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Augsburg

21.04.2019

Das bringen die Verkehrskontrollen am Zoo

Die Parksituation am Zoo Augsburg ist angespannt. Ehrenamtliche des ACO regeln nun die Zufahrt zum Zooparkplatz.
Bild: Annette Zoepf

Plus Obwohl tausende Besucher am Osterwochenende mit dem Auto in den Zoo kamen, hatten Anwohner nicht das übliche Parkchaos. Wie sich die Verkehrsregelung im Spickel auswirkt.

Der Ansturm auf den Zoo war enorm. Tausende Besucher kamen bis Ostersonntag bei bestem Ausflugswetter. Die Folge war teilweise massiver Autoverkehr. Erschwerend hinzu kam die Baustelle an der Zufahrt über die Friedberger Straße. Dennoch blieben viele Anwohner rund um den Zoo, die sonst von Staus und Parksuchverkehr genervt sind, diesmal sehr entspannt. Das hat einen Grund.

Die Mehrheit der Zoobesucher kommt in der Regel nicht aus der Stadt, sondern mit dem Auto aus dem gesamten Großraum angereist. So war es auch am langen Osterwochenende. Das Problem: Direkt am Zoo stehen nur 800 Parkplätze zur Verfügung. Zur prekären Parkplatzsituation vor Ort kommt hinzu, dass die Abfahrt gestört ist. Bis November wird die Kaufbachbrücke abgerissen und neu gebaut. Die Bauarbeiten sind in mehrere Abschnitte gegliedert.

Ordnungsdienst hat alle Hände voll zu tun

Eine Baustelle und Ausflugsverkehr – das ist eine problematische Kombination. Um ein komplettes Verkehrschaos zu vermeiden, hatte die Stadt im Vorfeld mehrere Vorkehrungen getroffen. Mitarbeiter des Ordnungsdienstes ACO waren auch an Ostern mit einer größeren Mannschaft im Einsatz, um den Verkehr zu regeln. Und die Teams hatten alle Hände voll zu tun.

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Schon beim ersten Besucheransturm am Karfreitag musste die Zufahrt auf Höhe der Hofrat-Röhrer-Straße ab Vormittag phasenweise gesperrt werden, wenn der Parkplatz am Zoo voll war. Besucher wurden dann auf die umliegenden Ausweichparkplätze umgeleitet. Nach einem etwas ruhigeren Ostersamstag mit einer Sperrung von 12.40 bis 13.45 Uhr war das Verkehrsaufkommen am Ostersonntag wieder extrem stark. Mittags wurde die Zufahrt ab 12.30 dicht gemacht.

Einige wenige Autofahrer seien aggressiv gewesen, berichten ACO-Mitarbeiter, größere Probleme habe es aber nicht gegeben. Das könnte auch daran gelegen haben, dass die Sperrungen vom Ordnungsdienst sehr flexibel gemanagt wurden. "Wir haben die freien Parkplätze am Zoo immer wieder durchgezählt und aufgefüllt", berichtet ein Mitarbeiter. Mobile Teams waren unter anderem mit Fahrrädern unterwegs, um die aktuelle Lage ständig im Blick zu behalten und schnell zu reagieren.

Das Ergebnis der Verkehrsregelung kommt vor allem bei Anwohnern im Spickel sehr gut an. "Mit den Kontrollen ist es deutlich besser, ich wünsche mir, dass es so bleibt", sagt Anwohnerin Susanne Glöckle in der Goethestraße. Der Autoverkehr zum Zoo nehme mit jedem Jahr zu. In ihrer Straße sei die Situation an Wochenenden schlimm. "Alles ist zugeparkt, der Krankenwagen kommt nicht mehr durch." Weil die Straße sehr eng ist, kommt es dann auch zu Staus im Parksuchverkehr. Glöckle sagt, "die Leute hupen und sind aggressiv."

"Mit den Kontrollen hat sich die Lage entspannt"

Auch eine andere Anwohnerin, die ihren Namen nicht nennen will, sagt: "Wenn es so bleiben würde, wäre es traumhaft." Sie konnte sich an Ostern erstmals seit langem wieder in Ruhe auf ihrem Balkon sonnen. Vorher habe sie sich an Wochenenden wegen des immensen Verkehrs wie an einer großen Bundesstraße gefühlt. Das habe sie schon sehr genervt.

Reinhard Wenderlein, der ein paar Häuser weiter wohnt, sagt ebenfalls: "Mit den Kontrollen hat sich die Lage deutlich entspannt." Er frage sich nur, warum erst eine Baustelle nötig sei, um den Verkehr zum Zoo besser zu regulieren. Wenderlein sagt, er bemühe sich schon seit sechs Jahren bei der Stadt darum, eine Zufahrt nur für Anwohner zu erreichen. Bislang ohne Erfolg. Er würde sich außerdem wünschen, dass ein Parkhaus beim Zoo gebaut wird und Zoobesucher die Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Eintritt angerechnet bekommen.

Auch Anwohner Christian Dierig in der Carron-du-Val-Straße hält die Verkehrskontrollen am Zoo für einen "unglaublichen Gewinn". An Ostern habe er zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder an einem schönen Wochenende in Ruhe draußen im Garten sitzen können, sagt er. Er erzählt, dass die Mitarbeiter des ACO Ordnungsdienstes von dankbaren Anwohnern sogar mit Osterhasen beschenkt worden seien. Denn die Hälfte des Problems für Anwohner sei der Parksuchverkehr. Dierig meint, "ein Parkleitsystem wäre ideal."

Es gibt aber auch Zoobesucher, die bereits Konsequenzen aus früheren Erfahrungen gezogen haben. Die Augsburgerin Elvira Algaier ist mit ihren beiden Söhnen, Oma Helena Weber und einem Neffen von Göggingen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Zoo gekommen. "Ich habe extra den den Bus genommen, weil ich Sorge hatte, dass ich keinen Parkplatz bekomme", sagt sie. Das Parkchaos im vergangenen Jahr habe sie noch gut in Erinnerung. Im 32-er Bus zum Zoo habe es auch mit dem Platz für den Kinderwagen gut geklappt.

Lesen Sie dazu auch: Es gibt neuen Ärger wegen Parkplätzen am Zoo und den Kommentar von Eva Maria Knab: Ein Parkleitsystem zum Zoo ist überfällig

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