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Augsburg: Klimaaktivisten verschärfen ihren Protest

Augsburg

Klimaaktivisten verschärfen ihren Protest

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    Die Aktivisten des Klimacamps veranstalteten am Montag eine Kunstaktion auf dem Augsburger Rathausplatz. Der Stadtregierung wurde ein Verschlafen der Klimakrise vorgehalten.
    Die Aktivisten des Klimacamps veranstalteten am Montag eine Kunstaktion auf dem Augsburger Rathausplatz. Der Stadtregierung wurde ein Verschlafen der Klimakrise vorgehalten. Foto: Silvio Wyszengrad

    Die Aktivisten des Klimacamps wollen am Dienstag vor der Sondersitzung des Augsburger Stadtrats zum Klimaschutz mit einer Menschenkette vor der Kongresshalle gegen das aus ihrer Sicht zu zögerliche Vorgehen der Stadtregierung bei CO2-Einsparungen protestieren. "Die aktuelle Tagesordnung ist eine einzige PR-Luftnummer. Von der CSU erwarten wir es nicht anders, und von der Grünen-Stadtratsfraktion sind wir bitter enttäuscht", so Aktivistin Janika Pondorf, 16. Allenfalls die Selbstverpflichtung der Stadt, bei Bau und Sanierung von städtischen Gebäuden die gesetzlichen energetischen Standards überzuerfüllen, werde Effekte bringen.

    Wie berichtet, hat sich der Stadtrat im Januar auf eine Zielmarke von 9,7 Millionen Tonnen Restbudget beim CO-Ausstoß festgelegt. Zur Orientierung: Aktuell stoßen die Augsburger Unternehmen und Bürger um die 2,4 Millionen Tonnen pro Jahr aus. Damit blieben noch etwa dreieinhalb Jahre, bis Augsburg rechnerisch klimaneutral sein müsste. Wie dieses Ziel erreicht werden soll und ob es überhaupt erreichbar ist, ist aktuell noch unklar. Bis zum Herbst will die Stadt Perspektiven aufzeigen, doch eine derartige Reduktion in so kurzer Zeit dürfte sehr schwierig werden. Am Dienstag will ein von der Stadt beauftragtes Beratungsunternehmen einen Zwischenbericht geben.

    Klimaaktivisten vermissen effektive Schritte der Stadt Augsburg

    Seitens der Klimaaktivisten wird kritisiert, dass von der Stadtratssitzung angesichts der Tagesordnung eher Eigenlob der Stadtregierung denn konkrete Schritte nach vorne zu erwarten seien. Mit der Umstellung auf klimaschonenderes Recyclingpapier reagiere die Stadt ja nur darauf, dass schon seit Jahren beschlossene Vorgaben nicht eingehalten wurden. Dass Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) zuletzt sagte, dass auch die Bürger ihren Anteil leisten müssten, gehe in die falsche Richtung. Die Politik solle nicht versuchen, vom eigenen Versagen abzulenken, indem sie Verantwortung auf Bürger abwälze, so Pondorf.

    Schon im Vorfeld der Klima-Sondersitzung des Stadtrats gab es Protestaktionen der Aktivisten. An der CSU-Geschäftsstelle wurde am Wochenende ein Banner gegen Kohlestrom ("Alle reden vom Klima. Wir ruinieren es") angebracht. Am Montag gab es eine symbolische Aktion auf dem Rathausplatz, bei der Oberbürgermeisterin Weber und den Fraktionschefs von CSU und Grünen das Verschlafen der Klimakrise vorgehalten werden sollte. Weber hatte im Vorfeld der Sitzung noch darüber hinausgehende Schritte zum Klimaschutz angekündigt, aber auch darauf hingewiesen, dass man mit Dogmatismus nicht weiterkomme.

    Seitens des Klimacamps waren im Zuge der Gespräche mit der Stadt, die seit einem knappen Jahr laufen, auch die Grünen immer wieder kritisiert worden. Im Januar gab Klimaaktivist Alexander Mai bekannt, als parteiloser Direktkandidat in Augsburg für die ÖDP bei der Bundestagswahl anzutreten.

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