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Curt-Frenzel-Stadion

20.11.2014

Baupfusch im Eisstadion: Architekten müssen Schadensersatz zahlen

Im Prozess um den misslungenen Umbau des Curt-Frenzel-Stadions hat das Augsburger Landgericht die Architekten heute zu Schadensersatz verurteilt.
Bild: Silvio Wyszengrad/Archiv

Im Prozess um den misslungenen Umbau des Curt-Frenzel-Stadions hat das Augsburger Landgericht die verantwortlichen Architekten heute zu Schadensersatz verurteilt.

Die Empörung der Eishockeyfans war groß nach dem Umbau des Curt-Frenzel-Stadions vor vier Jahren. Denn die Sicht auf die Eisfläche war miserabel. Der Fehler ist zwar längst korrigiert, die Tribünen wurden noch einmal gebaut. Doch jetzt ging es darum, wer für die Kosten aufzukommen hat.

Die Stadt machte das Architekturbüro Hermann + Öttl für das teure Tribünendesaster verantwortlich und klagte vor dem Landgericht Augsburg auf Schadenersatz.

Konkret forderte die Stadt 1,1 Millionen Euro, die für Abriss und Neubau der Tribünen angefallen sind. Außerdem wollte die Stadt erreichen, dass die Architekten für Kosten aufkommen, die sich erst im Nachhinein beziffern lassen – darunter fallen unter anderem Verzögerungen bei der Umsetzung des Projekts.

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Nach gut einjährigem Prozess fiel heute vor dem Landgericht Augsburg das Urteil. Und die Richter entschieden: Die Klage der Stadt Augsburg war berechtigt. Die Architekten wurden dazu verurteilt, Schadensersatz zu zahlen. Auch für mögliche Folgekosten müssten die verantwortlichen Architekten aufkommen, stellten die Richter fest.

Sie betonten dabei auch, dass die Stadt Augsburg an dem Baupfusch keine Schuld treffe. Sie hätte sich auf das Fachwissen der Architekten verlassen dürfen. Diese wiederum hätten die geltenden Standards nicht eingehalten.

Wie hoch der Schadensersatz ist, ließ die Kammer zunächst offen. Dies müsse in einem weiteren Verfahren geprüft werden. Ob, wie geschehen, die Tribünen komplett abgerissen werden mussten, wollte die Baukammer unter Vorsitz von Hans-Peter Glas ebenfalls nicht entscheiden. Dabei handle es sich um eine Frage der Höhe des Schadensersatzes, die eben erst zu einem späteren Zeitpunkt geklärt wird.

Zu Ende dürfte der juristische Streit mit dem Urteil ohnehin nicht sein. Vermutlich wird sich nun die nächste Instanz, das Oberlandesgericht, damit befassen müssen. Die Architekten können gegen das Urteil in Berufung gehen. bo/skro

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