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Puppenkiste

13.03.2012

Der lebende Herr Taschenbier

Ulrich Noethen übernimmt im Puppentheatermuseum „Die Kiste“ die Patenschaft für die Marionette „Herr Taschenbier“ (links), den Sams-Papa.
Bild: Annette Zoepf

Schauspieler Ulrich Noethen wird Ehrenpate der Marionette

Als er von Paul Maar das Buch für den ersten Sams-Film bekam, sagte sich Ulrich Noethen: „Das ist eine Rolle, da liegst du gespuckt drauf.“ Herr Taschenbier war ihm sympathisch. „Er ist ein liebenswerter Mensch, aber man wünscht ihm, dass er mehr aus sich herausgehen könnte und ein bisschen weniger Bedenken hätte“, meint der Schauspieler. Innerhalb von zehn Jahren hat Noethen jetzt den dritten Sams-Film abgedreht und ist seit Sonntag Ehrenpate für den Herrn Taschenbier der Augsburger Puppenkiste.

Ulrich Noethen hat seine Jugend teils in Augsburg verbracht

Ein Blitzlichtgewitter quittierte die offizielle Übergabe der Patenschaftsurkunde durch Theaterleiter Klaus Marschall und Christoph Mayer, den Vorsitzenden der „Freunde des Augsburger Puppenspiels“, die das Museum „Die Kiste“ tragen. Man habe überlegt, wie man dem Haus neue Publicity verschaffen könne. Dazu war eben „wieder ein Schauspieler vonnöten“, kalauerte Mayer mit dem prominenten Namen. Ulrich Noethen bedankte sich für die „große Ehre“. „Wenn mir jemand vor 35 Jahren gesagt hätte, dass ich Ehrenpate in der Augsburger Puppenkiste würde, ich hätte es nicht geglaubt“, blickte er auf seine teils in Augsburg verbrachte Jugend zurück.

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Eine Marionetten-AG habe es damals im Anna-Gymnasium gegeben, geleitet von Oberstudienrat Balze. „Und es war immer der krönende Abschluss der Woche, wenn wir Marionetten bauten, Sketche entwickelt und dann aufgeführt haben.“ In die Puppenkiste sei er damals leider nicht so oft gekommen. Der Eiskanal, der Kuhsee und die Cliquen am Kö waren eben wichtiger. Und als sich der 1959 geborene Sohn des evangelischen Dekans Klaus-Peter Schmid überlegte, Schauspieler zu werden, traf er in Augsburg den Berufsanfänger Harald Schmidt, der auch mal einen Kleinkunstabend im Striese gab. „Und heute stehe ich in einer Reihe mit ihm...“

2001 spielte Ulrich Noethen, der als Künstler den Mädchennamen seiner Mutter annahm, erstmals den Herrn Taschenbier in Paul Maars Kinofilm „Das Sams“ – und erhielt als Darsteller den Bayerischen Filmpreis. Die Fortsetzung hieß 2003 „Sams in Gefahr“ und 2012 kommt „Sams im Glück“ ins Kino. Nach den Regeln der Sams-Welt muss sein irdischer Papa feststellen, dass er selbst versamst, weil das grüne Kerlchen schon so lange bei ihm ist. Taschenbier wird genauso gefräßig und vorlaut wie das Sams. „Wir hatten sehr viel Spaß beim Drehen. Die Sams-Filme gaben mir die Möglichkeit, unglaublich viel Blödsinn zu machen“, sagt Noethen gut gelaunt.

Am Abend nach seinem Abstecher in die Puppenkiste sah Noethen in München zum ersten Mal mit der Crew den Film, denn „der Film entsteht eigentlich erst am Schneidetisch“. Seinen Kinostart hat „Sams im Glück“ am 29. März.

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