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Augsburg

18.07.2019

Das Augsburger Friedensfest 2019 strahlt in die Stadtteile aus

Im Vorjahr feierte die Kleine Friedenstafel im Bärenkeller Premiere. Wegen des Regens wurde sie in den Pfarrsaal verlegt. Am 28. Juli gibt es die zweite Auflage – bei trockenem Wetter auf dem Bürgerplatz.
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Im Vorjahr feierte die Kleine Friedenstafel im Bärenkeller Premiere. Wegen des Regens wurde sie in den Pfarrsaal verlegt. Am 28. Juli gibt es die zweite Auflage – bei trockenem Wetter auf dem Bürgerplatz.
Bild: Annette Zoepf

Das Programm rund um das Augsburger Friedensfest am 8. August zieht immer weitere Kreise. Wie sich Kriegshaber und Oberhausen etwa daran beteiligen.

Für den dunkelhäutigen Jungen bedeutet Freiheit „ohne Rassismus“. Ein anderer junger Mann beschreibt Freiheit mit dem Satz „wenn du alles hast, was du brauchst“. Ein Mädchen hat den Satz „Freiheit ist ...“ mit dem Wort „schön“ beendet. Diese und noch einige mehr Fotografien sind im Programmheft zum Augsburger Friedensfest zu sehen. Die „Models“ kommen aus dem Jugendhaus R33 in Kriegshaber. Und sie haben das Motto Freiheit, das sich durch die aktuellen Veranstaltungen rund um den städtischen Exklusiv-Feiertag am 8. August zieht, plakativ umgesetzt.

„Eigentlich wollten wir mit den Fotos nur für unsere Veranstaltung werben“, sagt Jugendhaus-Mitarbeiterin Judith Erdle. Doch dann hätten die Bilder im Friedensbüro so viel Anklang gefunden, dass sie einen Teil der 160 Seiten starken Broschüre illustrieren.

Augsburg: Friedensprogramm auf dem Jugendspielplatz

Die Idee, sich am Friedensfest zu beteiligen, ist im Jugendhaus selbst entstanden. Herausgekommen ist neben den Fotos die viertägige Aktion „Peace out“, die vom 24. bis 27. Juli auf dem neuen Jugendspielplatz im Reesepark stattfindet. An den vier Tagen wollen die Juze-Besucher mit ihren (jungen) Gästen über Themen wie Rassismus und Freizügigkeit im Netz diskutieren. Gemeinsam mit der Polizei widmen sie sich dem Thema „Freiheit versus Recht“. Und am letzten Schultag (26. Juli) geben sie sich der „Freiheit, nichts zu tun“ hin.

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Christiane Lembert-Dobler, die Leiterin des städtischen Friedensbüros, freut sich sehr über Initiativen wie die in Kriegshaber. Es sei ihr wichtig, dass sich die Friedensfestaktivitäten nicht nur in der Innenstadt bündeln, sondern auch in die Stadtteile ausstrahlen.


Bei Oberhausen ist ihr das bereits gelungen. Der Stadtteil ist in diesem Jahr noch stärker beim Friedensfestprogramm präsent als bisher. So wird im Vorfeld der Friedenstafel auf dem Helmut-Haller-Platz (diesmal am 4. August) eine öffentliche Baustelle eingerichtet. Für Jan Weber-Ebnet vom Quartiersmanagement und Janina Hentschel von der städtischen Konfliktprävention ist das BauKulturCamp ein weiterer Mosaikstein, um „das Image des Platzes und des Stadtteils zu verbessern“.

Bauen ist dabei auch wörtlich gemeint. Laut Weber-Ebnet sollen die Teilnehmer – ob Studenten, Handwerker oder Rentner – gemeinsam Hocker aus Holz gestalten. Die Möbel könnten anschließend gegen eine Spende abgegeben und/oder bei der Oberhauser Friedenstafel als Sitzgelegenheit zum Einsatz kommen.

Friedensfest 2019: Theater am Helmut-Haller-Platz

Weil auch Handwerker mal ausschnaufen müssen, gibt es zum Auftakt des BauKulturCamps am Donnerstag eine Theaterperformance am Nachtausgang des Bahnhofsgebäudes sowie am Freitagabend eine öffentliche Kochaktion mit gemeinsamem Essen.

Weber-Ebnet und Hentschel spüren bereits einen gewissen Veränderungsprozess in Oberhausen. So habe sich die Selbstwahrnehmung der Bürger zum Positiven verändert. Im Vergleich zu den Vorjahren gebe es auch weniger Beschwerden über Vorkommnisse auf dem Platz. Auch wenn mit Aktionen wie dem Festival „Sommer am Kiez“, der Friedenstafel oder dem BauKunstCamp die Süchtigenszene aus dem Rampenlicht genommen werden solle, wollen die Akteure diesen Personenkreis bei den Veranstaltungen ausdrücklich einbeziehen. „Wir sind bei der Kochaktion vor Ort“, sagen Kati Wimmer und Carina Huber. Die beiden kümmern sich im nahe gelegenen Süchtigentreff Betreff und direkt auf dem Helmut-Haller-Platz um Menschen mit Alkohol- und Drogenproblemen.

In einem Forschungsprojekt nahm der Soziologe Alexander Jungmann mit seinen Studenten schon einmal den Platz vor dem Bahnhof unter die Lupe. Im Rahmen des Programms zum Friedensfest kommt er am Freitag, 2. August, nochmals nach Oberhausen – und zwar zu einem Gartengespräch im Gemeindezentrum St. Johannes. Er leitet eine Podiumsdiskussion zum Thema Wohnen in Oberhausen (Beginn um 18 Uhr). Im ersten Teil ab 16 Uhr können die Oberhauser berichten, wie es sich in ihrem Stadtteil lebt und ob Veränderungen wahrnehmbar sind.

Kleine Friedenstafel im Bärenkeller

Mit seinem Siedlungscharakter unterscheidet sich der benachbarte Bärenkeller deutlich von Oberhausen. Es gibt aber etliche Gemeinsamkeiten – neben der Pfarreiengemeinschaft auch eine Kleine Friedenstafel. Nach der Premiere im vergangenen Jahr werden unter der Regie der Aktionsgemeinschaft Pro Bärenkeller am Sonntag, 28. Juli, um 11.30 Uhr wieder die Tische auf dem Bürgerplatz gedeckt. Christiane Lembert-Dobler plant an diesem Tag einen Abstecher in den Bärenkeller, um sich persönlich ein Bild vom Friedensfestengagement vor Ort zu machen. Gerne würde sie künftig noch weitere Stadtteile für Friedenstafeln und andere Aktionen ins Boot holen. Spontan fällt ihr als Veranstaltungsort der neu gestaltete Zwölf-Apostel-Platz in Hochzoll-Süd ein.

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