1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Deutschland-Stipendium: In Augsburg läuft‘s, in Hamburg nicht

Studienförderung

19.09.2011

Deutschland-Stipendium: In Augsburg läuft‘s, in Hamburg nicht

Über das «Deutschland-Stipendium» sollen leistungsstarke Studenten monatlich 300 Euro erhalten - unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern.
Bild: dpa

Bundesweit startete das neue Angebot, das "Deutschland-Stipendium" eher holprig. Nicht so an der Uni. Hier sind die Stipendien-Werber sehr erfolgreich. Die Konkurrenz schläft nicht.

Gabriele Höfner telefoniert sehr viel in diesen Tagen. Und sie ist häufig bei Firmen zu Besuch. Die oberste Spendensammlerin der Uni Augsburg ist unter Druck: Bis zum Jahresende soll sie 180.000 Euro von privaten Förderern einwerben. Nur wenn das gelingt, kann die Universität einen Rekord aufstellen. Ziel sei, im kommenden Jahr 100 leistungsstarke Studenten mit dem „Deutschland-Stipendium“ auszustatten, sagt Höfner, die Referentin für Fundraising an der Uni ist. Das wären mehr Stipendiaten, als vom Ministerium vorgesehen.

Private sollen Hälfte zahlen

Bundesweit ist das neue Deutschland-Stipendium eher holprig angelaufen, wie Spiegel online berichtet. Startschuss für das nationale Stipendienprogramm war im Februar mit Bundesbildungsministerin Annette Schavan. Besonders gute Studenten können seit dem Sommersemester mit monatlich 300 Euro gefördert werden. Voraussetzung für Mittel vom Bund ist aber, dass sich private Geldgeber an jedem geförderten Platz mit 150 Euro beteiligen.

Viele Universitäten in Deutschland tun sich noch schwer, private Geldgeber für das Deutschland-Stipendium zu finden. Die renommierte Berliner Humboldt-Universität beispielsweise hat laut Spiegel bislang nur 18 Plätze vergeben. 122 Stipendien wären möglich. Noch schlechter sieht es an einigen Hochschulen in Norddeutschland aus. Wie der Nachrichtensender NDR Info berichtet, wollen Universitäten wie Hamburg, Lübeck oder Flensburg bei dem Stipendienprogramm überhaupt nicht mitmachen.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Deutschlandweit einer der ersten

Anders in Augsburg: Die Uni war deutschlandweit eine der ersten, die das Deutschland-Stipendium angeboten haben. Schon beim ersten Anlauf wurden genügend Firmen, Organisationen und Privatleute als Förderer gefunden, um die vom Ministerium maximal genehmigte Zahl von 65 Stipendien an Augsburger Studenten zu vergeben. „Wir haben einen Traumstart hingelegt“, freut sich Unipräsident Alois Loidl. Bundesweit sei Augsburg ein Musterstandort für das Stipendienprogramm, sagt Höfner. Dieser Erfolg soll weiter ausgebaut werden.

In diesen Wochen ist die Spendensammlerin wieder verstärkt auf Werbetour unterwegs. Ziel sei, bei der zweiten Vergaberunde insgesamt 100 Deutschland-Stipendien anzubieten, sagt Höfner. Dafür müssen nun ebenso viele private Förderer gefunden werden.

Als Geldgeber kommen viele infrage. Höfner hat zum Beispiel einen früheren Lehrer am Gersthofer Gymnasium, Klaus Freyberger, neu gewinnen können. Er möchte einen Studenten im Fach Mathematik oder Physik mit dem Deutschland-Stipendium unterstützen. Als weiterer neuer Förderer ist Taylor Wessing in Hamburg hinzugekommen, eine große internationale Wirtschaftskanzlei.

Große Firmen stark umworben

Höfner hofft noch auf viele weitere Firmen, Organisationen oder Privatleute. „Junge talentierte Menschen zu fördern und dabei den eigenen Standort zu stärken, auf diese Weise in die eigene Zukunft zu investieren und vielleicht auch etwas zurückzugeben von der Unterstützung, die man selbst im Studium erfahren hat – es gibt viele gute Gründe sich für das Deutschland-Stipendium zu engagieren“, findet sie.

Aber sie weiß auch eines: Es wird immer schwieriger, Geldgeber zu finden. Denn die Konkurrenz schläft nicht. Immer mehr Hochschulen suchen inzwischen nach Partnern fürs nationale Stipendienprogramm. „Gerade große Firmen werden von vielen umworben“, sagt die erfahrene Spendensammlerin Höfner. "Meinung

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
MMA_076465.jpg
Region Augsburg

Werdende Mütter müssen immer weitere Wege in Kauf nehmen

ad__web-mobil-starterpaket-099@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Die schnellsten Lokalnachrichten - live,aktuell und multimedial.
Alle Online-Inhalte auf allen Endgeräten zu jeder Zeit, mtl. kündbar.
Damit sind Sie daheim und im Büro immer auf dem Laufenden.

Zum Web & Mobil Starterpaket