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Autoverkehr: Grenzen des Wachstums in Augsburg sind erreicht

Kommentar Von Stefan Krog
30.01.2021

Plus Die Augsburger Autofahrer sind unzufrieden. Doch neue Straßen und Parkplätze wären der falsche Weg.

Die Umfrageergebnisse des ADAC, die besonders bei Autofahrern Unzufriedenheit festgestellt haben, lassen Schlussfolgerungen in zwei Richtungen zu: Man muss die Lage für Autofahrer verbessern, indem man mehr Parkplätze schafft und Parkgebühren senkt. Das wäre wohl die Schlussfolgerung in den 1970er-Jahren gewesen.

In manchen Straßen in Augsburg gibt es mehr Autos als Stellplätze

Die andere mögliche Schlussfolgerung ist die, dass man als Stadtregierung für weniger Autos und Autoverkehr sorgt und die verbleibende Menge so besser abgewickelt bekommt. Im Grunde ist die zweite Schlussfolgerung heute unausweichlich. Wenn der Parkplatzmangel (es ging ums gesamte Stadtgebiet, nicht nur um die Innenstadt) als eines der größten Probleme gesehen wird, dann sind Grenzen des Wachstums erreicht. Denn wenn nicht an den Straßenrand, wo sollen Autos in den Wohnvierteln denn sonst hin? Im Grunde geht es jetzt nur noch um die Frage des Wie innerhalb der Regierungskoalition: Stärkt die Stadt Alternativen zum Auto und hofft auf den freiwilligen Umstieg (die grobe Marschrichtung der CSU) oder macht man den Autoverkehr nicht auch gezielt ein Stück unattraktiver (die Marschrichtung der Grünen)?

 

Corona ist ein unfreiwilliger Testfall

Corona hat einen unfreiwilligen Testfall geschaffen, auf den alle gerne verzichtet hätten. Aber es ist in den Lockdowns ersichtlich geworden, dass schon zehn Prozent weniger Autoverkehr dafür sorgen, dass sich die Staulage entspannt. Diese Reduktion dauerhaft beizubehalten (nicht durch Lockdown und Rezession, sondern durch Verhaltensänderung) wäre ein phänomenaler Erfolg. Es geht beim Verkehr nie um Alles-oder-Nichts-Lösungen.

Lesen Sie dazu den Artikel: Verkehr: Autofahrer sind in Augsburg am unzufriedensten

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Die Diskussion ist geschlossen.

31.01.2021

>> Denn wenn nicht an den Straßenrand, wo sollen Autos in den Wohnvierteln denn sonst hin? <<

Das Thema ist ganz einfach lösbar, entweder über eine Vervielfachung der KFZ-Steuer bei Zulassung ohne Stellplatznachweis oder ganz hart auf die japanische Tour:

http://www.kreitlein.de/reiseblog/2017/05/02/japan-kein-parkplatz-kein-auto/

Das Problem ist einzig und allein ein Problem der Bürger der Stadt Augsburg - auf dem Land lacht man nur über diese fragwürdige Grundeinstellung bei Knappheit vom Staat einen kostenlosen Stellplatz auf öffentlichen Straßen haben zu wollen.

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31.01.2021

Ich empfehle das bauen von Anwohnerparkhäusern wo es möglich ist.

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31.01.2021

Klar doch, Verknappung durch Verteuerung ist immer die richtige Strategie um ein Allgemeingut zum Privileg einer reichen Oberschicht zu machen. Elektromobilität z.B.: Der grüne Parteifunktionär fährt in seinem schicken Tesla an seinen Wählern in der überfüllten elektrischen Straßenbahn vorbei.
Die bessere Alternative zu Strafsteuern wäre, im Grundbuch verankertes autofreies Wohnen preiswerter zu machen anstatt Investoren zum Bau von Tiefgaragen zu zwingen.

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31.01.2021

>> Die bessere Alternative zu Strafsteuern wäre, im Grundbuch verankertes autofreies Wohnen preiswerter zu machen ... <<

Dann gehört der 3er BMW eben dem Cousin...

Und dem Mieter kann man mit dem Grundbuch erst recht nicht seine Grundrechte nehmen.

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