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Augsburg

25.06.2020

"Die Partei" will Kriegshaber in "Friedensbringer" umbenennen

Muss der Stadtteil Kriegshaber - unser Bild zeigt einen Blick von oben auf das Areal der ehemaligen Reese-Kaserne - umbenannt werden?
Bild: Ulrich Wagner

Plus Die Satirepartei "Die Partei" will eine Umbenennung des Stadtteils Kriegshaber in "Friedensbringer". Dies sorgt für Diskussionen und eine Erklärung.

Mit ihrem Antrag, den Stadtteil Kriegshaber in „Friedensbringer“ umzubenennen, hat die Satirepartei „Die Partei“ am Donnerstag für Diskussionen im Augsburger Stadtrat gesorgt. Erwartungsgemäß lehnten die Stadträte gegen die Stimme von „Partei“-Stadträtin Lisa McQueen ab, dass die Verwaltung überhaupt weitere Vorarbeiten macht. AfD-Stadtrat Andreas Jurca bezeichnete den Antrag als „Schmarrn“.

Oberbürgermeisterin Eva Weber ( CSU) sagte in Richtung von McQueen, dass der Name Kriegshaber mitnichten etwas mit Krieg zu tun habe. Der Name lasse sich wohl aus den Worten „Gries“ (frühdeutsch für Kies, Sand) und „Haber“ (Hafer) herleiten, also einem sandigen Haferfeld.

Lisa McQueen von "Die Partei".
Bild: Silvio Wyszengrad

McQueen hatte den Antrag im Zuge der Debatte um den Abriss der Gebäude auf dem Reese-Areal gestellt, das in eben diesem Stadtteil liegt. Eine Bürgerinitiative will diesen Abriss verhindern. Baureferent Gerd Merkle (CSU) hatte neben der Schadstoffbelastung der Gebäude als ein Argument zuletzt angeführt, dass es sich um nicht erhaltenswerte Bauten handle, die aus der NS-Zeit stammen.

Kriegshaber soll aus der Friedensstadt ausgemeindet werden

McQueen sieht den Abriss wie die Bürgerinitiative, die am Mittwoch mit einer Plakataktion vor dem Augsburger Rathaus protestierte, kritisch, weil so Stadtteilgeschichte zerstört werde. Dass die Gebäude aus der NS-Zeit stammen, sei für die Initiative irrelevant. McQueen fordert eine Offenlegung der Schadstoffgutachten durch die Stadt. Diese begründet den Abriss vor allem mit der Belastung der Gebäude. Anstatt der alten Kasernengebäude sollen Neubauwohnungen entstehen. Die Initiative würde auch aus ökologischen Gründen eine Sanierung und Nachnutzung der Gebäude bevorzugen.

McQueen kündigte bereits an, als Nächstes den Antrag zu stellen, Kriegshaber aus der Friedensstadt Augsburg auszugemeinden.

Hören Sie sich auch unseren Podcast mit Lisa McQueen an:

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Die Diskussion ist geschlossen.

26.06.2020

Frau McQueen ist lustig (aber das ist vermutlich auch ihre politische Hauptaufgabe!): Sie sieht wie die Bürgerinitiative den Abriss von ehemaligen NS-Gebäuden kritisch, weil damit Stadtteilsgeschichte eliminiert werde und kündigt gleichzeitig den Antrag an, Kriegshaber aus der Friedensstadt Augsburg auszugemeinden.

Dass man ihr erklärt hat, dass Kriegshaber nichts mit Krieg zu tun hat, hilft da nicht. Borniertheit kennt bei der Partei "Die Partei" offenbar keine Grenzen.

Wenn sie sonst nichts Wichtiges zum Stadtgeschehen beizutragen hat, sollte sie ihr Mandat besser zurückgeben. Sinnlos die Verwaltung beschäftigen zu wollen, kann es ja wohl nicht sein nicht einmal im Auftrag ihrer Wähler.

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25.06.2020

>> Oberbürgermeisterin Eva Weber ( CSU) sagte in Richtung von McQueen, dass der Name Kriegshaber mitnichten etwas mit Krieg zu tun habe. Der Name lasse sich wohl aus den Worten „Gries“ (frühdeutsch für Kies, Sand) und „Haber“ (Hafer) herleiten, also einem sandigen Haferfeld. <<

Ach menno, das ist doch langweilig. Es müssen mindestens kriegstreibende Nazis gewesen sein, weil sonst das Engagement der Partei ja nahezu vergeudet ist. Nur weil da ein paar Bauern rurales Scrabble gespielt haben, kann doch so ein toller Antrag nicht einfach in sich zusammen fallen - schrecklich.

>> McQueen kündigte bereits an, als Nächstes den Antrag zu stellen, Kriegshaber aus der Friedensstadt Augsburg auszugemeinden. <<

Frau McQueen Ihre Wähler haben da sicher ihren Spaß; dem Rest müssten Sie halt noch mal bei Gelegenheit Hinweise geben, dass man Sie in der Breite der politischen Fragen einer Großstadt auch ernst nehmen kann ;-)

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