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Augsburg

19.08.2016

Der Augsburger Perlachturm muss saniert werden

Vergangenen Herbst wurde der Perlachturm auf seine statische Belastbarkeit untersucht. Das Ergebnis: Der Bereich oberhalb der Besucherplattform sollte eigentlich abgetragen und neu aufgebaut werden. Doch ob dafür Geld da ist, bleibt abzuwarten. 
Bild: Silvio Wyszengrad

Der Zustand des obersten Stockwerks des Perlachturms ist schlechter als gedacht. Ein Gutachten schlägt vor, diesen Bereich abzutragen und neu aufzubauen.   Wie soll das gehen?

Das Augsburger Rathaus ist noch bis Herbst eingerüstet, dem Perlachturm könnte es früher oder später ähnlich gehen. Im Bereich oberhalb der Besucherplattform ist der 70 Meter hohe Turm, der im vergangenen Jahr 400 Jahre alt wurde, massiv geschädigt. Ein Gutachten, erstellt von einem Statikbüro, schlägt vor, den obersten Bereich Stein für Stein abzutragen und in Abstimmung mit dem Denkmalschutz wieder aufzubauen.

Die Stadt Augsburg hatte im vergangenen Herbst ein Ingenieurbüro mit einer genauen Untersuchung beauftragt, nachdem festgestellt worden war, dass eine Säule an der Besucherplattform beschädigt ist. Die Experten ließen sich mit dem Autokran in einem Korb in 60 Meter Höhe hieven, um alles zu untersuchen. Mittlerweile liegt auch die Stellungnahme eines Statikbüros vor.

Eisenteile rosten

Demnach machen Eisenteile, die im oberen Bereich in die Säulen aus Naturstein eingebaut sind, Probleme. Sie rosten und quellen dadurch auf. Das Ergebnis: An den Steinsäulen platzen durch den Druck im Inneren Teile ab. Eine der Säulen ist schon seit über einem Jahr mit einer Stützmanschette versehehen – das blaue Band, das auch von unten aus sichtbar ist, soll verhindern, dass weitere Schäden auftreten.

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Auf Dauer wird das aber wohl nichts helfen. Momentan werden die Kosten für die Sanierung durch Ab- und Wiederaufbau ermittelt. Entschieden ist aber noch nichts. Bisher war der Perlach kein Thema im Stadtrat. Wann die Sanierung kommt, ist damit auch unklar. „Momentan ist der Turm weder in seiner Standsicherheit noch in der Verkehrssicherheit gefährdet“, sagt Thomas Streubel vom Hochbauamt. Das heißt: Es gibt keinerlei Einschränkungen bei der Benutzbarkeit und es droht auch keine Gefahr durch herabfallende Steintrümmer.

Aufwendige Sanierung

Dass die Sanierung so aufwendig ausfallen würde, liegt daran, dass die Eisenteile mitten in den Säulen liegen. Würde man sie öffnen, bliebe nicht viel von der tragenden Säule übrig. Die Metallteile, die in der Säule zur Stabilisierung verbaut sind, würden dann aus Edelstahl gefertigt werden, um einen erneuten Rostbefall zu vermeiden. Die jetzige Generation ist wohl auch nicht die erste, die das Problem mit den rostenden Metallteilen hat. Schon 1910/11 wurde das oberste Geschoss erneuert. Das lag daran, dass der Zustand der Steine Probleme machte, aber wohl auch an der Rostthematik, so Streubel.

Die bekannt gewordenen Probleme haben auch Auswirkungen auf die Erneuerung des Glockenspiels, die von der Altaugsburg-Gesellschaft geplant ist. 20000 Euro Spenden hatte die Gesellschaft vergangenes Jahr gesammelt, um die Steuerung zu erneuern und das Glockenspiel warten zu lassen (wir berichteten). Damals war noch nicht klar, wie problematisch die statische Situation ist.

Was passiert mit Spenden?

„Wir haben die Spender informiert und werden das Geld jetzt parken in der Hoffnung, dass man das Glockenspiel bald erneuern kann“, sagt Anne Voit, Vorsitzende der Alt-Augsburg-Gesellschaft. Es sei aber nicht sinnvoll, jetzt am Glockenspiel zu arbeiten, wenn absehbar sei, dass man es früher oder später, wenn auch nur vorübergehend, abbauen müsse. 

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