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Gericht

05.07.2010

Augsburg: Straftäter und ihre Rückfälle

Hinter Gittern.

Der eine, ein erprobter "Schwarzfahrer", wurde auf dem Weg zum Strafjustizzentrum erneut geblitzt. Der andere, ein Drogenabhängiger, hat die EC-Karte eines Toten gestohlen. Von Klaus Utzni

Er kann es einfach nicht lassen. Immer wieder setzt sich ein 46-Jähriger ans Steuer, obwohl ihm Gerichte schon mehrfach den Führerschein entzogen haben. Jetzt ging seine Dreistigkeit zu weit: Weil er auf dem Weg zum

Strafjustizzentrum

zu einem Termin beim Landgerichtsarzt erneut sein

Auto

lenkte und dabei bei einer Abstandskontrolle der

Augsburg: Straftäter und ihre Rückfälle
Polizei

geblitzt wurde, schickte ihn Amtsrichterin

Rita Greser

für vier Monate hinter Gitter. Überdies wurde eine frühere Bewährung widerrufen.

Gerichtliche Entscheidungen haben den Ex-Angestellten eines Finanzamtes bislang offenbar wenig beeindruckt. Wegen Trunkenheit am Steuer wurde ihm 2008 der Führerschein für ein Jahr entzogen. Kurz nach dem Urteil wurde der "Schwarzfahrer" wieder erwischt, zu einer Bewährungsstrafe und einer erneuten Sperrfrist verdonnert. Er sollte auch gemeinnützige Arbeiten leisten, was er nicht tat. Er meldete sich krank. Das Gericht bat ihn zu einer Untersuchung beim Landgerichtsarzt. Obwohl immer noch ohne Führerschein, fuhr er von seiner Wohnung in Nordschwaben mit dem Auto nach Augsburg.

Auf der Bundesstraße 2 bei Langweid wurde er von der Polizei geblitzt, weil er zu dicht auf seinen Vordermann aufgefahren war. Die Folge war ein erneutes Strafverfahren. Vor Amtsrichterin Rita Greser redete sich der 46-Jährige (Verteidiger: Marco Müller) auf einen "Notfall" heraus. Sein Verhalten brachte das Gericht in Rage: "Solch eine bodenlose Dreistigkeit ist nicht mehr zu überbieten", schimpfte die Richterin, die den Angeklagten für vier Monate im wahrsten Sinne des Wortes "aus dem Verkehr" zog.

Die EC-Karte eines Toten gestohlen

Als "beispiellos dreist" kommentierte auch Richterin Ulrike Ebel-Scheufele den "Rückfall" eines 25-jährigen Drogenabhängigen in einem ähnlichen Zusammenhang. Der Mann war wegen Diebstahls im November 2009 zu zehn Monaten mit Bewährung verurteilt worden. Als Auflage hatte ihm das Gericht 100 Stunden gemeinnützige Arbeit aufgegeben. Dabei wurde er unter anderem zum Entrümpeln der Wohnung eines in Pfersee verstorbenen Mannes eingesetzt.

Dort fiel ihm die EC-Karte des Toten in die Hände. Prompt steckte er sie ein und "entrümpelte" damit das Konto des Toten. Er hob 500 Euro ab. "Ich bin rückfällig geworden und brauchte Geld für Heroin", redete der Angeklagte (Verteidiger: Norbert Krix) nicht lange um den heißen Brei herum. Das Gericht verurteilte den Mann, der bereits vier erfolglose Therapien hinter sich hat, zu einem Jahr Haft. Von Klaus Utzni

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