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Einwohnerzahl in Augsburg: Wachstum ist kein Selbstzweck

Kommentar Von Stefan Krog
18.01.2021

Die Bevölkerungszunahme in Augsburg stagniert im Jahr 2020. Der Anlass ist unerfreulich, doch vielleicht tut der Stadt eine Verschnaufpause ganz gut.

Die Einwohnerzahl von Augsburg schrumpfte im Coronajahr 2020 minimal. Das ist kein Grund für Alarmismus, weil es bei der Bevölkerungsentwicklung ohnehin nicht nur auf die schiere Zahl ankommt. Es ist für Städte gut, wenn sie nicht auf der Verliererseite bei der Entwicklung stehen, weil Fachkräfte auch in der Wirtschaft von morgen (so Corona einmal überstanden ist) gefragt sein werden. Ebenso interessant ist aber auch, wer kommt (Alter, Sprachkenntnisse, Bildungsstand, etc.) - nicht nur für die Wirtschaft, sondern fürs Zusammenleben und die gesellschaftliche Zusammensetzung in einer Stadt allgemein. Augsburg hat durch die Zuwanderung profitiert, steht dadurch aber auch vor Herausforderungen, die hoffentlich besser gelöst werden als beim Gastarbeiterzuzug in den 1960er-Jahren.

Verschnaufpause für den Augsburger Wohnungsmarkt

Und natürlich hat das Wachstum auch dafür gesorgt, dass es auf dem Wohnungsmarkt deutlich enger wurde. Die Neubauzahlen blieben hinter dem Zustrom an Neubürgern zurück und trieben, zusammen mit anderen Faktoren, die Preise in die Höhe. Insofern sorgt Corona, bei allen katastrophalen Folgen für die Volkswirtschaft, für eine kleine Verschnaufpause auf einem zunehmend von Knappheit geprägten Wohnungsmarkt.

Was damit gesagt sein soll: Wachstum an sich ist kein Selbstzweck und hat Vor- und Nachteile. Größere Städte bieten mehr Angebote, bringen aber auch mehr Stress (etwa durch fehlende Kitaplätze) und weitere Wege mit sich. Womöglich bietet die Corona-Krise auch die Möglichkeit, die Optionen für die Zukunft zu überdenken. Vielleicht wird sich durch mehr Möglichkeiten zum Homeoffice das Wachstum auch stärker ins Umland verlagern - wenn man nicht mehr täglich zur Arbeit in die Stadt fahren muss. Das könnte in Städten für Entlastung sorgen.

Lesen Sie den zugehörigen Artikel: Augsburgs Bevölkerungszahl schrumpft wegen Corona erstmals seit Jahren

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19.01.2021

Für jemandem der seine Arbeit überwiegend von zu Hause aus erledigen kann und in einer festen Beziehung lebt, gibt es eigentlich wenig Gründe, in der Großstadt zu wohnen. Eine Stadt von 20000 Einwohnern bietet in der Regel die komplette Infrastruktur, die man für den Alltag braucht. Zudem erhält man abseits der Großstädte für das selbe Geld das Zwei- bis- Dreifache der Wohnraums.
Wer sich nach Ruhe und Platz zum Ausdehnen sehnt, ist das eine echte Alternative.

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