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Augsburg

04.04.2019

Bürgerhaus Pfersee: Eine Werkstatt soll es richten

Die Freifläche zwischen Jugendhaus (links) und Bürgerhaus Pfersee soll zu einem guten Teil vom Erweiterungsbau eingenommen werden. Der Eingriff in dieses Areal zählt zu den Kritikpunkten an den Umbauplänen.
Bild: Annette Zoepf

Auch im Stadtrat fiel noch keine Entscheidung für den Umbau des Pferseer Begegnungszentrums. Jetzt sollen Interessierte bei den Plänen mitreden dürfen.

Die geplante Erweiterung des Bürgerhauses Pfersee entwickelt sich zu einem Dauerbrenner: Ursprünglich sollte der Stadtrat Ende Januar das Vorhaben auf den Weg bringen. Um die Kritiker – vor allem CSU-Ortsverband und Bürgeraktion Pfersee – ins Boot zu holen, kündigte Oberbürgermeister Gribl vor einer Entscheidung eine „erweiterte Bürgerbeteiligung“ an. Am Ende dieser Veranstaltung herrschte nur bei dem Punkt Barrierefreiheit Konsens, ansonsten schienen die Gräben zwischen Befürwortern und Gegnern tiefer denn je.

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Aus diesem Grund traf der Sozialausschuss, der kurz darauf tagte, auch keine Entscheidung. Sozialreferent Stefan Kiefer schlug vielmehr vor, bis zum nächsten Stadtrat eine abgespeckte Variante der Bürgerhaus-Erweiterung zu präsentieren. Die Fraktionen befassten sich damit, Vertreter der Bürgeraktion und der CSU Pfersee trafen sich mit Kiefer.

Bürgerhaus-Werkstatt am 15. und 17. April

Im Stadtrat Ende März wurde das Thema dann aber, wie kurz berichtet, nochmals von der Tagesordnung genommen. Vor einer endgültigen Entscheidung sollen bei einer Werkstatt Bürger Gelegenheit bekommen, ihre Vorstellungen hinsichtlich der Lage, der Größe und der Raumnutzungen einfließen zu lassen. Auch um die Gestaltung der Außenanlagen soll es dabei gehen, haben doch die Kritiker bei den ursprünglichen Planungen vor allem die Eingriffe in die Grünfläche kritisiert. Die Termine: Montag und Mittwoch, 15. und 17. April, jeweils um 18 Uhr im Bürgerhaus Pfersee.

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Kiefer will das Projekt "nicht gefährden"

Er habe sich darauf eingestellt, dass von politischer Seite die Grünen und die CSU an einer Bürgerwerkstatt festhalten, sagt Kiefer. „Für die Außenanlagen hatte ich eine solche Werkstatt ja auch im Ausschuss ausdrücklich angeboten. Für das Gebäude wirft sie uns im Zeitplan wieder zurück.“ Der Sozialbürgermeister sagt auch, er habe sich auf dieses Vorgehen letztendlich eingelassen, um „das für den Stadtteil wichtige Projekt nicht zu gefährden“. Der Abgabetermin für den Förderantrag sei in Absprache mit der Regierung von Schwaben von Ende März auf Juni verschoben worden.

An der grundsätzlichen Fortentwicklung des Bürgerhauses mit dem Schwerpunkt Familie will Kiefer allerdings festhalten, um die zugesagten Fördermittel aus dem Bund-Länder-Programm „Soziale Integration im Quartier“ nicht in den Wind schreiben zu müssen. So sollen eine Großtagespflege für bis zu zehn Kinder und ein Familienstützpunkt auch in der abgespeckten Variante Platz finden. Verzichtet werden soll auf die ebenfalls vorgesehene Erziehungsberatungsstelle der Arbeiterwohlfahrt, die am bisherigen Standort in der Innenstadt bleiben kann.

Bürgeraktion will "deutlich flächensparendes Konzept"

Dietmar Egger, Vorsitzender der Bürgeraktion, ist mit der Entwicklung der Dinge sehr zufrieden. „Es scheint sich gelohnt zu haben, sich hinter die Thematik zu klemmen.“ In der Bürgerwerkstatt werde er sich für ein „deutlich flächensparenderes Konzept“ starkmachen. Ziel müsse es sein, einen Großteil der Räume multifunktional zu nutzen. Denkbar wäre es auch, beim Erweiterungsbau das Obergeschoss über das Erdgeschoss hinausragen zu lassen. „Dann hätten wir unten mehr Freifläche zur Verfügung“, sagt Egger, der von Beruf Architekt ist.

Die Freifläche am Bürgerhaus solle durch die Erweiterung geringstmöglich bebaut werden. „Dieses Areal wird sehr intensiv genutzt, etwa bei Festen.“ Bei einer Verlagerung der Veranstaltungen weiter in den Schlösslepark hinein käme es zu Nutzungskonflikten, ist der Vorsitzende der Bürgeraktion überzeugt.

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