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17.09.2010

Baulöwe will Banker werden

Baulöwe will Banker werden

Neues von Ignaz Walter: Der bekannte Augsburger Unternehmer, der Banken die Schuld am Zusammenbruch seines Konzerns Walter Bau gibt, will jetzt selbst eine Bank gründen. Er kündigt die Gründung eines "mittelstandsorientierten Bankinstituts für selbstständige Unternehmer" an.

Nachzulesen ist dies in einer 87-seitigen Broschüre, die erst jüngst in edlem Rahmen auslag: anlässlich eines Sommerfestes, das Walter auf seinem Anwesen in Siebenbrunn gegeben hat. In dem Heft, das eine Zusammenfassung von Walters Sicht der Dinge im Internet darstellt, hat der Unternehmer der Bank bereits einen Namen gegeben: "Galaxi-Kapital".

Getragen werden soll das Institut offenbar von einer Galaxi-Kapital AG, die bereits ins Handelsregister eingetragen ist. Ziel des Unternehmens sei es, "Handwerker, Freischaffende und Mittelständler aus dem Würgegriff einiger Banken" zu befreien.

Ignaz Walter selbst war die ganze Woche über nicht für eine Stellungnahme zu sprechen. Der 1936 geborene ehemalige Konzernlenker gibt Banken die Schuld am Zusammenbruch seines Baukonzerns, der im Februar 2005 wegen eines Finanzierungslochs von 200 Millionen Euro in die Insolvenz schlitterte.

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Die Kreditinstitute wiederum sehen die Ursache in einer verfehlten Geschäftspolitik des Konzerngründers. Die spektakuläre Pleite trieb zahlreiche Handwerker in den Ruin, kostete über 2000 Menschen den Job und zog einen Rattenschwanz von Gerichtsverfahren nach sich.

Heute ist Walter, der nach eigenen Angaben Ferienhäuser bei Davos (Schweiz) und Monaco besitzt, im Immobiliengeschäft tätig. Erst vor zwei Jahren kaufte er die Firmenzentrale von Walter Bau zurück.

Die Walter-Hauptverwaltung gegenüber dem ebenfalls dem Unternehmer gehörenden Glaspalast war von der Bayerischen Landesbank lange wie "saures Bier" angeboten worden.

Ignaz Walter kaufte den 20 000 Quadratmeter fassenden Gebäudekomplex mit einem geschätzten Verkehrswert von 14,5 Millionen Euro für 8,25 Millionen Euro. Der Bau hatte einst umgerechnet 28 Millionen Euro gekostet.

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