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Augsburg

02.06.2020

Augsburger Sterneküche: Das August öffnet – das Sartory wartet noch ab

In der Villa Haag empfängt Christian Grünwald nun wieder Gäste.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Die Chefs der Augsburger Sternerestaurants August und Sartory wollen den Weg aus der Corona-Krise finden. Mit welchen Schwierigkeiten sie dabei kämpfen müssen.

Für Fans der Augsburger Sterneküche gibt es eine gute Nachricht: Eines der beiden hochkarätigen Restaurants hat wieder geöffnet. Wer ins andere möchte, muss sich aber noch gedulden. Wie die Köche Christian Grünwald und Simon Lang mit der Corona-Situation umgehen.

Seit Freitagabend empfängt Christian Grünwald in seinem Zwei-Sterne-Lokal August Gäste. Endlich. Er ist froh, wieder in der Küche der Haag-Villa zu stehen und handverlesene Lebensmittel von Gärtnern, ausgesuchten Händlern und Biobauern in Geschmacksgeschichten zu verwandeln. Nur zehn Gäste haben in den Salons Platz, bei schönem Wetter auf zwei Terrassen mit Blick in den Park. Alle vorgeschriebenen Abstandsregeln und Hygienestandards könne man gewährleisten, so der 56-Jährige. Zur Eröffnung wollten viele kommen, eine Bestätigung für den Ausnahmekoch. Jetzt müsse man schauen, wie der Sommer wird. „Die Menschen werden vielleicht weniger reisen“.

Einschränkungen waren für Grünwald ein harter Schlag

Die Einschränkungen aufgrund der Pandemie waren für ihn ein harter Schlag. „Von heute auf morgen hat mich Corona erwischt“, erzählt Christian Grünwald, eine enorme Erschütterung und bittere Zäsur. „Ich musste viele Lebensmittel und Aromen entsorgen, alle Gäste informieren und um Verständnis bitten“, so der Spitzenkoch. Während manche Feinschmecker aus Deutschland auf einen späteren Zeitpunkt umbuchten, sieht das für Besucher aus dem Ausland schwieriger aus. „Niemand weiß, ab wann man wieder gefahrlos reisen darf und ob die Menschen dann auch kommen.“

Doch auch die unfreiwillige „Stilllegung“ hat er genutzt und eineinhalb Monate in der Augsburger Uniklinik für Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger gekocht.

Der Abend beginnt im Zwei-Sterne-Lokal jetzt früher

Seit Anfang Mai hat sich der Kulturarbeiter, der sich nicht als Gastronom sieht, darauf vorbereitet, seinen Gästen wieder eine „kulinarische Aufführung“, unter anderem mit Alpenkaviar, Spargelschalen und Lavendel, bieten zu können. Da aber um 22 Uhr, wie für die gesamte Gastronomie, Schluss sein muss, geht der Abend bis auf Weiteres bereits um 18 Uhr los.

Simon Lang und sein Sartory-Team warten noch ab.
Bild: Silvio Wyszengrad

Im Sartory, dem kleinen, feinen Lokal im Hotel Drei Mohren, wartet man dagegen noch ab. Dabei ist für Simon Lang, Küchendirektor im Hotel Drei Mohren, mit der Verleihung des Michelin-Sterns für 2019 ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen. Allerdings sei ein wirtschaftlicher Betrieb, so der Spitzenkoch, mit den vorgegebenen Mindestabständen in dem kleinen Restaurant an der Maximilianstraße sehr schwierig. Selbst das Maximilian’s im Drei Mohren laufe nur schleppend an. Die Entscheidung über die Wiedereröffnung des Sartory werde man, so Lang, nach dem Pfingstferien treffen.

Simon Lang kochte für Rettungssanitäter und Senioren

Auch er ist während der unfreiwilligen Schließung aller gastronomischen Betriebe nicht untätig geblieben – neben dem Verkauf von Mitnahmegerichten hätten er und sein Team auch für Rettungssanitäter und Senioren gekocht.

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