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Augsburg

15.05.2019

Das neue Roncallihaus in Göggingen kommt gut an

Kirchenpfleger Anton Freihalter, Pfarrsekretärinnen Christine Kneidl und Heidi Reschka, Verwaltungsleiterin Daniela Schmidt und Pfarrer Nikolaus Wurzer (v.l.) blicken zufrieden auf das erste Jahr nach der Eröffnung des neuen Roncallihaus zurück.
Bild: Peter Fastl

Vor einem Jahr wurde der Neubau am Klausenberg eröffnet. Vereine und Gruppen in Göggingen nutzen die Räume gern. Warum „Roncalli“ nichts mit einem Zirkus zu tun hat.

Das vor einem Jahr wiedereröffnete neugebaute Roncallihaus ist an die heutigen Anforderungen von Pfarrei und Gesellschaft angepasst worden. Und das scheint gut gelungen zu sein, wie auf Anfrage unserer Zeitung eine erste Bilanz von Pfarrer Nikolaus Wurzer, der Verwaltungsleiterin der Pfarreiengemeinschaft St. Georg und Michael, Daniela Schmidt, und Kirchenpfleger Anton Freihalter ergab.

Früher war das Roncallihaus auch Vereinsheim und Vereinslokal der DJK Göggingen, aber die Sportler haben nun eigene Räume. Es gab auch eine Kegelbahn, die aber laut Freihalter nicht mehr ausreichend genutzt wurde. Bei der Gaststätte wechselte öfters der Pächter. Auch die Räume des Bayerischen Roten Kreuzes sind weggefallen. Dafür ist nun das Pfarrbüro von St. Georg und Michael ins Roncallihaus mit eingezogen. Alles ist nun barrierefrei. Es ist dabei geblieben, dass sowohl kirchliche Gruppen als auch Gögginger Vereine die Räume nutzen können, aber bis auf die Jugend hat niemand mehr Räume für sich allein.

Schon die Einweihungsfeier zeigte nach den Worten von Wurzer, dass sich das Haus gut nutzen lässt und richtig geplant ist. Mit seinen beiden Flügeln soll es an offene Arme erinnern. Manche Gögginger hatten schon darauf gewartet, so Verwaltungsleiterin Schmidt, dass das Haus wieder zur Verfügung steht, bei anderen musste sich das erst herumsprechen. Seitdem nimmt die Raumbelegung zu, es gibt aber noch freie Kapazitäten, und sie achtet auch darauf, dass das Haus nicht ständig voll ist.

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Es gibt einen Saal mit 250 Plätzen

Das Raumangebot umfasst einen großen Saal mit 250 Plätzen, mehrere kleinere Gruppenräume, einen „Raum der Stille“, eine Teeküche, den Verwaltungsbereich und einen gesonderten Jugendkeller. Ein Aufzug führt in den ersten Stock. Das alte Roncallihaus war eingeschossig, hatte dafür aber ausgedehnte Kellerräume, die aber nur über Treppen erreichbar waren.

Zum Veranstaltungsangebot gehören heute Seniorentreffen, Tauf-, Kommunion- und Firmvorbereitung, Kurse für Menschen, die in die Kirche eintreten wollen, ein Kirchencafé sonntags nach der Messfeier, ein monatlicher Filmabend oder der Familientag. Außerdem kommt eine nicht kirchliche Yogagruppe hierher, das Kleine Volkstheater Göggingen führt im großen Saal wieder seine Stücke auf, auch wenn es keine feste Bühne mehr gibt. Eigentümergemeinschaften oder Verwaltungen tagen, die IHK hält hier ihre Prüfungen ab, und ab Mai wird es eine Krabbelgruppe geben. Auch Familienfeiern aller Art können hier stattfinden. Statt der Gaststätte gibt es eine Verteilerküche.

„Das Haus kommt den heutigen Bedürfnissen nach Begegnung, Kommunikation und Feiern entgegen“, sagt Pfarrer Wurzer. Das entnimmt die Pfarrei den Besucherreaktionen; jeder empfinde das Haus als einladend und freundlich. Laut Schmidt wird nichts vermisst. Ein Mann, dessen Geburtstag im Haus gefeiert wurde, war von den Räumen so angetan, dass er die Gäste zu Spenden aufrief.

Die kann die Pfarreiengemeinschaft St. Georg und Michael allerdings gut gebrauchen. Der Bau ist etwas teurer geworden als veranschlagt. Die Gesamtkosten liegen bei 6,05 Millionen Euro. Das Bistum trägt davon 82 Prozent, also 4,155 Millionen, der Pfarrei verbleiben 825 000 Euro. Die bischöfliche Finanzkammer gewährte dazu ein Darlehen von 385000 Euro. Es verbleiben etwa 70000 Euro, die noch ungedeckt sind.

Die Caritas ist ins alte Pfarrhaus gezogen

Umgekehrt hat die Pfarrei mit dem Roncallihaus dem Bistum aber auch helfen können. Als der Stützpunkt des Caritas-Stadtverbandes in der Depotstraße im vergangenen Jahr abbrannte, erwies es sich als günstig, dass die Pfarrverwaltung gerade aus dem Pfarrhaus ausgezogen war. Diese Räume konnten der Caritas zur Verfügung gestellt werden. Mittelfristig will der Pfründeverband St. Ulrich die ehemaligen Büros laut Wurzer in Wohnraum umwandeln.

Zum Schluss soll noch die Bedeutung des Namens „Roncallihaus“ geklärt werden. Er stammt aus den 1970er-Jahren, als das erste Haus gebaut wurde. Kirchenpfleger Freihalter gibt zu, dass manche dabei an den gleichnamigen Zirkus denken. Aber warum sollte ein kirchliches Gebäude so heißen?

In Wirklichkeit ist das Haus nach dem ehemaligen Papst Johannes XXIII. (Amtszeit 1958 bis 1963) benannt, der bürgerlich Angelo Guiseppe Roncalli hieß. Er gilt als der Papst, der die Kirche im 20. Jahrhundert öffnete. Er berief 1962 das Zweite Vatikanische Konzil ein, das unter anderem liturgische Reformen mit sich und damit Klerus und Kirchenvolk einander näherbrachte.

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