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01.07.2010

Blick hinter Hochzoller Hecken

Fünfzig Besucher kamen am Tag der offenen Gartentür in Georg Wiedemanns (links) Biotop, darunter auch Johanna und Herbert Luy.
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Fünfzig Besucher kamen am Tag der offenen Gartentür in Georg Wiedemanns (links) Biotop, darunter auch Johanna und Herbert Luy.

Hochzoll Wer dem Siebenschläfertag Glauben schenkt, darf sich die kommenden sieben Wochen auf schönes Wetter freuen. Wo können Sonnenanbeter dies entspannter genießen, als im eigenen Garten? Dem meist grünen Paradies waren am vergangenen Sonntag mit dem "Tag der offenen Gartentür" auch in Hochzoll mehrere Stunden gewidmet.

Drei Familien ließen Zaungäste an dem Ergebnis ihres grünen Daumens teilhaben. Mehr noch, sie luden, gemeinsam mit Hansjörg Vogelgsang, Vorsitzendem des Obst- und Gartenbauvereins Augsburg-Hochzoll, dazu ein, ihren Garten aus nächster Nähe zu beäugen.

Während im Ziergarten von Melitta und Georg Linder ein Pool auf dem akkurat gestutzten Rasen steht und bei Walter und Gitta Mayrock gehegte und gepflegte Blumen- und Gemüsebeete zu finden sind, erblickt der Besucher bei Familie Wiedemann den absoluten Kontrast dazu: tausend Quadratmeter Miniatur-Dschungel.

Wer durch den Wiedemann'schen Garten spaziert, entdeckt tatsächlich Natur pur: durch die Luft schwirrende Libellen, Frösche in den drei Teichen oder Weinbergschnecken, die gemächlich über Steine gleiten. "Nacktschnecken haben wir fast keine, dafür sechs verschiedene Hummelarten", erzählt Georg Wiedemann, während er sich mit seinen Gästen einen Weg durch das Dickicht bahnt. Ein enger Trampelpfad, an dem stellenweise Walderdbeeren zum Naschen verleiten, erleichtert das Durchkommen zwischen Pflanzen wie Frauenmantel, Blutströpfchen und Hufeisenklee. Sogar Schulklassen kommen in das verborgen liegende Biotop, um einheimische Pflanzen kennenzulernen.

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"Bei uns darf seit mehr als dreißig Jahren alles wachsen, wie es wachsen will", erklärt Wiedemann. Gemeingültig als Unkraut erklärte Pflanzen wie Brennnesseln inklusive. Ein Garten mit Sportrasen, umrahmt von Tujasträuchern und mittendrin womöglich einer Blautanne ist für ihn ein toter Garten. "Mein Garten lebt. Alles wächst und gedeiht", sagt der Hobbygärtner, der ungefähr zwei bis vier Stunden pro Woche in seiner Ruheoase aktiv ist. Sein Biotop mitten in der Stadt ist nicht auf Leistung angelegt, sondern bietet Lebensraum für Tiere und Pflanzen.

Interessant und lehrreich

Deshalb, und um das Grundwasser nicht zu beeinträchtigen, verzichtet der Naturfreund, der in seiner Freizeit weitere Biotope anlegt, auf Dünger und Spritzmittel. Besucherin Erika Meyer, die sich als totalen Naturapostel bezeichnet, ist fasziniert: "Ein unglaublich interessanter, lehrreicher Garten." Und was sagt die in der Natur Bewanderte zur Bauernregel zum Siebenschläfer? "Auf jeden Fall ist es nicht mehr so kalt und regnerisch."

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