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Affing

02.03.2017

Das Rätsel um den gestohlenen Kater Feli

Kater Feli aus dem Affinger Ortsteil Mühlhausen ist weg. Er wurde gestohlen.
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Kater Feli aus dem Affinger Ortsteil Mühlhausen ist weg. Er wurde gestohlen.
Bild: Karin Karsten

Voriges Jahr nahm ein unbekannter Mann den Kater Feli aus Mühlhausen mit. Die beiden Besitzer des Tieres gehen nun einen ungewöhnlichen Weg, um den Täter zu erwischen.

Katzen verschwinden – das kommt vor, und nicht einmal selten. Einige laufen davon, andere werden von einem Auto erfasst. Oftmals erfahren die Besitzer nicht, was aus ihren Tieren wurde. Wäre Feli eine dieser Katzen, der Fall wäre kaum berichtenswert. Doch der Kater mit dem schwarzen Fell mit weißen Flecken verschwand nicht einfach: Er wurde gestohlen. Ein Mann nahm das Tier vor dem Haus seiner Besitzerin Karin Karsten im Affinger Ortsteil Mühlhausen mit. Er packte den Kater und machte sich davon.

Man weiß das deshalb so genau, weil eine Überwachungskamera der Nachbarn die Szene vom 3. Dezember des vergangenen Jahres festgehalten hat. Ein Mann mit Bomberjacke und kurzen Haaren ist aufder Aufnahme zu erkennen. Ein Mann, den Karsten vorher schon einmal gesehen hatte. Er war wohl Mitte 20, hatte helle Haare und hatte Karsten gut 45 Minuten vorher nach der Derchinger Straße in Affing gefragt. Unterwegs war er mit einem schwarzen Kleinwagen mit Augsburger Kennzeichen. Schon kurz nach Verschwinden des Katers hatten Karsten und ihr Lebengefährte Gerhard Platzer angefangen, nach Feli zu suchen, über Tierschutzorganisationen in der Region. Seitdem sie wissen, dass der Kater gestohlen wurde, haben die beiden ihre Bemühungen intensiviert. Sie setzten eine Belohnung von 1000 Euro aus, um Feli zu finden. Das war im Januar. (Hier der Bericht dazu)

Mittlerweile wollen Karsten und Platzer noch einen Schritt weiter gehen. Über die Tierschutzorganisation Katzen in Not in Pöttmes sammeln sie Spenden, um für „potenzielle Informanten einen Anreiz zu schaffen“. Eine ungewöhnliche Aktion. Dabei, sagt Platzer, habe er keine Hoffnung mehr, den Kater wiederzusehen. Auch wenn viele Menschen anriefen und sagten, sie hätten Feli gesehen. „Das geht bis nach Hamburg hoch“, sagt Platzer. „Doch aus meiner Sicht können wir nichts mehr tun.“

Ihm und Karsten geht es um etwas anderes. Sie wollen „die Hintermänner der Organisationen fassen“. Dazu sei ein fünfstelliger Betrag notwendig, eine vierstellige Summe wollen die beiden selbst beisteuern. Auch die Kriminalpolizei Augsburg ermittelt in dem Fall. Platzer sagt, er sehe mehrere Möglichkeiten, was aus dem Kater geworden sein könnte. Jemand könnte Feli gestohlen haben, um das Tier zu Tode zu quälen oder um das Fell zur Herstellung von Rheumadecken zu verwenden. Vielleicht auch, um das Tier in ein Labor zu verfrachten.

Nur selten werden Katzen gestohlen

Es sind Vermutungen, die Katzenbesitzer vor allem im Internet auch in anderen Fällen öfter äußern. Zum Teil ist dort auch von einer „Katzen-Mafia“ die Rede, von organisierten Banden. Es sei jedoch die absolute Ausnahme, sagt Sabina Gaßner vom Tierschutzverein Augsburg, dass Katzen gestohlen werden. Einige Tiere liefen jemandem zu und würden mitversorgt, ohne dass dies gemeldet werde. Andere würden überfahren. Zwar gebe es auch Leute, die bestimmte Tierarten nicht mögen würden, doch was jemanden antreibe, eine Katze mitzunehmen, sei ihr unerklärlich. Dass es eine „Katzen-Mafia“ geben könnte, hält Gaßner für unwahrscheinlich – schon aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Es sei doch leicht, sich auf legalem Wege Katzen zu besorgen oder sie zu züchten.

Laut dem Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe leben in deutschen Haushalten etwa 12,9 Millionen Katzen. 3,4 Millionen von ihnen waren 2016 beim Haustierregister „Tasso“ gemeldet. Bei der Organisation wurden in dem Jahr knapp 49.000 Katzen als vermisst gemeldet, 32000 der Tiere vermittelte „Tasso“ wiederum zurück. Über eine „Katzen-Mafia“ wisse man nichts, sagt Sprecherin Laura Simon. Organisierter Katzenklau für Rheumadecken oder Tierlabore in Deutschland? Simon glaubt das nicht. Versuchstiere etwa müssten aus registrierten Zuchten kommen. Bis in die 1980er-Jahre sei das noch anders gewesen, heute könne es jedoch nicht sein, dass privat gefangene Katzen als Versuchstiere herhalten müssten, sagt Simon.

Dass jemand Feli gestohlen hat, ist jedoch unstrittig, die Video-Aufzeichnung beweist es. Die Polizei spricht von einer „organisierten Begehungsweise“ bei der Tat und sagt, dass die Spendenaktion hilfreich sein könnte zur Aufdeckung des Diebstahls des Tieres. Das hoffen auch Karsten und Platzer. Sollte die Aktion zum Erfolg führen, geht die Belohnung aus den Spenden an den Informanten. Sollte die Kripo die Ermittlungen ergebnislos einstellen, bleibt der Betrag beim Tierschutzverein.

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Die Diskussion ist geschlossen.

02.03.2017

Natürlich werden die Katzen gestohlen, schaut man auf die Internetseite vom Tierheim unter "vermisste Tiere", so viele Katzen können einfach nicht nur entlaufen sein. Vor mehreren Jahren sind schon mal ganz viele Katzen verschwunden, unsere auch, damals bekam ich vom Tierheim den Hinweis, dass nach Altkleidersammlungen auch die Katzen verschwunden sind, es ist unglaublich, und nun soll es plötzlich keine Tierfänger mehr geben,

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