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Augsburg

09.03.2018

Augsburgs größte Schule ist ein Sanierungsfall

Das Schulzentrum im Hochfeld ist in die Jahre gekommen. Es regnet durchs Dach, an den Decken hat sich zum Teil Schimmel gebildet.
Bild: Judith Roderfeld

In der Fach- und Berufsoberschule im Hochfeld sind Zimmer wegen des undichten Dachs nicht mehr nutzbar. Deshalb plant ein Teil der 2500 Schüler eine Aktion.

Die Stadt wird in den kommenden Jahren mindestens 75 Millionen Euro in die Sanierung des maroden Schulzentrums am Alten Postweg stecken müssen. Mit mehr als 2500 Schülern ist der Komplex, in dem Fach- und Berufsoberschule sowie die Reischlesche Wirtschaftsschule (RWS) zusammengefasst sind, Augsburgs größte Schule. Noch ist unklar, wie das Geld aufgebracht werden soll – obwohl es eine Förderung gibt. Man habe aber keine Alternative, so Baureferent Gerd Merkle (CSU).

Sanierung soll 2020 beginnen und mindestens drei Jahre dauern

Für Schüler und Lehrer im Schulzentrum wird die Lage zunehmend unzumutbarer. Manche Klassen müssen zwischen den Schulstunden immer wieder den Raum wechseln. Es sei keine Seltenheit, dass der Deutschunterricht im Chemiesaal stattfinde, sagt Jeremia Göbel, zweiter Schülersprecher der Berufsoberschule. Grund: Manche Räume sind nicht mehr nutzbar, weil es durchs Dach hineinregnet. In den Zwischendecken einiger Räume hat sich Schimmel gebildet, bei Regen wird das Wasser mit Eimern aufgefangen. Heute werden die Schüler für eine baldige Sanierung auf die Straße gehen. Ab 15 Uhr startet eine Demo am Moritzplatz. "Die Schülerinnen und Schüler Augsburgs haben die Nicht-Unterstützung der Stadt satt“, heißt es im Demo-Aufruf.

Die Schüler wollen die Situation nicht mehr länger hinnehmen, sie gehen heute auf die Straße. Auch die Stadt weiß, dass dringend etwas geschehen muss.
Bild: Bernd Hohlen

Dass die Schule eine Sanierung nötig hat, ist schon seit Jahren ein Thema. Allerdings spitzte sich die Situation zu. Erst sollte es nur eine Brandschutzsanierung für 14 Millionen Euro geben. Die Stadt probierte mit verschiedenen Lösungen herum. Ein Grund war, dass die Planer davon überrascht wurden, dass Baupläne und Realität voneinander abwichen, was sich erst beim Öffnen von Decken und Wänden zeigte. Das kostete Zeit.

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Die Schäden in der Schulen wurden immer größer

Parallel wurden immer deutlichere Schäden am Gebäude erkennbar. Als man 2012 mit den Untersuchungen begann, sei die Situation noch nicht so problematisch gewesen, sagt Hochbauamtsleiter Günther Billenstein. Das Geld aus der ersten Tranche des 100-Millionen-Euro-Sanierungspakets von Stadt und Freistaat floss in andere Maßnahmen, etwa die Brandschutzsanierung des Berufsschulzentrums.

Inzwischen ist aus Sicht der Stadt klar, dass an FOS, BOS und RWS nur eine Generalsanierung hilft. "Wir brauchen nicht für den Brandschutz am Innenleben herumzubauen, wenn es beim Dach hineinregnet“, so Merkle. Auch die Betonfassade ist erneuerungsbedürftig, teils platzen kleinere Teile ab. Merkle spricht von einem "katastrophalen Zustand“, einer "Vielzahl an baulichen Mängeln“ und dem "Grenzbereich des Zumutbaren“.

Die Stadt hat im vergangenen Jahr Förderanträge bei der Regierung von Schwaben eingereicht. Als Sofortmaßnahme ist ein Dachdecker unterwegs, der versucht, undichte Stellen zu finden. Ab November will die Stadt zudem mehrere bis zu 21 Meter breite Notdächer auf das Gebäude stellen, um den Wassereintritt zu stoppen. Allein deren Kauf würde 1,3 Millionen Euro kosten.

Nutzfläche soll um ein Drittel steigen, ohne dass neu angebaut wird

Parallel zu den Sanierungsplänen wird auch darüber nachgedacht, die Schule innen insgesamt neu zu konzeptionieren. Eine Besonderheit des Schulzentrums sind die recht großzügig bemessenen Flure und die zentrale "Schulstraße“ im Mittelgebäude. Sie sollen verschmälert und für zusätzliche Räume genutzt werden. Die Nutzfläche soll insgesamt um ein Drittel steigen, ohne dass neu angebaut wird. Hintergrund ist, dass die Schule sich ein Raumkonzept mit zusätzlichen Gruppenarbeitsräumen wünscht. "Wir haben einen neuen Lehrplan, der kompetenz- und handlungsorientiert ist“, so FOS/BOS-Schulleiter Oliver Laqua. Dies mache Gruppenarbeitsräume erforderlich.

Um eine Sanierung hinzubekommen, will die Stadt Augsburg ein oder zwei provisorische Ausweichgebäude im Eingangsbereich und möglicheweise in einer Reihe des Parkplatzes errichten. So soll die Sanierung größerer Abschnitte möglich werden. Unklar ist aber noch, in wie vielen Abschnitten die Sanierung laufen wird. Je nachdem, wie viel Geld die Stadt aufbringen kann, soll sie zwischen drei und sechs Jahren dauern. Je schneller gebaut wird, desto günstiger wird die Maßnahme unterm Strich. Für die Variante, die sechs Jahre dauert, wären statt 75 Millionen Euro schon 83 Millionen Euro angesagt. Der Bereich der Turnhalle ist dabei noch nicht mit eingerechnet. 

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09.03.2018

Es ist mit öffentlichen Gebäuden immer das Selbe. Erst werden Kostenschätzungen und Machbarkeitsstudien über Jahre angefertigt. Wenn dann endlich die Entscheidung zur Umsetzung fällt, wird weiter herumgeplant.
Steht das KOnzept und die Planung treten die Sparkommisare in Aktion und es wird am Konzept herumgespart um die Kosten zu senken. Das was herausgespart wurde, wird während der Bauphase nachträglich wieder als notwendig angesehen. Am Schluß ist dann die Verwunderung groß wenn die Baukosten überschritten werden.
Wenn dann die Baumaßnahme mit großem Pomp abgeschlossen wiurde und sich die Promilenz gefeiert hat wird am laufenden Unterhalt geknausert. Nach jahrzehnten des knausern am Unterhalt ist dann die Verwunderung groß wenn das Bauwerk marode geworden ist und die Sanierungskosten die Kosten für einen Neubau überschreiten.
Gehen die Damen und Herren Würdenträger mit ihrem Eigentum auch so um?
Ich gewinne immer mehr den Eindruck, dass unsere Entscheidungsträger vor Beginn ihrer Sitzungen das Hirn ausschalten. Gedacht wird nur von Wahltermin zu Wahltermin.

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09.03.2018

Wen interessieren denn Schulen? Wo es doch so viel wichtigeres gibt, Theatersanierungen zum Beispiel, was könnte für die Kosten dieses Vorhaben nicht alles an Schulen gemacht werden....

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09.03.2018

Ihr Kommentar macht keinen Sinn! Zuerst sprechen Sie über die Wichtigkeit von Theatersanierungen sprechen und anschließend überlegen was man mit dem Geld an Schulen alles machen könnte?

Schulen zu sanieren ist wichtiger denn je! Die Motivation der Schüler bleibt stetig weit unten, wenn man jeden Tag aufs Neue in ein marodes Schulgebäude muss und dort mind. 5 Stunden unterrichtet wird. Wenn Schüler keine angenehme Atmosphäre bei ihrer Bildung genießen dürfen, wird es nie so weit kommen, dass diese freiwillig je einen Fuß in ein Theater setzten würden.

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09.03.2018

Sehr geehrter Herr W.,
wenn sie Probleme haben Satire zu erkennen, dann macht Ihr Post eventuell Sinn.
Sollten Sie jedoch mit dem Begriff Satire vertraut sein, dann wage ich es Sie zu zitieren:
Ihr Kommentar macht keinen Sinn!
Und extra für Sie zum besseren Verständnis (aus dem Google-Wörterbuch, kommt als erstes wenn man den Begriff Satire sucht):
...eine Kunstgattung, die durch Spott, Ironie und Übertreibung bestimmte Personen, Anschauungen, Ereignisse oder Zustände kritisieren oder verächtlich machen will...

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