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Augsburg

09.07.2019

Betreiber der "Kichererbse" hat einen neuen Standort gefunden

Majed Al Naser ist erleichtert. Ende August muss er seine seinen Falafelladen „Kichererbse“ am Judenberg schließen. Doch nun geht es in der Fußgängerzone weiter.
Bild: Michael Hochgemuth

Nach 21 Jahren muss der Falafel-Imbiss am Judenberg Ende August schließen. Doch nun gibt es für Betreiber Al Naser ein glückliches Ende.

So ganz glauben kann er es noch nicht. Majed Al Naser, der seit 21 Jahren den Falafelladen „Kichererbse“ am Judenberg betreibt, hat einen neuen Standort für sein Geschäft gefunden. Vergangenen Freitag hat der gebürtige Syrer, dessen Imbiss bei vielen Augsburgern beliebt ist, den Vertrag unterschrieben. Dabei sah vor wenigen Monaten seine Situation düster aus.

Für Majed Al Naser kam es einer Katastrophe gleich, als ihm die Hauseigentümer im März kündigten. Über 20 Jahre schon verkauft der Mann mit dem spitzen Bärtchen an dem gepflasterten Berg, der in die Altstadt führt, seine in Papier gewickelten Falafel. Bei vielen Augsburgern hat die „Kichererbse“ Kultstatus.

Freunde setzten sich für Augsburger Kichererbsen-Betreiber ein

Blogger und Bewertungsportale empfehlen im Internet den Imbiss mit seinem etwas eigenwilligen Betreiber. Umso größer war bei Stammkunden das Bedauern über die Nachricht, dass die Kichererbse am Judenberg Ende August schließen muss. Sogar die Wirtschaftsförderung der Stadt interessierte sich für den Fall.

Gerade so besondere Orte wie die Kichererbse würden eine Innenstadt attraktiv machen, befand Bürgermeisterin Eva Weber, die sich dort selbst schon Falafel geholt hatte. Freunde und Bekannte setzten sich für Majed Al Naser ein, den vorübergehend der Mut verlassen hatte. So kam es zu der für ihn erfreulichen Wendung. Al Naser zieht mit seiner „Kichererbse“ in die Annastraße. Dort wird er den kleinen Laden am Anfang der Fußgängerzone – vom Königsplatz aus gesehen – übernehmen, in dem derzeit noch Baumstriezel verkauft werden. Jetzt kann er sein Glück noch gar nicht richtig fassen.

"Kichererbse" zieht um: Die Annastraße finden die Kunden wohl leichter

„Ich bin sehr erleichtert. Und die Annastraße ist irgendwie auch noch Altstadt“, meint der Fan des Lechviertels. Sein neues Geschäft sei nicht viel größer als die alte „Kichererbse“. Dennoch habe er darin mehr Platz, um zu kochen. Denn im Laden gebe es keine Bestuhlung. Dafür kann er im überdachten Hauseingang nebenan Tische aufstellen. Al Naser bereitet die Falafel nach einem alten Rezept seiner Mutter aus Damaskus zu. In das Kichererbsenpüree kommen neben Gewürzen auch Frühlingszwiebeln, Koriander, Petersilie und Zitrone hinein. Dem Syrer ist durchaus bewusst, dass in der frequentierten Annastraße mehr Arbeit auf ihn zukommen könnte.

„Viele haben mich am Judenberg nicht gefunden. Da ist die Annastraße natürlich besser.“ Wahrscheinlich werde er sich Unterstützung in seinen Imbiss holen müssen. „Alleine werde ich das nicht mehr schaffen“, vermutet er. Seine Stammkunden freuen sich jedenfalls, dass es mit der Kichererbse künftig weitergeht.

Bis Ende August ist die "Kichererbse" noch am Judenberg zu finden

„Ich finde das super. Er macht einfach die besten Falafel in der Stadt“, sagt etwa Rüdiger Nauert (27), der sich einmal die Woche bei Al Naser seinen Mittagsimbiss holt. „Ich freue mich, dass er etwas gefunden hat“, merkt eine weitere Kundin an.

Bis Ende August ist die Kichererbse noch am Judenberg zu finden. Al Naser plant, Anfang September dann in der Annastraße zu eröffnen. Aber wie gesagt, so ganz fassen kann er sein persönliches „Happy End“ noch nicht.

In unserem Podcast "Augsburg, meine Stadt" hören Sie, was Ladenschließungen bei den Besitzern auslösen – und was sie für eine Stadt wie Augsburg bedeuten:

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Die Diskussion ist geschlossen.

10.07.2019

... hat sich Frau Weber eigentlich auch so für die vielen anderen, weit länger sesshaften Geschäfte, die in der Altstadt haben schließen müssen (oder noch müssen), starkgemacht !?
Und ja - die Annastraße ist sogar nicht nur "irgendwie" Altstadt - sie ist "sowas von" Altstadt; sie war nämlich die Ausfallstraße durch das Gögginger Tor, als die Stadtmauer noch stand !

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