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Die Forderung der Schwimmer ist berechtigt

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Kommentar Von Michael Hörmann
10.09.2019

Der Betrieb eines Bades rechnet sich selten, dennoch ist es Aufgabe einer Großstadt, ausreichend Bäder zu unterhalten. In Augsburg gibt es noch einiges zu tun.

Der Betrieb eines städtischen Bades ist ein teures Unterfangen. Die Hallenbäder in Haunstetten, Göggingen und im Spickel schlagen jährlich mit einem Minus von drei Millionen Euro im städtischen Haushalt zu Buche. Die Eintrittspreise decken die laufenden Betriebskosten bei Weitem nicht. Würde man also allein aufs Geld schauen, dürfte die Stadt eigentlich gar keine Bäder managen.

Sie tut es dennoch, weil es eine kommunale Aufgabe ist, ausreichend Schwimmstätten für die Bürger bereitzustellen. Frei- und Hallenbäder sind beliebte Freizeiteinrichtungen. Dieses Jahr haben fast 250000 Badegäste die drei städtischen Freibäder besucht.

Was in der Diskussion über die Zukunft von Bädern gerne übersehen wird, ist dieser Punkt: Speziell für die Augsburger Schulen sind Bäder im Stadtgebiet elementar wichtig. Es geht hier im Sportunterricht vor allem darum, Schülern das Schwimmen beizubringen, sofern sie es noch nicht können. Das geht allerdings nur, wenn ausreichend Kapazitäten zur Verfügung stehen. Dies ist in der Großstadt Augsburg mit bald 300000 Einwohner eben nicht der Fall. Bäder fehlen. Es besteht insofern dringender Handlungsbedarf.

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Es genügt daher nicht, vorhandene Einrichtungen zu sanieren. Das Angebot muss vielmehr ausgebaut werden. Insofern ist die Forderung der Schwimmvereine berechtigt. Dass sie in eigener Sache speziell an ein wettkampftaugliches 50-Meter-Becken denken, das überdacht ist, ist nachvollziehbar. Ebenso wichtig wird es sein, die Planungen für ein neues Familien- und Freizeitbad voranzutreiben. Es mag sich hier um ein sicherlich teures Millionenprojekt handeln, dessen Kosten ohnehin einmal ermittelt werden müssen.

Bei der Finanzierung ist ein Blick zur Kultur durchaus erlaubt: Weil die Stadt in den nächsten Jahren den Theaterstandort für insgesamt rund 200 Millionen Euro modernisiert und somit den Kulturbereich mit einem immens hohen Betrag finanziell unterstützt, darf der Sport sehr wohl seine Ansprüche anmelden. Beides gehört zu einer Großstadt. Schwimmen und Wassersport, zu dem beispielsweise die Wassergymnastik gehört, zählen zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten. Ein neues Bad geht auf die Bedürfnisse der in Augsburg lebenden Menschen ein.

Lesen Sie hierzu auch den Artikel: Das Ringen um ein 50-Meter-Becken

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11.09.2019

Kein Mimimi-Gejammer:
Ja dann doch bitte einen Bürger-Entscheid für solche Großprojekte,
die die Stadt finanziell langfristig belasten und kurzfristig finanziell weiter total überschulden.
Sportstatten gehören zu den kommunalen Aufgaben und werden gerne von der Bürgern genutzt, weil sie nie den Preis für die Nutzung bezahlen, den die Nutzung kosten würde. Die lieben Sportvereine natürlich auch ;-) . Ein Anpruchsdenken ist hier meiner Meinung nach veraltet und kommt noch aus den 70er Jahren.
Also bitte: Wenn die Augsburger Bürger das neu 50 Meter Hallenbad wollen und auf grund der weiteren Verschuldung auf andere Dinge verzichten wollen: Bitte einen Bürgerentscheid.
Das Stadttheater liegt der Stadt Augsburg schwer im Magen und Herr Gribl verläßt das sinkende Schiff!

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11.09.2019

Egal, ob es Therme, Spaß- oder Erlebnisbad heißt. Egal, ob sie/es in Ingolstadt, Erding, Ulm, oder sonst wo im Umkreis von 120 km steht: überall dort finde ich viele Ein großes Bad, das die Region abdeckt, mit einem großen Sportangebot, von dem die Vereine profitieren. Da kann dahingestellt bleiben, ob mit dem Bau des 50-Meter-Becken begonnen wird oder mit dem sog. "Spaßbad". Wichtig ist, dass Stadt, Kreis, Verbände und kompetente Badbetreiber ganz offen ihre Bereitschaft zeigen, gemeinsam an einem Strick zu ziehen, um so ein Projekt zeitnah zu stemmen! Also: kein Mimimi-Gejammer und kein politisches Taktieren! Anpacken! und zwar schnell - bevor es in der Unglaubwürdigkeit des Wahlkampfes untergeht.

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10.09.2019

Ich glaube die Stadt Augsburg hat genug finanzielle Sorgen und wichtigere Aufgaben zu erledigen, die für viele Bürger bedeutsamer sind, wie ein neues Hallenbad. Ich finde es unglaublich mit welcher Arroganz die Vereine hier teure Projekte durchdrücken wollen, wo das Geld vorne und hinten fehlt. Kita, Altenpflege, OPNV, Mini-Renten, Schulen, Straßen, Zukunftsprojekte usw. , das alles ist um vieles wichtiger wie ein neues Hallenbad, welches nach dem Bau noch viel Geld für den Unterhalt abzieht. Die Kanuten am Hochablaß dürfen sich zur Elite zählen, im Bezug auf Erstellung und Unterhalt der Kanustrecke und dem Mitgliedsbeitag um die Strecke nutzen zu dürfen.

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