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Studie

12.11.2019

Das macht Unternehmen für Studenten interessant

Bei der Jobsuche haben viele Hochschulabsolventen bestimmte Erwartungen an Arbeitgeber.
Foto: Alexander Kaya

Work-Life-Balance steht hoch im Kurs. Firmenwagen und technische Raffinessen sind weniger gefragt. Was sich über 300 befragte Studierende in Augsburg wünschen

Ein sicherer Arbeitsplatz mit abwechslungsreicher Tätigkeit, dazu ein festes Grundgehalt, das mit einer erfolgsabhängigen Bezahlung gekoppelt ist, eine Betriebsrente und arbeiten in Gleitzeit: Unternehmen, die einem Mitarbeiter genau das bieten, stehen bei Studenten, die demnächst einen Arbeitgeber brauchen, hoch im Kurs. Das ergab zumindest eine Studie des Junior Management Spektrums (JMS), der studentischen Unternehmensberatung der Uni Augsburg. Befragt worden sind mehr als 300 Studierende aus Augsburg, vorwiegend aus den Fachrichtungen Wirtschaftswissenschaften, Informatik und Sozialwissenschaften.

Ein weiteres Ergebnis: Ein guter Name allein reicht heute nicht mehr aus, um ein Unternehmen per se als attraktiv einzustufen. Studierende legen andere Maßstäbe an, wenn es darum geht, den für sich perfekten Arbeitgeber zu finden. Was finanzielle Anreize betrifft, steht der Firmenwagen ganz unten im Ranking, dafür setzen die Jungen auf eine Betriebsrente oder Bonuszahlungen. Schätzen den Unternehmens-Laptop mehr als ein Firmenhandy und wünschen sich die Möglichkeit, im Homeoffice flexibel arbeiten zu können.

Für Franz Braun, PR-Manager beim Augsburger Software-Unternehmen Baramundi, sind solche Informationen wichtig: „Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels müssen wir als Unternehmen für Bewerber attraktiv sein“, erzählt er. Hier brauche man ein gutes Gespür und auch Ergebnisse wie jene aus der Umfrage, um sich bedarfsorientiert auszurichten. Denn wer glaubt, mit den vielfach gelobten offenen Raumkonzepten inklusive freier Sitzplatzwahl und technischen Extras wie interaktiven Whiteboards oder einer intelligenten Arbeitsumgebung punkten zu müssen, trifft – zumindest laut der JMS-Umfrage – nicht zwingend den Nerv der künftigen Arbeitnehmer. Ihnen ist der eigene und personifizierte Arbeitsplatz und das bereits zitierte Firmen-Laptop wichtiger. Die Work-Life-Balance steht im Fokus. „Die meisten Menschen arbeiten nicht aus Berufung, sondern um Geld zu verdienen. Bietet ein Unternehmen dann die Chance, Beruf und Privatleben so angenehm wie möglich zu verbinden, kommt das an“, weiß Braun. Solche Modelle seien daher heute Standard in Unternehmen.

Auch wenn es darum geht, künftige Mitarbeiter in Augsburg und damit für die hier ansässigen Firmen zu halten. Denn auf die Frage „Planst Du nach deinem Studium im Raum Augsburg zu arbeiten?“ antworteten 26 Prozent der Umfrageteilnehmer mit „Nein“ und 52 Prozent mit „unsicher“. Unter den 22 Prozent derer, die die Frage mit „Ja“ beantwortet haben, schoben viele den Halbsatz „weil es nahe an München liegt“ hinterher. Auch dieses Ergebnis überrascht Braun nicht. „In München gibt es mehr und auch größere Unternehmen mit einem breiteren Spektrum, die teils auch bessere Gehälter zahlen“, erklärt er. Dennoch sei dies nicht der einzige Faktor: „Was man selbst als attraktiven Arbeitgeber einstuft, hängt auch wesentlich mit dem Alter und den bislang gemachten Erfahrungen zusammen“, weiß Braun. Nicht selten kämen Beschäftigte nach einer Arbeitsphase in München zurück nach Augsburg. Hat kurz nach dem Studium das Pendeln nach München nicht gestört oder das Wohnen neben der Partymeile Spaß gemacht, zählt später die Vereinbarkeit von Familie und Beruf mehr – auch mehr als das Gehalt. Dann so Braun, wechseln einige zurück nach Augsburg und stellen fest, dass viele Unternehmen vor Ort ihre Hausaufgaben gemacht haben und in verschiedener Hinsicht genauso attraktiv sind, wie die Firmen und Unternehmen aus der Landeshauptstadt München. "Meinung

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