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Augsburg

09.03.2021

Augsburg will das Bewohnerparken in der Innenstadt ausweiten

Die Stadt Augsburg denkt darüber nach, das Bewohnerparken unter anderem im Thelottviertel anzuwenden.
Foto: Silvio Wyszengrad

Plus Vor der Öffnung des Augsburger Bahnhofstunnels soll verhindert werden, dass das Thelottviertel zum Pendlerparkplatz wird. Eine Ausdehnung auf weitere Viertel ist möglich.

Die Stadt plant angesichts höherer Auto-Zulassungszahlen und mehr Einpendlern eine Ausdehnung des Bewohnerparkens. Bisher sind die Innenstadt mit Jakobervorstadt, das Stadtjäger- und das Bismarck- mit Teilen des Antonsviertels als Bewohnerparkzonen ausgewiesen. Dort ist ein Bewohnerparkausweis Voraussetzung, um sein Auto ohne Parkschein oder Parkscheibe abstellen zu dürfen. Teils sind Parkplätze auch ausschließlich Anwohnern vorbehalten.

Nun will die Stadtverwaltung prüfen, inwieweit im Thelottviertel Bewohnerparken eingeführt werden könnte. Hintergrund ist, dass mit der Öffnung des Bahnhofstunnels 2023 befürchtet wird, dass Bahnpendler das Thelottviertel tagsüber als eine Art Park-and-Ride-Anlage nutzen könnten. Auch für weitere Viertel, die aber noch nicht näher benannt sind, soll der Bauausschuss des Stadtrats diese Woche den Weg für Untersuchungen frei machen.

Mehr Autos und Pendler machen Bewohnerparken notwendig

Bisher hatte die Stadt eine Ausdehnung abgelehnt, unter anderem mit der Begründung, dass Fremdparker dann einfach aufs Nachbarviertel ausweichen würden und ein Verdrängungsprozess in Gang komme. Auch Gewerbetreibende würden benachteiligt. Zuletzt wies die Stadt 2007 ein neues Gebiet aus.

Mit dem Beschlussvorschlag legt das Baureferat nun ein Stück weit eine Kehrtwende hin. Der Parkdruck steige in manchen Vierteln zunehmend, weil Pendler von Auswärts hier parken und in der Stadt immer stärker nachverdichtet werde, so die Begründung. Besonders betroffen seien Viertel, die an bestehende Bewohnergebiete angrenzen. Die Stadt München reagierte schon vor Jahren auf die Entwicklung, indem sie das Bewohnerparken großräumig ausdehnte.

Parkplatznot: Vor allem Altbaugebiete in Augsburg sind betroffen

Die Parkplatznot in Augsburg steigt seit Jahren, was unter anderem daran liegt, dass die Zahl der zugelassenen Autos immer weiter steigt. Anfang 2020 waren es 138.000 zugelassene Pkw (469 Autos pro 1000 Einwohner). Das sind 20 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor. Zahlen für 2021 liegen noch nicht vor. Den steigenden Parkdruck bekommen vor allem Altbaugebiete zu spüren, denn dort waren zur Zeit des Baus Tiefgaragen bzw. ein Stellplatznachweis noch keine Vorschrift. Bei Neubauten sind 1,1 Stellplätze pro Wohnung vorgeschrieben, wobei die Stadt in manchen Neubauquartieren unter diesen Schlüssel gehen möchte, wenn sie gut an den Nahverkehr angeschlossen sind und alternative Mobilitätskonzepte (Carsharing, Leihräder oder übertragbare Nahverkehrsabos) vorhanden sind.

Von der SPD kam schon vor einigen Jahren die Forderung, das Bewohnerparken versuchsweise auf Oberhausen, Lechhausen und das Hochfeld auszudehnen. Neben der grundsätzlichen Parkplatznot wolle man damit auch das Problem von parkenden Kleintransportern angehen, so die Sozialdemokraten zur Begründung.

Für die Erbauer der Altstadt waren Parkplätze kein Thema

Insgesamt hat die Stadt mehr als 8200 Bewohnerparkausweise (30 Euro im Jahr) im Umlauf - eine Garantie auf einen Stellplatz ist ein Ausweis aber nicht. In manchen Vierteln kommt ein Parkplatz auf drei ausgegebene Bewohnerparkausweise. Betroffen sind Viertel mit älteren Gebäuden - für die Erbauer der Altstadt waren Autoparkplätze logischerweise kein Thema, und nur vereinzelt wurden so genannte Quartiersgaragen nachträglich eingebaut.

Um zu untersuchen, ob ein Viertel auch rechtlich fürs Bewohnerparken in Frage kommt, rechnet die Stadt mit Kosten von etwa 50.000 Euro. Dazu muss unter anderem gezählt und gemessen werden, wie viele Parkvorgänge es in einem Viertel gibt und wie lange die Autos dann stehen.

Lesen Sie dazu den Kommentar: Bewohnerparken hilft nur, wenn es für weniger Autofahrten sorgt

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09.03.2021

Warum lässt unsere OB die Autofahrer jetzt hängen?
Eine Ihrer ersten Punkte vor Ihrer Wahl war Bordsteinkanten abzuschrägen für Parkplätze.
Das wäre das Thelotviertel doch wunderbar geeignet!

Auch würde mich interessieren ob für die 30 Euro Gebühr/Jahr die Kosten für die Verwaltung dieser Anwohnerparkausweise überhaupt gedeckt sind?
Letztendlich sehen wir immer mehr die Auswüchse der Autofixierung aus einem vergangenem Jahrhundert.
Diese Stadt ist voller Autos und es werden immer mehr. Das Ordnungsamt kommt mit Falschparkern auf Grund der Massen nicht mehr hinterher ( oder ist es politisch gewollt keine Verstöße zu ahnden ? ).
Viele Städte haben sich entschieden den MIV einzuschränken und wieder Leben in die Wohnviertel eingehaucht.
Dafür haben wir aber billige Parkplätze.

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09.03.2021

Bordsteinkanten abschrägen für Parkplätze?!?!
Gehwege werden so und so überbewertet. Wieso nicht gleich ganz platt machen. Zahlen Fußgänger Kfz-Steuern?
Statt Kinderwagen, Laufrad, Roller, Rollator oder Rollstühl am besten gleich ein Zweit- oder Drittauto besorgen. ;-)

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09.03.2021

Die Stadt Augsburg fördert ja den Autoverkehr. Die Wertachstraße ist ein Beipiel dafür, wie eine dringend notwendige Fahrradspur für die heiligen Anwohnerparkplätze geopfert wird. Niemand kommt auf die Idee, vertraglich festgelegtes autofreies Wohnen zu förden und die privaten Blechkisten langfristig an den Stadtrand zu verdrängen. Die Parkplatzverordnung ist ein geistig erstarrtes Konzept aus dem letzten Jahrtausend, das nur einen Nutzen hat: Die Baukosten nach oben zu treiben und wertvolle innerstädtische Grünflächen zu vernichten.
Im Falle des Hauptbahnhofs hätte man sich früher überlegen müssen, ob ein für die Bahnkunden kostenloses Parkhaus über den Bahnsteigen nicht wesentlich effektiver gewesen wäre als der Straßenbahntunnel, der nichts anderes macht, als den Flaschenhals der Pferseer Unterführung ins Theolettviertel zu verlagern.

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09.03.2021

>> Nun will die Stadtverwaltung prüfen, inwieweit im Thelottviertel Bewohnerparken eingeführt werden könnte. <<

Stadt und swa hofieren damit in naiv-drolliger Weise erst mal die Querulanten, die später gegen eine sinnvolle Weiterführung der Tram aus dem "Tunnel ins Nichts" klagen werden.

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09.03.2021

Würde mich nicht wundern, wenn es beim "Tunnel ins Nichts" bleibt. Die Trambahnen nach Stadtbergen halten dann halt an der Haltestelle "Viktoriastraße".

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09.03.2021

Gut das Herr P. nicht im Thelottviertel wohnt und von der jetzt schon augenblicklichen Situation so viel Ahnung hat, mit den schon jetzt deutlich überhand nehmenden Fremdparkern und massiven Falschparkern

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10.03.2021

Ich kenne mich da gut aus - ich parke dort auch sehr gerne.

Fremdparker bringen Vielfalt ins Viertel !

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