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Augsburg

24.01.2019

Die Pfarrei St. Martin hat große Pläne

Noch befindet sich auf dem Grundstück hinter Harald Endres, Ruth Lechner, Pfarrer Bernd Weidner und Herbert Lidel (von links) eine Wiese, Ende des Jahres soll dort der neue Pfarrsaal von St. Martin stehen.
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Noch befindet sich auf dem Grundstück hinter Harald Endres, Ruth Lechner, Pfarrer Bernd Weidner und Herbert Lidel (von links) eine Wiese, Ende des Jahres soll dort der neue Pfarrsaal von St. Martin stehen.

Die Gemeinde in Oberhausen hat ihr Versammlungszentrum für den Hospizneubau geopfert. Jetzt freut sie sich auf einen modernen, barrierefreien Saal. Wie sich die Raumsituation in der gesamten Pfarreiengemeinschaft darstellt.

In den vergangenen Jahren hat sich rund um die Kirche St. Martin in Oberhausen-Nord ein starker Wandel vollzogen. Der Pfarrsaal ist dem Neubau des St.-Vinzenz-Hospizes gewichen. Im Pfarrhaus ist statt eines Geistlichen eine betreute Wohngemeinschaft für minderjährige Flüchtlinge beheimatet. Jetzt rüstet sich die katholische Gemeinde mit aktuell 2300 Gläubigen in einem weiteren Schritt für die Zukunft: Das neue Pfarrzentrum soll in diesem Jahr entstehen.

Versammlungsräume für die Gemeindearbeit

Die Bauarbeiten haben bereits begonnen, wie sich bei einem Ortstermin mit Pfarrer Bernd Weidner, Verwaltungsleiterin Ruth Lechner, Herbert Lidel, dem Baubeauftragten der Kirchenverwaltung, sowie Harald Endres (Degle.Degle Architekten) zeigt. Das Erdgeschoss, in dem das Pfarrbüro und Besprechungsräume untergebracht waren, wird gerade modernisiert. Das Büro ist Vergangenheit, künftig sind hier ausschließlich Versammlungsräume für die Gremien der Gemeinde zu finden – von der Seniorengruppe bis zur Jugendarbeit. Laut Lechner sind die Arbeiten Ende Februar abgeschlossen, sodass im Frühjahr der Umzug erfolgen kann.

In einem der Räume fehlt ein Fenster. Es ist momentan mit Holz verschalt. Hier wird eine Treppe gebaut, die das um einige Stufen höhergelegte Parterre des Altbaus mit dem künftigen Pfarrsaal verbinden soll. Je nach Bestuhlung sollen dort 60 bis 80 Personen Platz haben. Der Anbau enthält zudem Sanitärräume und eine Küche. „Wir freuen uns darauf, jetzt können wir zu neuen Ufern aufbrechen“, sagt Lidel.

Bauprojekt kostet rund 1,1 Millionen Euro

Die Gemeinde trauert nicht darum, dass die Gläubigen in ihrem Sprengel weniger werden, sondern passt das Raumprogramm an. Aus diesem Grund fiel es den Martinern auch nicht allzu schwer, sich von ihrem überdimensionierten und renovierungsbedürftigen Pfarrsaal zu trennen. Dank der Zuschüsse der Diözese und der Erlöse aus dem Grundstücksdeal für den Hospizneubau hält sich der Eigenanteil beim aktuellen Bauvorhaben für die Gemeinde in Grenzen. Wer sich beteiligen will, hat dazu an diesem Sonntag um 11 Uhr im Martin-Gottesdienst Gelegenheit: Die Kollekte soll dem Neubau zugutekommen. Insgesamt ist das Projekt mit rund 1,1 Millionen Euro veranschlagt. Die Verantwortlichen hoffen, dass der neue Saal Anfang des nächsten Jahres bezugsfertig ist. Er ist ebenerdig und daher auch für Rollstuhlfahrer problemlos erreichbar. Die Räume im Altbau seien allerdings nicht barrierefrei. Ein entsprechender Umbau wäre zu teuer gekommen, betonen die Verantwortlichen. Bei Bedarf werde man sich um individuelle Lösungen bemühen.

Improvisationskunst beweist die Gemeinde schon seit geraumer Zeit, wenn etwa Gruppen die ehemalige Taufkapelle für ihre Treffen aufsuchen. Seit Herbst können die Martiner außerdem Räume im benachbarten Hospiz nutzen. Pfarrer Weidner spricht von einer „sehr gastfreundlichen Atmosphäre“ und einer guten Kooperation, die noch ausgebaut werden soll.

Stichwort Zusammengehörigkeit: Der Geistliche beobachtet auch, dass die Pfarreiengemeinschaft immer mehr zusammenwächst. So seien jüngst bei einem Seniorennachmittag in St. Konrad im Bärenkeller auch sehr viele Gäste aus Oberhausen gewesen.

Der Saal im Bärenkeller wird der einzige größere Versammlungsort in der Pfarreiengemeinschaft bleiben. Das Pfarrzentrum St. Joseph wurde vor Jahren an die muslimische Ussaki-Gemeinde verkauft.

St. Peter und Paul ist derzeit heimatlos

Und wo sich einst das Pfarrzentrum von St. Peter und Paul befand, entstehen gerade Wohnungen. Die Gemeinde im alten Ortskern von Oberhausen ist derzeit heimatlos. Dieser Zustand könne auf Dauer nicht so bleiben, betont Weidner. Zwar sei auch hier ein Pfarrzentrum mit großem Saal überdimensioniert. Veranstaltungs- und Versammlungsräume seien aber notwendig. „Es ist aber noch offen, wo und in welcher Form diese geschaffen werden.“

Insgesamt zählt die Pfarreiengemeinschaft rund 11000 Katholiken. Knapp 4000 leben im Bärenkeller, die anderen sind in den drei Oberhauser Gemeinden zu Hause.

Lesen Sie dazu auch: Eine Pfarreiengemeinschaft – mehrere Baustellen

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