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24.06.2019

Datenschutz als Problem

Die Privatsphäre schützen, ist das Ziel der sogenannten Datenschutzgrundverordnung.
Bild: Patrick Pleul/dpa

Unternehmen der Region ziehen Bilanz

Vor einem Jahr ist die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Kraft getreten und hat sowohl bei Unternehmen als auch Privatleuten für mächtig Wirbel gesorgt. Der Schutz personenbezogener Daten, der ursprünglich helfen sollte, Marketing-Giganten wie Facebook, Amazon und Google in ihre Schranken zu weisen, hat teils ungeahnte Ausmaße angenommen. Streckenweise wurden Bürger täglich von Banken, Versicherungen oder Online-Shops aufgefordert, der Speicherung der eigenen Daten zuzustimmen oder ihr zu widersprechen.

Mittlerweile hat sich der Sturm etwas gelegt und die Unternehmen ziehen eine erste Bilanz: Einige Betriebe und Firmen aus dem Wirtschaftsraum Augsburg kämpfen noch immer mit der Umsetzung der Regelungen, andere haben ihren Weg bereits gefunden, ergab eine Umfrage des Bundesverbands Industriekommunikation (bvik) mit Sitz in Augsburg. Größte Schwierigkeit: Die Umstellung hat zeitliche und finanzielle Ressourcen verschlungen. „Besonders kleinere und mittelständische Betriebe geraten dadurch an ihre Grenzen. Unsere Mitgliedsunternehmen berichten zudem, dass Kontaktdaten in Größenordnungen von bis zu 80 Prozent aus den Datenbanken gelöscht wurden, sofern ihre Herkunft nicht zweifelsfrei dokumentiert war.“, fasst Tanja Auernhamer, Geschäftsstellenleiterin des bvik, zusammen.

Um die für die Geschäfte wesentlichen Kundendaten zu halten oder zurückzugewinnen, waren und sind daher neue Strategien nötig. Das wiederum sehen manche auch als Vorteil: „Man muss sich verstärkt mit der Frage auseinandersetzen, was einen potenziellen Käufer dazu bewegen kann, seine Identität zu offenbaren“, erklärt Rene Kammermeier, CEO der Augsburger Marketingagentur Weiskind. Seiner Meinung nach werden erfolgreiche Marketingstrategien in Zukunft zwangsläufig wieder verstärkt den Kunden und die Marktbedürfnisse ins Zentrum stellen: „Es geht wieder mehr um die Qualität der Kundenadresse als um die Quantität. Das kann man nur gutheißen“, so Kammermeier. (nist)

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