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05.04.2017

Das Elend hat ein Ende

Das Gebäude in der Annastraße in Ichenhausen, das von einer Filiale des Discounters Sky genutzt wurde, steht seit Jahren leer.
Bild: Bernhard Weizenegger

Städtebau Privatleute haben das Sky-Areal in Ichenhausen gekauft. Sie wollen dort eine Steuerkanzlei und Mietwohnungen bauen. Das Projekt auf der lange brachliegenden Fläche wird größer als ursprünglich gedacht

Ichenhausen Seit etwas mehr als acht Jahren liegt das Sky-Areal mitten in Ichenhausen in einem wenig romantischen Dornröschenschlaf. Der soll bald beendet sein und das mittlerweile ziemlich desolat wirkende frühere Supermarktgebäude auf dem oft vermüllten Platz, wo auch schon Autowracks zu bewundern waren, soll ein attraktives Gesicht bekommen. Der Stadtrat hat in nichtöffentlicher Sitzung die Kaufanfrage für circa 3800 von insgesamt mehr als 5000 Quadratmetern genehmigt.

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Geht es nach den Käufern, dem Ichenhauser Ehepaar Christian und Kerstin Gorzitze und einem mit ihnen befreundeten Ichenhauser, dann sollen schon in den nächsten Tagen die Abbruchbagger auffahren und das seit Januar 2009 brachliegende Supermarktgebäude abreißen. Die Abbruchanzeige liege der Stadt schon vor, sagt Bürgermeister Robert Strobel, der Bauantrag sei im Landratsamt.

Geplant sind insgesamt vier sich ähnelnde Flachdachgebäude, drei davon dreigeschossig, eins zweigeschossig. Mietwohnungen und die Steuerkanzlei von Gorzitze sollen dort unterkommen, sagt Strobel, den Bau von mindestens zwölf Mietwohnungen habe die Stadt zur Bedingung gemacht, die Größe der Wohnungen allerdings nicht festgelegt. Zudem müssen auf Wunsch der Stadt drei der Häuser innerhalb von drei Jahren gebaut werden.

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Circa 45 der öffentlichen Parkplätze auf dem ehemaligen Sky-Areal behält die Stadt in ihrem Eigentum und erhält sie weiter als Parkplätze. Ebenso bleibt der von Bürgermeister Strobel als „Gässele“ bezeichnete Weg im Osten Richtung Schule erhalten. Die Treppe, die das Sky-Areal mit der benachbarten Raiffeisenbank verbindet, solle im Prinzip ebenfalls erhalten bleiben, müsse aber voraussichtlich ein Stück westwärts versetzt werden, sagt Strobel, „ich bin im Gespräch mit der Raiffeisenbank.“

Nachdem es in den vergangenen Jahren viele Diskussionen um die brachliegende und wenig schöne Fläche an der Annastraße und immer wieder auch Vorstöße für eine neue Nutzung gegeben hatte, ist der Ichenhauser Bürgermeister sichtlich erfreut über die Kaufanfrage. „Das sind gute Nachrichten für die Innenstadtentwicklung“, sagt Strobel, denn anstelle einer „problematischen Brachfläche“ bekomme man jetzt im Herzen der Stadt dringend benötigten Wohnraum. Für Christian Gorzitze bedeuten Kauf und Bebauung des ehemaligen Supermarktgeländes, dass der Steuerberater endlich neue und größere Räume für seine Kanzlei schaffen kann. Der 45-Jährige ist seit 2010 als Steuerberater in Ichenhausen und hat die Kanzlei in seinem Wohnhaus. Dort wird es mit fünf Mitarbeitern und ab September einem neuen Auszubildenden aber zu eng.

„Ich habe verzweifelt ein Grundstück gesucht in Ichenhausen für die Kanzlei“, sagt er, „das Wohnhaus platzt aus allen Nähten, aber wir haben nichts gefunden.“ In Gesprächen mit dem Ichenhauser Bürgermeister – „die Stadt war immer sehr hilfsbereit“ – kam Gorzitze schließlich auf das Sky-Areal. Dort verwirklicht das Ehepaar Christian und Kerstin Gorzitze jetzt zusammen mit Werner Mayer aus Ichenhausen, einem Freund der Familie, ein lange geträumtes Projekt.

Als Gesellschaft bürgerlichen Rechts bauen sie drei dreigeschossige Häuser mit voraussichtlich je sechs Wohnungen, die nicht verkauft, sondern vermietet werden und ein zweigeschossiges Gebäude mit circa 180 Quadratmetern für die Steuerkanzlei. Die Wohnungen sollen zwischen knapp 70 und 100 Quadratmeter Fläche haben und dank einer dezentralen Stormversorgung mit Fotovoltaikanlage auf dem Dach „ein sehr innovatives Mieterstromprojekt“ werden, sagt Christian Gorzitze, der sich das Ganze eigentlich etwas bescheidener vorgestellt und ursprünglich nur an ein Gebäude gedacht hatte.

Dann aber habe ihm der Entwurf der Krumbacher Architektin Birgit Dreier so gut gefallen, dass es jetzt vier Mietshäuser und eine Kanzlei geben soll. Der Grundstückskauf sei abgewickelt, sagt Gorzitze. Er hofft, dass bald die Abbruchbagger auffahren. Mit dem Bau hat er die Kammeltaler Firma Bornschlegel als Generalunternehmen beauftragt. Wenn alles gut läuft, sollen im Frühsommer 2018 schon die ersten Mieter einziehen.

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