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Das mehrfache Dilemma der Raketenbauer

Kommentar Von Marcus Bürzle
19.11.2019

Die Firma MT Aerospace hat Probleme. Das liegt nicht an der Qualität der Mitarbeiter.

Man darf nicht dramatisieren: Wenn die Mitarbeiter von MT Aerospace demonstrieren, kämpfen sie nicht gegen eine Werksschließung. Doch es ist richtig und wichtig, dass sie auf ihre Situation aufmerksam machen.

Die Gemengelage ist nämlich komplex. In Augsburg stehen keine Jobs auf dem Spiel, weil hier jemand schlecht arbeitet. Die Raketenbauer sind gefangen in einer komplizierten Welt: Das ist der Weltmarkt, den neue Mitbewerber durchmischen. Und da ist die europäische Ariane-Konstruktion, in der Aufträge hoch-politisch vergeben werden. Ein einzelnes Unternehmen wie MT Aerospace kann nicht sagen, dann bauen wir eben eine andere Rakete. Daher ist der Ruf nach der Politik nun genau die richtige Reaktion.

Ein Stellenabbau kann sich im Fall von MT Aerospace nicht nur zum Problem für die betroffenen Mitarbeiter entwickeln, sondern auch für das Unternehmen: Sind die Frauen und Männer erst einmal weg, kehren sie wohl auch nicht mehr zurück, wenn sich die Zeiten ändern. Das trifft im Besonderen auf die Mitarbeiter in der Forschung zu, deren Jobs im zweiten Schritt womöglich auch noch in Gefahr geraten könnten. Um das zu verhindern, reicht es aber nicht, nach der Politik zu rufen.

Das Unternehmen muss – wie es das plant – auch nach neuen Feldern suchen. Am besten nach solchen, in denen man als Firma unabhängiger und selbstständiger als in der hochkomplexen Raketenwelt arbeiten kann.

Lesen Sie dazu: Demonstration: Warum MT Aerospace auf Hilfe der Politik hofft

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