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Augsburg

26.07.2016

Auf dem Plärrer werden Taschen kontrolliert

Auf dem Plärrer gehen Polizisten bislang schon regelmäßig Streife. Nun wird das Sicherheitskonzept weiter verschärft.
Bild: Annette Zoepf

Die Attentate in Bayern bleiben für anstehende Feste nicht ohne Folgen. Schwabens größtes Volksfest, der Plärrer, ist davon betroffen. Aber auch das Straßenfestival La Strada.

Die Attentate der vergangenen Tage in Bayern wirken sich auch auf anstehende Feste in Augsburg aus. Auf dem Plärrer, der in einem Monat beginnt, soll es erstmals an den drei Eingängen zum Festplatz Kontrollen geben. Das sagte Ordnungsreferent Dirk Wurm (SPD) unserer Zeitung. Er spricht sich dafür aus, dass Sicherheitsmitarbeiter an den Eingängen postiert werden. Sie sollen auch stichprobenartig die Taschen der Besucher kontrollieren.

Mit rund 500.000 Besuchern gilt der Augsburger Plärrer als Schwabens größtes Volksfest. Das Fest war in den vergangenen Jahren stets sicher, die Zahl der Straftaten gemessen an den vielen Besuchern gering. Aber Dirk Wurm weiß auch, dass der Blick in die Vergangenheit nicht viel Aussagekraft hat. Ein Einzeltäter – aus welcher Motivation heraus auch immer er zuschlägt – könnte alles verändern.

Deshalb spricht sich Wurm dafür aus, die Kontrolle an den Zugängen zu verbessern. „Das wird wahrscheinlich nur durch verstärkten Personaleinsatz zu machen sein“, so Wurm. Eine Kontrolle aller Plärrer-Besucher halte er nach derzeitigem Stand für nicht machbar und auch nicht angemessen. Die Details sollen in rund zwei Wochen auf einer Sicherheitsbesprechung für das Volksfest, an der auch die Polizei beteiligt ist, geklärt werden.

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Taschenkontrollen hat es beim Wertachbrucker Tor schon früher gegeben

Der Herbstplärrer beginnt am 26. August. Bereits Ende der Woche stehen in Augsburg zwei andere Veranstaltungen an – das Stadtmauerfest am Wertachbrucker Tor und das Straßenkünstlerfestival La Strada in der Innenstadt. Das historische Fest an Wertachbrucker Tor sei schon in den vergangenen Jahren eingezäunt gewesen, auch habe es bereits Taschenkontrollen gegeben, sagt Dirk Wurm. Man werde in den nächsten Tagen noch Gespräche mit dem Stadtmauerverein führen und schauen, wo eventuell noch etwas verbessert werden kann. La Strada sei ein offenes Festival, bei dem die Sicherheitskräfte ebenfalls Präsenz zeigen könnten. Zugangskontrollen seien aber nicht möglich.

Polizeisprecher Manfred Gottschalk sagt mit Blick auf anstehende Veranstaltungen in Augsburg: „Wir waren bei dem Thema schon bisher sensibel und sind es natürlich jetzt erst recht.“ Grundsätzlich sei die Polizei auf Attentate und Amoklagen vorbereitet. Es gebe – vergleichbar mit München – entsprechende Pläne. Zu Einzelheiten äußert sich die Polizei aus taktischen Gründen nicht. Wie auch in München dürfte je nach Lage die Anforderung von Einsatzkräften aus benachbarten Regionen ein Thema sein.

Nach dem Amoklauf in München wurde auch das Augsburger Klinikum alarmiert

Vorbereitet auf große Zahlen von Verletzten – vom Unfall bis zum Terroranschlag oder Amoklauf – ist auch das Klinikum. Dort gibt es je nach Größe und Art des Vorfalls Notfallpläne. In der Amoknacht von München hatten die dortigen Kliniken nach einem ähnlichen Muster Personal aus der Freizeit an den Arbeitsplatz gerufen. Als die Lage in München am frühen Freitagabend noch völlig unklar war und ein Terroranschlag mit möglichen Folgeattentaten im Raum stand, kam aus München auch die Anfrage ans Klinikum, ob man notfalls Patienten aufnehmen könnte. Nötig war das aber nicht.

Sollte es in Augsburg einen Vorfall mit vielen zu erwartenden Verletzten geben, werden Ärzte und Pfleger erst einmal intern alarmiert. „Genügt das nicht, ruft ein Computer nacheinander die Handynummern von Mitarbeitern, die gerade keinen Dienst haben, an“, sagt Klinikums-Sprecherin Ines Lehmann. Je nach Szenario wählt sich der Computer durch die Telefonlisten, bis er Rückmeldung hat, dass die erforderliche Anzahl an Pflegern und Ärzten der verschiedenen Disziplinen zur Notaufnahme kommt. Via Tastenkombination auf dem Handy können die Angerufenen bestätigen, ob sie kurzfristig in die Klinik kommen können oder nicht. Auch für die Abläufe gibt es feste Pläne, die verhindern sollen, dass in der Hektik, falls minütlich Schwerverletzte angeliefert werden, ein Chaos ausbricht.

Verschärfte Sicherheitskontrollen auf dem Plärrer: Traurige Realität  

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Die Diskussion ist geschlossen.

26.07.2016

Immer wieder ist und war in der letzten Zeit nach Anschlägen, egal welchen und egal wo, zu hören und zu lesen: davon lassen wir uns nicht beeindrucken, wir lassen uns nicht kleinkriegen, u.ä..

Falsch: Natürlich wird unsere (Bewegungs-)Freiheit, das meine ich jetzt im weitesten und übertragenen Sinne, durch strammere Gesetze und Vorschriften immer weiter eingeschränkt. Und der Gipfel ist längst noch nicht erreicht.

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26.07.2016

Vor den Stadiontoren wird auch immer alles kontrolliert und trotzdem schaffen es immer wieder einige Krawallmacher ihre Feuerwerkskörper hineinzuschmuggeln.

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26.07.2016

gut so und richtig

Die Attentate der vergangenen Tage in Bayern wirken sich auch auf anstehende Feste in Augsburg aus...Auf dem Plärrer werden Taschen kontrolliert

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26.07.2016

Naja, der Vergleich mit dem Wert-Tor Fest hinkt schon gewaltig. Hier ging es ganz uneigennützig darum, dass Besucher auschließlich Getränke vom Fest zu konsumieren hatten und nicht um eine Bombendurchsuchung. Außerdem gab es nur einen Eingang.

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