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Augsburg

23.05.2019

Das Josefinum hat jetzt eine Hebammen-Ambulanz

In der neuen Hebammenambulanz berät Hebamme Alexandra Högel (links) Sarah Kreiser (rechts), die ihr erstes Kind erwartet.
Bild: Winfried Karg

Im Josefinum wurde eine Hebammen-Ambulanz mit speziellen Angeboten eröffnet. Welche Idee dahinter steckt.

Sarah Kreisers Geburtstermin ist der 27. Juni. Sie erwartet ihr erstes Kind. Weil sie öfters unter Rückenschmerzen leidet, wird sie in der neuen, im Lauf des April eröffneten Hebammen-Ambulanz des Josefinums versorgt. Auch wenn sie keine Wunsch-Hebamme bekommen konnte, kommt sie gern hierher; sie will hier auch entbinden. Die Ambulanz soll schwangeren Frauen durch Beratung und Betreuung Sicherheit geben. Aber auch die Geburtsklinik des Josefinums soll von der Einrichtung profitieren.

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In den vergangenen Jahren ist die Geburtshilfe in eine Krise geraten: In kleineren Krankenhäusern ist sie eine teure Angelegenheit geworden, und es fehlt auch an Hebammen, weil sich ihre Arbeitsbedingungen geändert haben. Einige Geburtskliniken im Großraum Augsburg wie etwa in Schwabmünchen oder Aichach wurden geschlossen. Das Josefinum mit der größten Geburtsklinik in der Region (größer als die am Uniklinikum) bekommt die Probleme indirekt zu spüren, indem immer mehr schwangere Frauen – die vor Ort keine Anlaufstation mehr haben – hierher kommen.

Die neue Hebammen-Ambulanz soll sicherstellen, dass jede Frau sich darauf verlassen kann, hier entbinden zu können. Sobald die Schwangerschaft festgestellt ist, sagte Hebamme Elisabeth Hochgesand, kann sie sich in der Ambulanz telefonisch anmelden.

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Frauen sollen möglichst früh vorbeikommen

Frauen sollten allerdings möglichst nicht direkt vorbeikommen, damit gewährleistet ist, dass sie betreut werden können. Andererseits können laut Hochgesand Frauen, die die Ambulanz aufsuchen, jederzeit zur Entbindung in den Kreißsaal gebracht werden, wenn das nötig ist.

Die Ambulanz soll vor allem die fünf Kreißsäle des Krankenhauses entlasten. Während sich dort Ärzte schwerpunktmäßig um Risikoschwangerschaften und komplizierte Fälle kümmern können, werden hier Frauen mit kleineren Beschwerden wie Rückenschmerzen, Atemdruck oder Ängsten vor der Geburt betreut. Das schließt Nachsorge nach der Geburt mit ein. Angeboten werden unter anderem Stillberatung, Versorgung von Brustwarzenwunden oder Lasern von Kaiserschnittnarben.

Im Josefinum finden derzeit etwa 3400 Entbindungen jährlich statt – mit steigender Tendenz. Man habe sich schon länger über Möglichkeiten der Entzerrung Gedanken gemacht, sagte Klinikdirektor Hubert Mayer. Der Freistaat Bayern hat jetzt auf den Mangel an Hebammen und Geburtskliniken auf dem flachen Land reagiert und fördert die neue Ambulanz am Josefinum mit einer sechsstelligen Summe innerhalb von drei Jahren. Die übrigen 20 Prozent der förderfähigen Kosten übernimmt die Stadt Augsburg.

Momentan noch ein Ausnahmefall

Das Josefinum ist nicht in der Situation kleinerer Kliniken. Die Geburtshilfeabteilung kann hier wegen der hohen Geburtenzahlen kostendeckend betrieben werden. Er könne zwar noch mehr Hebammen brauchen, sagte Mayer, aber dass sich die Geburtshelferinnen wegen der Arbeitsbelastung oder hoher Haftpflicht-Prämien zurückziehen, ist hier ebenfalls kein Problem.

Die Ambulanz ist derzeit montags bis freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr sowie von 13 bis 17 Uhr geöffnet, montags, dienstags und donnerstags bis 18.30 Uhr. Eine Anmeldung ist erforderlich, entweder online unter der Adresse www.hebammen-josefinum.de oder telefonisch unter 0821/2412-389. Jede Frau auch außerhalb des Augsburger Stadtgebiets kann kommen. Das Josefinum will künftig die Ambulanz auch an Wochenenden öffnen. Es stehen sechs „Wunsch-Hebammen“ zur Verfügung, die die Entbindung leiten.

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