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Klinikum

17.01.2012

Dicke Luft: Berger wirft Schmidtke „Sprechblasen“ vor

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Zwischen Klinikums-Vorstand Alexander Schmidtke und seinem Vorgänger Anselm Berger herrscht dicke Luft.
Bild: Archivfoto: Anne Wall

Der frühere Vorstand des Klinikums und sein Nachfolger streiten darüber, wer welchen Beitrag zur Sanierung geleistet hat.

Zwischen Klinikums-Vorstand Alexander Schmidtke und seinem Vorgänger Anselm Berger herrscht dicke Luft: Nachdem Schmidtke vor kurzem Berger und seine Führungsmannschaft im Kreistag des Landkreises Augsburg offen kritisiert hatte, schlägt Berger nun in einem Brief an Schmidtke, der in Kopie an Verwaltungs- und Kreisräte ging, zurück. Mit dem alten Management hätte man „in der Zukunft keinen Blumentopf gewinnen können“, hatte Schmidtke öffentlich gesagt. Berger kontert nun, dass Schmidtke, der für sich in Anspruch nimmt, das Klinikum nach 30 Jahren aus der Verlustzone geführt zu haben, sich „ins gemachte Nest gesetzt“ habe.

Öffentlich hat sich Berger, der zwölf Jahre an der Spitze des Hauses stand, seit seinem überraschenden Abgang 2009 nie geäußert. Landrat Martin Sailer und der Augsburger OB Kurt Gribl (beide CSU) hatten einen „durchsetzungsfähigen“ Vorstand gewünscht, der das Klinikum aus der Verlustzone führt. Bergers Loyalität galt als unbestritten, allerdings wollte die Politik einen Macher von außen.

Gestern wollte Berger den Brief, den er mit seinem früheren Vertreter Stephan Welli verfasst hatte und der unserer Zeitung vorliegt, nicht kommentieren. Im Brief finden sie klare Worte: Schmidtke habe außer „Sprechblasen“ wenig Akzente gesetzt. Sich über die Vorgänger „schäbig“ zu äußern, spreche für sich. Berger und Welli nehmen für sich in Anspruch, den Sanierungsplan 2003 erarbeitet zu haben. Dass das Klinikum 2011 Gewinn machen werde, sei den Politikern schon vom damaligen Vorstand im Dezember 2008 dargestellt worden.

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Dies bestätigen Verwaltungsräte. Ein Grund für die bessere Ertragssituation sei, dass große Krankenhäuser Mitte der 2000er Jahre mit gedeckelten Budgets und steigenden Kosten zu kämpfen hatten. Vor drei Jahren habe sich die Lage aber bundesweit etwas entspannt, heißt es.

Schmidtke führt die verbesserte Ertragssituation auf interne Maßnahmen zurück, etwa im Arznei-Einkauf oder einer Steigerung der Patientenzahl. Anders bekomme man die Schere zwischen Kosten und zurückbleibenden Einnahmen nicht in den Griff. „Einsparmaßnahmen finden in Bereichen statt, die weit weg vom Patienten sind.“ Die Durchschnitts-Erlöse, die von den Kassen pro Patient bezahlt werden, seien seit seinem Amtsantritt um nicht einmal ein Prozent gestiegen, die geschätzten Kosten um vier Prozent. Was die Sanierung betrifft, habe der Masterplan von 2010 zu den Förderzusagen geführt. „Und er trägt unsere Handschrift.“

Seine Wortwahl im Kreistag bedauert Schmidtke. Er wolle nicht die Vergangenheit kritisieren. Dem Klinikum und den Mitarbeitern sei er eng verbunden. „Ich habe mich unbedacht ausgedrückt. Wenn mir der Gaul durchgegangen sein sollte, tut es mir leid.“ "Kommentar

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