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Augsburg

18.01.2020

Die Adlhoch-Schule in Pfersee ist rundumerneuert

Die Mauer, die auch im zweiten Pausenhof der Hans-Adlhoch-Schule steht, mag Verwunderung auslösen: Sie dient als Trägerelement für die neue Fluchttreppe an beiden Gebäudeteilen. Mit dieser Konstruktion soll sowohl den Brandschutzrichtlinien als auch dem Denkmalschutz Genüge getan werden.
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Die Mauer, die auch im zweiten Pausenhof der Hans-Adlhoch-Schule steht, mag Verwunderung auslösen: Sie dient als Trägerelement für die neue Fluchttreppe an beiden Gebäudeteilen. Mit dieser Konstruktion soll sowohl den Brandschutzrichtlinien als auch dem Denkmalschutz Genüge getan werden.
Foto: Annette Zoepf

In die Modernisierung der mehr als 100 Jahre alten Adlhoch-Schule sind fast zehn Millionen Euro geflossen. Was die Rektorin noch auf ihrer Wunschliste hat.

Gespräche mit Kollegen, Schülern, Eltern sowie Ämtern sind bei Sabine Stahl-Schnitzler an der Tagesordnung. Dreieinhalb Jahre hatte die Rektorin der Hans-Adlhoch-Schule an vielen Montagen einen weiteren Termin im Kalender stehen: die Baubesprechung mit den für die Generalsanierung des Hauses verantwortlichen Fachleute.

Jetzt kann die Schulleiterin diese Verpflichtung streichen: Die wesentlichen Arbeiten an dem mehr als 100 Jahre alten Gebäude in Pfersee sind geschafft, auch wenn es an manchen Stellen noch nach Farbe und eingelassenem Boden riecht. Am 22. Januar feiert die Grund- und Mittelschule mit geladenen Gästen die Modernisierung.

Bauarbeiten in der Adlhoch-Schule bei laufendem Betrieb

Mit rund 9,5 Millionen Euro – davon 3,7 Millionen staatliche Fördermittel – hat die Sanierung nicht nur etwas mehr gekostet als ursprünglich kalkuliert. Sie dauerte auch länger als gedacht. Ein wesentlicher Grund dafür: Die Arbeiten gingen bei laufendem Betrieb abschnittsweise vonstatten. Besonders lärmintensive Arbeiten wurden möglichst in die unterrichtsfreie Zeit beziehungsweise in die Ferien gelegt. Für die 24 Klassen brachte dieses Prozedere ein Wanderdasein mit sich. „Manche Klassen mussten drei- oder viermal umziehen“, ist sich Stahl-Schnitzler der Erschwernisse für die 450 Mädchen und Jungen sowie der 50 Lehrkräfte bewusst.

Vergleichsweise geringe Auswirkungen auf den Unterrichtsbetrieb hatte der neue Fassadenanstrich. Das imposante, neubarocke Schulgebäude, 1916 unter Leitung von Stadtbaurat Otto Holzer fertiggestellt, leuchtet schon von Weitem in einem hellen Ockergelb. Beim Näherkommen fallen in den beiden Pausenhöfen hohe Betonmauern auf. Mit diesen Trägerelementen werden demnächst die neuen Fluchttreppen verbunden. Die Konstruktion ist für Bildungsreferent Hermann Köhler ein Beispiel, wie die verschärften Brandschutzrichtlinien und der Denkmalschutz in Einklang zu bringen sind. Überhaupt ist der Brandschutz mit rund 1,6 Millionen Euro ein großer Brocken im Sanierungspaket.

Diese Dinge sind notwendig, bleiben aber, sofern nicht der Ernstfall eintritt, im Schulleben unsichtbar. Ganz im Gegensatz zu den modernen, voll vernetzten und mit Beamern sowie weißen Tischen und Stühlen ausgestatteten Klassenzimmern. „Unsere Möbel waren wirklich sehr alt und ein buntes Sammelsurium“, sagt Rektorin Stahl-Schnitzler. Zudem halten Schallschutzdecken den Lärmpegel in Zaum.

Das gesamte Schulhaus ist jetzt barrierefrei

Ein besonderes Highlight ist der neue Natur- und Technikraum für Fächer wie Physik, Chemie oder Biologie – nicht nur wegen der hellgrünen Stühle, sondern vor allem auch wegen der auf Berührung reagierenden Tafel. Ein paar Siebtklässler, die fürs Foto in dem Raum kurz mal Probesitzen dürfen, sind aus dem Häuschen. „Ist das krass, richtig cool“, meint ein blonder Junge. Nicht krass, sondern schlichtweg ein Muss ist der neue Aufzug. Schon seit einiger Zeit trägt die Bildungsstätte das Schulprofil Inklusion. Doch bislang war das verwinkelte Haus mit seinen vielen Treppen für Rollstuhlfahrer unzugänglich und für Gehbehinderte eine Herausforderung. Jetzt sind bis auf zwei alle Klassenzimmer barrierefrei erschlossen.

Auch an der Adlhoch-Schule waren die Sanitäranlagen ein Reizthema. Jetzt sind alle Toiletten auf Vordermann gebracht. In den Fluren fallen neben dem neuen Parkett auch diverse Sitzgruppen auf. Sie sind der erste Schritt hin zu den geplanten Lerninseln, die Differenzierungsunterricht und Gruppenarbeit ermöglichen.

Der Ausbau des Tiefparterres zu einer Mensa ist im vergangenen Jahr erfolgt. Dort essen die Kinder der offenen Ganztagsbetreuung zu Mittag, hier sind auch ihre Aufenthaltsräume untergebracht.

In dieser Woche feierte außerdem die neue Aula bei einem Elternabend ihre Feuertaufe. Dafür wurde die alte Turnhalle umfunktioniert. Über den großen, hellen Raum ist Sabine Stahl-Schnitzler sehr froh. Denn bislang habe man bei größeren Veranstaltungen des Öfteren auf die Dreifach-Turnhalle ausweichen und deswegen den Vereinen absagen müssen, die abends die Sportstätte nutzen.

Wachstum Augsburgs wirkt sich auf Schülerzahlen aus

Also ist Rektorin Sabine Stahl-Schnitzler nach dreieinhalb Jahren Baustelle wunschlos glücklich? Die Angesprochene lächelt verschmitzt und blickt in Richtung Dachstuhl: „Das könnte man noch ausbauen und dort ein paar Klassenzimmer unterbringen.“ Wie an einigen Augsburger Schulen, so macht sich auch in Pfersee mit seinen Neubaugebieten das Wachstum Augsburgs an steigenden Schülerzahlen bemerkbar.

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