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Debatte: Innovationspark Augsburg: Grüner Sündenfall im Zukunftsland

Debatte

Innovationspark Augsburg: Grüner Sündenfall im Zukunftsland

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    Die Begrünung im Innovationspark Augsburg ist umstritten, etwa am Gebäude des Fraunhofer Instituts IGCV.
    Die Begrünung im Innovationspark Augsburg ist umstritten, etwa am Gebäude des Fraunhofer Instituts IGCV. Foto: Eberhard Pfeuffer

    Silicon Valley in den USA ist legendär. Die Wirtschaftsregion nahe San Francisco ist nicht nur einer der wichtigsten Standorte der Hightech-Industrie weltweit. Silicon Valley gilt als Motor für wirtschaftliche, gesellschaftliche und soziale Entwicklungen. So etwas ähnliches wie einen Silicon-Valley-Effekt - wenn auch viele Schuhnummern kleiner - wollen die Betreiber des Augsburger Innovationsparks im Süden der Stadt erreichen. Das hat auch seine negativen Seiten.

    Der innovative Campus zwischen Universität und B17 soll Forschung und Technologieunternehmen eng vernetzen und so zum Treiber neuer wirtschaftlicher Entwicklungen, Produkte und Dienstleistungen werden. Ein Zukunftsmodell, das für die traditionelle Industriestadt Augsburg dringend nötig ist, umso mehr, seit wichtige Konzerne wie Osram und Fujitsu ihre Standorte hier geschlossen haben und bei Premium Aerotec viele Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen.

    Innovationspark ist wirtschaftlich erfolgreich

    Tatsächlich ist Augsburg drauf und dran, mit dem Innovationspark vielversprechende Perspektiven im Bereich Digitalisierung, Automation, Leichtbau und Künstliche Intelligenz zu entwickeln. Nach Startproblemen und einer Delle in der Corona-Pandemie haben sich zahlreiche kleine und große Firmen sowie Forschungseinrichtungen angesiedelt. Bislang sind rund 1200 Arbeitsplätze entstanden. Das Interesse weiterer Unternehmen sei groß, heißt es.

    Auch architektonisch kann sich der Campus sehen lassen, auf dem immer mehr neue öffentliche und private Firmen- und Forschungsbauten entstehen. Das Konzept der Stadt, mit innovativem Städtebau optisch ein Signal für die Zukunft zu setzen, scheint aufzugehen. Weniger gut sieht es bislang bei der Begrünung des riesigen Areals aus. Und das, obwohl der Innovationspark mitten in einer alten und prägenden Augsburger Natur- und Kulturlandschaft steht.

    Bei einer innovativen Begrünung hapert es noch

    Zwar verweist man bei der Stadt darauf, dass es auch für die Grünplanung im Innovationspark ein Konzept gibt, dass man privaten und öffentlichen Investoren an die Hand gibt und bei dem die typische Augsburger Natur eine wichtige Rolle spielt. Der Eindruck vor Ort ist teilweise aber ein völlig anderer. Insbesondere im Bereich des Technologiezentrums kann man von einem Sündenfall beim Grün sprechen. Formale Pflanzfelder und unpassend gewählte Bäume und Saaten entsprechen so gar nicht der typischen heimischen Natur an dieser Stelle, auch wenn schon nachgebessert wurde.

    Nebenan, beim Fraunhofer Institut IGCV, prägen ebenfalls Formalismus, viel Beton und eine teils problematische Pflanzenauswahl das natürliche Umfeld. Dort gab es immerhin Bemühungen, die Versiegelung des Grundstücks in Grenzen zu halten, Gebäudebegrünungen zu wählen und somit Forderungen des städtischen Gestaltungshandbuchs zum Innovationspark zu erfüllen. Leider ist aber auch dort das Konzept eines typischen Augsburger Grüns nicht aufgegangen.

    Es gibt ein perfektes Vorbild

    Fortschritte gibt es im Umfeld des neuen MRM-Forschungsgebäudes. Dort prägen Kiefern und Heidegräser das Umfeld - so wie man es sich an dieser Stelle wünscht und wie es in ökologischem Sinne innovativ ist. Denn das heimische Grün ist nicht nur wesentlich kostengünstiger, pflegeleichter und verträglicher für Flora und Fauna als die üblichen Pflanzbeete. Augsburger Heidelandschaft sieht im Zusammenspiel mit klarer, moderner Architektur außerdem richtig gut aus. Davon kann man sich einige Meter weiter am Bayerischen Landesamt für Umwelt überzeugen.

    Landesamt für Umwelt in Augsburg vor blühender Heidelandschaft
    Landesamt für Umwelt in Augsburg vor blühender Heidelandschaft Foto: Eberhard Pfeuffer

    Dort hat man Vorbildliches geschaffen: Traditionelle heimische Natur wurde in das Konzept einer modernen Stadtökologie eingebunden. Entstanden ist ein Grün, das Menschen, bedrohten Tieren und Pflanzen gleichermaßen nutzt. Auch im Innovationspark wäre noch viel Platz, das "Augsburger Grün" innovativ, konsequent und flächendeckend zu realisieren. Man müsste es einfach nur tun.

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