neuen Bebauungsplan, der nun erarbeitet werde, auf Schafitel zugehen, so Bürgermeister Hermann Weber (CSU) gestern im Bauausschuss. Der Bauantrag wurde somit nicht abgelehnt. Man möchte verhandeln, ist die Devise.

Schafitel bleibt skeptisch: "Ich lasse mich nicht vertrösten und will Entscheidungen. Die denkmalgeschützten Holl-Stadel lässt die Stadt vergammeln. Doch wenn ein Privatinvestor ein denkmalgeschütztes Haus retten will, unterstützt man ihn nicht." Konsequenz: Ohne gastronomische Nutzung kommt wieder eine Spielhalle oder die Sanierung fällt ganz flach, sagt Schafitel.

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