09.02.2015

Auf den Hund gekommen

Hundekopf aus Punkten: Man muss das erste Mal konzentriert hinschauen, um das Motiv zu erkennen. Die Kunst am Bau ziert eine neue Tierklinik im Augsburger Westen.
Bild: Silvio Wyszengrad

In vier Wochen eröffnet die neue Spezialklinik für Kleintiere im Pferseer Sheridan-Park. Schon jetzt sorgt diese mit ihrer Wandmalerei von Felix Weinold für Aufsehen

Von der B17 aus ist es Autofahrern schon aufgefallen: Dort gibt es an einem Neubau im Sheridan-Park viele Punkte zu sehen. Nicht immer ist sofort erkennbar, was es letztlich ist. Es wirkt erst einmal abstrakt, eine willkürliche Anordnung von unterschiedlich großen Punkten. Wer aber durch die Max-Josef-Metzger-Straße fährt und sich das Haus von dort aus ansieht, wird ihn erkennen: Den Hund, der einem freudig entgegenblickt.

Der Hund kommt nicht von ungefähr. Er ziert die Fassade der neuen Spezialklinik für Kleintiere, ein Überweisungszentrum, das die Tierärzte Martin Unger, Claudia Schwedes und Stefan Bentele dort in einem Monat eröffnen werden.

Auf den Hund ist Martin Unger gemeinsam mit einem Freund aus Kindheitstagen gekommen: Felix Weinold. Der Augsburger Künstler ist bereits an anderen Stellen im Sheridan-Park mit Kunst am Bau vertreten, etwa im Sheridan Business Quartier oder im Sheridan Management Center.

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Die Fassadengestaltung der Tierklinik hat er an einem Modell erarbeitet. „Zuerst haben wir überlegt, ob auf der einen Seite eine Katze sein soll und an der anderen ein Hund und haben uns schließlich für einen Hundekopf entschieden“, berichtet Martin Unger. Er wurde in einem groben Raster auf einer Fläche von 8 mal 18 Metern gemalt. Felix Weinold berechnete die Punktgrößen und erstellte vorab ein Modell. „Das Schwierigste war, dieses auf der Wand umzusetzen. „Jeder einzelne Punkt musste an die richtige Stelle. Insgesamt war die Malerfirma zwei Wochen damit beschäftigt“, so Felix Weinold.

Der Augsburger arbeitet gerne an Gebäuden. Farbe würde einfach Fläche brauchen. „Große Arbeiten machen viel Spaß, kleine Arbeiten machen mir weniger Spaß“, erklärt er.

Noch dazu seien solche Auftragsarbeiten ein besseres Geschäft, als die künstlerischen Arbeiten, die im Atelier „auf Verdacht“ entstünden. So hat er in den vergangenen Jahren immer wieder an Fassaden gearbeitet, wie etwa der Eingangshalle der Deka-Bank in Luxemburg, dem Bahnhof Brig in der Schweiz oder wie aktuell bei Merz Pharma in Frankfurt.

Martin Unger ist mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Es sieht „dynamisch“ aus, freut er sich. Er wollte mit seiner neuen Einrichtung ein architektonisches Zeichen setzen, etwas Dauerhaftes in Augsburg schaffen. Mit der architektonischen Umsetzung hat er Ott Architekten beauftragt. Herausgekommen ist ein zweigeschossiges Gebäude, das auf 1800 Quadratmetern Platz für Behandlungen, Operationen, Mitarbeiter, stationären Aufenthalt von Tieren, sowie Fortbildungen und Ausstellungen bietet. „Das Gebäude ist schlicht, die unregelmäßigen Fenster, die Attika und der Eingangshof verleihen ihm Lebendigkeit“, so Architektin Maren Müller-Germeroth.

In nur elf Monaten Bauzeit konnte die Klinik fertiggestellt werden. Nun werden in den kommenden Tagen die einzelnen Gewerke abgenommen, das Überweisungszent-rum eingerichtet.

Das Geheimnis um die abstrakten Punkte ist gelüftet. Doch ewig wird der Hundekopf nicht mehr von der B17 aus zu sehen sein. „Da kommt noch eine Lärmschutzwand hin. Dann ist er verdeckt“, sagt Martin Unger.

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