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Augsburg

18.04.2019

Das sind die neuen Pfarrerinnen in Pfersee

Marianne Werr (links) und Sabine Dempewolf wurden am Palmsonntag in ihr Amt eingeführt. Im Hintergrund ist ihre Wirkungsstätte, die Kirche St. Paul, zu sehen.
Bild: Annette Zoepf

Sabine Dempewolf und Marianne Werr teilen sich eine Stelle in der evangelischen Gemeinde St. Paul. Die Frauen sind seit dem Studium befreundet. Wie sie ihre gemeinsame Aufgabe angehen.

Fast ein Jahr lang mussten sich die Protestanten von St. Paul nach dem Weggang von Pfarrerin Stéphanie Fessler gedulden. Entsprechend herzlich fiel der Einführungsgottesdienst mit Empfang für die beiden Nachfolgerinnen aus. „Die Gemeinde hat sich ins Zeug gelegt“, sagen Sabine Dempewolf und Marianne Werr.

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Dass sich ein Pfarrerehepaar eine Stelle teilt, kommt öfter vor – Dempewolf hat darin mit ihrem Mann Dirk in der Christuskirche Haunstetten sogar praktische Erfahrungen. Jobsharing in der Form, wie sie sie jetzt mit Werr praktiziert, ist jedoch ungewöhnlich. In Göggingen habe es dieses Modell schon einmal gegeben und es habe gut funktioniert. Vielleicht seien sie auch deshalb mit ihrer gemeinsamen Bewerbung erfolgreich gewesen, mutmaßen die beiden Pfarrerinnen.

Die Vertrautheit ist zu spüren

Sabine Dempewolf, 49, und die 52-jährige Marianne Werr sind nicht einfach nur Kolleginnen, die sich eine Stelle teilen. Die beiden evangelischen Pfarrerinnen sind seit ihrem Theologiestudium vor 30 Jahren eng befreundet. Die Vertrautheit, die in der langen Zeit trotz teilweise unterschiedlicher Einsatzorte gewachsen ist, spürt man sofort. Und da ist auch noch das gepflegte Hochdeutsch, das Werr aus ihrer Hannoveraner Heimat mitgebracht und die gebürtige Niederbayerin Dempewolf von ihren Eltern geerbt hat.

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Seit 2002 beziehungsweise 2003 leben die Pfarrerinnen mit ihren großen Familien in Augsburg. Die dreifache Mutter Marianne Werr leitete hier die Gebärdensprachliche Gemeinde. Sabine Dempewolf, die vier Kinder hat, bildete zuletzt angehende Pfarrerinnen und Pfarrer aus. Mittlerweile seien die Frauen zahlenmäßig sogar stärker vertreten als die Männer, sagt sie.

Schon als Jugendliche wollte Marianne Werr Pfarrerin werden

Als die Freundinnen vor drei Jahrzehnten studierten, sah das noch anders aus. „Ich kannte keine Pfarrerin, bevor ich nicht selbst eine wurde“, sagt Dempewolf, deren Eltern engagierte Laien in ihrer evangelischen Gemeinde waren. Werr fühlte sich als Norddeutsche in der oberbayerischen evangelischen Pfarrei so gut aufgenommen, dass sich der Berufswunsch bereits in der Jugendzeit herauskristallisierte.

Die Liebe zum Beruf ist geblieben, ihrer gemeinsamen Zeit in Pfersee blicken sie erwartungsvoll entgegen. Die Gläubigen von St. Paul haben zwischen Gründonnerstag und Ostermontag reichlich Gelegenheit, die beiden Neuen kennenzulernen. Sie wechseln sich bei den Feiern und Gottesdiensten ab. Dempewolf freut sich besonders auf die Osternacht, die mit dem Entzünden des Feuers auf dem Platz vor Herz Jesu beginnt. Werr darf im Familiengottesdienst am Sonntag drei Kinder taufen.

Gemeinsam werden sie nur in Ausnahmefällen auftreten, auch wenn sie ihre Arbeit nicht streng nach Tagen organisieren und auch bei der Arbeitszeit flexibel sein müssen. Jede Pfarrerin hat ihre Schwerpunkte: Dempewolf leitet die Pfarrei und begleitet die Kindertagesstätten seelsorgerisch, ihre Kollegin ist für Religionsunterricht und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Gottesdienste, Taufen, Beerdigungen und Hochzeiten teilen sich die beiden.

Ökumene ist ihnen wichtig

Die Protestantinnen freuen sich auf die Zusammenarbeit mit der katholischen Pfarrei Herz Jesu und der alt-katholischen Gemeinde. Ohne ökumenischen Horizont könne man nicht arbeiten. „Wir sind Christen in einem Stadtteil.“ Dempewolf und Werr sind sich bewusst, dass innerhalb der Gemeinde auf sie inhaltliche und bauliche Herausforderungen zukommen. Neben der Seelsorge und dem Gebäudemanagement geht es ihnen aber auch darum, herauszufinden, was „wir für Pfersee beitragen können und was den Pferseern wichtig ist.“ Aktuell kennt Werr den Stadtteil noch besser, weil sie im benachbarten Kriegshaber lebt und ihre Kinder die evangelische Schule in Pfersee besuchten.

Übrigens pflegen die Pfarrerinnen auch in ihrer knappen Freizeit ähnliche Interessen. Beim Lesen und Fahrradfahren oder im Garten können sie gut entspannen. Marianne Werr schätzt darüber hinaus das Theaterabo, das sie mit ihrem Mann, einem Betriebswirt, in den Martinipark und aufs Gaswerk-Areal führt. „Spannende Spielstätten“, urteilt sie. Wohl ebenso spannend wie ihr neuer Berufsalltag.

Lesen Sie dazu auch: Abschied von St. Paul – und vom Lieblingscafé

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