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Serie - Neu am Theater

21.11.2017

Beim „Arabischen Tanz“ funkte es

„Es ist ein großes Glück, die Leidenschaft für einen gemeinsamen Beruf zu teilen“, sagen Nikolaos und Jiwon Doede. Derzeit stehen sie im Ballett „Schwanensee“ als König und Odette auf der Bühne.
Bild: Siegfried Kerpf

Wenn Jiwon Kim Doede und Nikolaos Doede gemeinsam auf der Bühne stehen, herrscht ein tiefes Verständnis, aber es kann auch schwierig werden.

Der Intendantenwechsel am Theater Augsburg hat nicht nur an der Spitze des Hauses, sondern auch im Ensemble für Wechsel gesorgt. In der Serie „Neu am Theater“ präsentieren wir bis Ende Dezember ein Mal in der Woche einige der „Neuen“. Diesmal das Tänzerpaar Jiwon Kim Doede und Nikolaos Doede.

Jiwon Kim Doede und Nikolaos Doede sind ein eingespieltes Paar – auf der Bühne und im Leben. Im Ballett „Schwanensee“ stehen sie derzeit als Odile und als König auf der Bühne des Martiniparks. Die Südkoreanerin und der Kalifornier lernten sich 2011 kennen, als sie beide am Theater in Kiel engagiert waren. Im „Nussknacker“ tanzten sie zusammen den Arabischen Tanz und für Jiwon stand damals sofort fest: „Den Mann werde ich heiraten“. Doch dann folgte sie dem Angebot Robert Conns ans Augsburger Theater. Genau genommen ist Jiwon Kim Doede also keine „Neue“ am Theater, sondern eine Rückkehrerin. Zwei Spielzeiten begeisterte sie ab 2013 das Augsburger Publikum mit ihrer Anmut und Eleganz, war unter anderem als Julia in Young Soon Hues umjubeltem Ballett „Romeo und Julia“ zu sehen. Der Choreografin, die ebenfalls aus Südkorea stammt, haben es Jiwon und Nikolaos letztendlich auch zu verdanken, dass sie seit mehreren Jahren ein Engagement am gleichen Theater haben, zuerst in Hagen und nun in Augsburg. Denn sie machte Ricardo Fernando, ehemals Ballettdirektor in Hagen und nun in Augsburg, auf die damals noch getrennt lebenden Tänzer aufmerksam. „Es gibt da ein Paar, das solltest Du Dir mal anschauen“, erinnert sich Fernando gut an die Worte Hues. Und auch daran erinnert er sich noch genau: „Sie waren beide so gut, dass ich sie unbedingt in meiner Compagnie haben wollte – nicht, weil sie ein Paar waren, sondern weil jeder für sich allein so überzeugend ist.“ Und das ist auch der Grund, warum er sie nun aus Hagen mit nach Augsburg gebracht hat.

Für Jiwon und Nikolaos endete damals die Zeit, in der einer von ihnen sich in den Zug setzte, wenn einige Tage ohne Vorstellung, Proben oder Training in Aussicht standen. Immer wieder standen sie fortan auch als Paar auf der Bühne. „Das Verständnis für den Partner ist ein anderes, es ist tiefer und ernsthafter als bei anderen“, charakterisiert Nikolaos Doede diese Zusammenarbeit. „Es ist ein großes Glück, die Leidenschaft für einen gemeinsamen Beruf zu teilen“, sagt Nikolaos Doede, der Deutsch spricht.

Der 27-Jährige studierte drei Jahre an der Ballettschule des Hamburger Balletts und tanzte währenddessen schon auf der Bühne der Oper in der Hansestadt. Begonnen hatte er seine Ausbildung in seiner Heimatstadt Los Angeles. Mit sechs Jahren begann er mit dem ersten Unterricht. „Meine Mutter und meine Schwester waren Tänzerinnen, ich bin also mit Ballett aufgewachsen“, erzählt der junge Mann und lacht: „Mir blieb gar nichts anderes übrig, als Tänzer zu werden.“ In seine Heimat zieht es ihn derzeit nicht zurück, denn das hieße, die guten Bedingungen, die er in den subventionierten Theatern Deutschlands vorfindet, aufzugeben. „In USA arbeitet man manchmal fünf Monate im Jahr und die restlichen sieben ist man auf der Suche nach einem neuen Engagement.“

Seine Frau absolvierte die Ausbildung zur klassischen Tänzerin in ihrer südkoreanischen Heimat, tanzte in der Compagnie des koreanischen Staatsballetts, bevor sie nach Europa kam und Solistin im Ensemble des Kieler Theaters wurde. Das Glück, dass sie nun gemeinsam mit ihrem Mann an die alte Wirkungsstätte zurückkehren konnte, ist ihr anzusehen. Aber sie weiß auch, dass die große Nähe im Beruf und im Leben, die Verschränkung der beiden Bereiche, schwierig sein kann. „Man erwartet mehr voneinander als von anderen Tanzpartnern, weil man sich so gut kennt“, hat sie festgestellt. In Hagen tanzten sie gerade im vergangenen Jahr in vielen gemeinsamen Stücken. „Da gab es viele Diskussionen, die sich zu Hause fortgesetzt haben“.

Ricardo Fernandos Choreografie „Six Breaths“ ist eine dieser Produktionen, in denen das Paar in Hagen gemeinsam auf der Bühne stand. Auch in Augsburg wird es zu sehen sein, am Ballettabend „Dimensions of Dance“, der im April Premiere hat. Ob dann auch Jiwon Kim Doede und Nikolaos Doede tanzen, steht noch nicht fest. Die Diskussionen darüber, wie die Rollen zu interpretieren sind, hätten sie dann aber schon hinter sich.

Aufführung von „Schwanensee“ am 24. und 26. November im Martinipark

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