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Zoo Augsburg

03.02.2020

Das neue Elefantenhaus im Zoo Augsburg ist eröffnet

Besucher besichtigen bei der offiziellen Eröffnung am Montag das neue Elefantenhaus im Augsburger Zoo.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Das größte Projekt in der Geschichte des Augsburger Zoos ist bezugsfertig. Wie das luxuriöse Elefantenhaus zum relativ erschwinglichen Preis realisiert wurde.

Im neuen Elefantenhaus des Augsburger Zoos fühlt man sich wie fast im englischen Regen. Feine Tropfen sprühen von der Decke herab. Doch das ist eine gute Nachricht, als die Anlage am Montag offiziell eröffnet wird. Es regnet nicht etwa hinein ins neue Luxusdomizil für die asiatischen Elefanten. Vielmehr können Besucher hautnah erleben, wie die Augsburger Dickhäuter Targa und Burma von einer Beregnungsanlage profitieren werden. Sie schafft ein Klima, in dem sich die Tiere besonders wohlfühlen. Und das ist noch längst nicht alles.

Elefantenhaus Augsburg noch ohne Elefanten

Für Zoodirektorin Barbara Jantschke und viele andere Beteiligte ist es ein großer Tag. Knapp zwei Jahre nach der Grundsteinlegung ist die neue Augsburger Elefantenanlage nun bezugsfertig und kann ab sofort (noch ohne Elefanten) von Besuchern erkundet werden. Zu entdecken gibt es einiges. Zooarchitekt Frank Kirsten hat zusammen mit den Tierpflegern viele Ideen entwickelt.

Targa, Burma und bald auch die beiden neuen Elefantenkühe aus Berlin sollen es in ihrem neuen Domizil richtig komfortabel haben. So gibt es nicht nur die „Elefantenduschanlage“ mit Beregnung, einen Wasserfall und Badebecken drinnen und draußen. Es gibt warme Wände für ein angenehmes Raumklima, Baumstämme zum Schubbern und weichen Sand in der Laufhalle, um die empfindlichen Füße der schweren Tiere zu schonen. Es gibt automatisch steuerbare Futterkörbe, die von der Decke herunter kommen und eine spezielle Versorgung mit Augsburger Trinkwasser. Die Elefanten können mit ihrem Rüssel „Nippel“ betätigen, um sich selber frisches Wasser aus der Leitung zu holen. Darüber hinaus gibt es Stallboxen mit einem Spezialfenster, das für die Fußpflege der Tiere geöffnet werden kann. Die Augsburger Elefanten werden künftig nach modernen Zoostandards im sogenannten „geschützten Kontakt“ gehalten. Das bringt vor allem auch mehr Sicherheit für die Tierpfleger, die immer durch starke Gitter vor den Dickhäutern getrennt sind.

Viel Andrang herrschte bei der Eröffnung des neuen Elefantenhaus im Zoo Augsburg.
Bild: Silvio Wyszengrad

Zoodirektorin Jantschke sagte mit Blick auf das nunmehr bezugsfertige Elefantenhaus, „man ist stolz und zufrieden, hier zu stehen“. Das neue Gehege ist das größte Projekt in der Geschichte des Augsburger Zoos und jetzt auch die größte Einzelanlage mit rund 10 000 Quadratmetern. Das Vorhaben war vor allem wegen der Kosten ein Kraftakt. Sie stiegen von zunächst geplanten sechs Millionen Euro auf aktuell 7,3 Millionen Euro.

Besucherrekord 2019 für den Zoo Augsburg

Dennoch spricht die Direktorin mit Blick auf die Entwicklung der Baupreise von einem guten Ergebnis. Im bundesweiten Vergleich mit anderen neuen Elefantenanlagen sei der Augsburger Neubau der preisgünstigste. Die Kostensteigerung habe zu einem Teil durch den Besucherrekord im Zoo im vergangenen Jahr aufgefangen werden können. Es kamen mehr als 700 000 Gäste. Zum anderen gelang es dem Freundeskreis des Augsburger Zoos, deutlich mehr Geld als erwartet für das große Gemeinschaftsprojekt einzusammeln. Rund 900 000 Euro kamen auf diese Weise zusammen. Von der Stadt floss ein Zuschuss von zwei Millionen Euro.

Viele Dankesworte gab es für die zahlreichen Akteure aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, die mitgeholfen haben, das neue Elefantenhaus zu realisieren. Oberbürgermeister Kurt Gribl hob hervor, welche Rolle der Zoo unter den städtischen Angeboten spielt. Er sei ein regionaler Besuchermagnet und auch die meistbesuchte öffentliche Freizeiteinrichtung. Noch deutlicher brachte es Helmut Schuler vom Vorstand der Zoofreunde auf den Punkt: „Der Zoo steht vom Besucheraufkommen an erster Stelle in der Tabelle, noch vor dem FCA“. Schuler sprach in diesem Zusammenhang aber auch ein akutes Problem an: Nach der Kommunalwahl sei ein runder Tisch mit dem neuen Stadtoberhaupt und den neuen Stadträten nötig, um eine Lösung für das Parkplatzproblem am Zoo zu finden.

Maskottchen gab es zur Eröffnung des neuen Elefantenhauses im Zoo Augsburg.
Bild: Silvio Wyszengrad

Umweltbildungszentrum im neuen Elefantenhaus

Die neue Elefantenanlage soll auch noch eine andere wichtige Rolle spielen. Denn im Gebäude ist nun das neue Umweltbildungszentrum des Zoos – die frühere Zooschule – angedockt. Gribl sagte, dies passe gut zur aktuellen Entwicklung, Augsburg zu einem bayerischen Zentrum für Artenschutz zu machen. Bei allen Diskussionen über Zoos müsse es darum gehen, Menschen an die Natur heranzuführen, so der OB, „Tiere müssen vor Ort wahrnehmbar sein, damit die Menschen sie bei ihren Entscheidungen mitbedenken“. Für Verwunderung sorgte im Vorfeld, dass ausgerechnet ein Autohaus Namensgeber für das Umweltbildungszentrum im Zoo sein wird. Im Zoo-Aufsichtsrat sieht man in diesem Sponsoring jedoch keinen Widerspruch. Dies sei auch eine Möglichkeit, die Dinge zusammenzubringen.

Bleibt die Frage: Wann ziehen nun die Elefanten in ihr neues Luxusdomizil im Zoo ein? Jantschke sagt, die Elefantenomas Targa und Burma sollen einen Heimvorteil bekommen. In Kürze wird der Riegel zwischen der alten und der neuen Elefantenanlage geöffnet. Dann können die beiden in Ruhe auf Erkundungstour gehen und mögliche Ängste vor der neuen Umgebung überwinden. Voraussichtlich im Juni oder Juli werden die beiden Elefantenweibchen Frosja und Louise aus dem Tierpark Berlin in Augsburg erwartet. Dann ist die Herde erst einmal komplett. Auch wenn sich die Zoofreunde für die Zukunft noch ein Elefantenbaby wünschen.

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