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Augsburg

12.07.2019

Die Pläne fürs Ledvance-Areal werden konkreter

Das Luftbild zeigt das ehemalige Ledvance-Werk (früher Osram), begrenzt durch Berliner Allee (vorne) und Lech (hinten). Aktuelle Überlegungen sehen vor, dort Büros und Gewerbe anzusiedeln und das Gelände neu zu gestalten.

Plus Nach der Werksschließung von Ledvance werden große Flächen frei. Jetzt gibt es Details zur künftigen Nutzung. Und das Gelände soll für die Augsburger geöffnet werden.

Die Zukunft des Ledvance-Geländes an der Berliner Allee scheint langsam klarer zu werden: Voraussichtlich Ende Juli plant der Lampenhersteller Ledvance den Verkauf des Areals. Ein Investor schein bereits gefunden. In Absprache mit der Stadt hat der potenzielle Käufer vor, das Areal weiter für Gewerbe zu nutzen. Erste Gespräche zwischen einem vom Investor beauftragten Projektentwickler aus dem Landkreis Starnberg und der Stadt Augsburg haben vor einigen Tagen stattgefunden.

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Baureferent Gerd Merkle (CSU) sagt, die Stadt wolle darauf dringen, dass das Gelände mittelfristig anders gestaltet wird. Denkbar, so Merkle, seien Bürogebäude an der Berliner Allee, und im weiter hinten liegenden Gelände hochwertiges Gewerbe, von dem keine Störungen ausgehen. „Logistik oder etwas Ähnliches wollen wir dort nicht haben“, so Merkle. Am Anfang könne es eine interimsweise Nutzung von bestehenden Fabrikgebäuden geben. Später sei aber eine hochwertige Neubebauung wünschenswert. Manche Gebäude mit Charme oder Historie könne man erhalten, so Merkle, um an die Industrie-Vergangenheit des Geländes zu erinnern; früher war dort Osram. Denkbar sei etwa, den Schornstein stehen zu lassen. Ansonsten sei eine hochwertige Neubebauung der Baufelder nötig. Zudem soll das Grundstück, das Lech und Textilviertel bisher riegelartig voneinander trennt, für Fußgänger durchlässiger werden.

Drei Durchgänge für Anwohner

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Merkle wünscht drei Durchgänge, damit der Lech vom Textilviertel aus besser erreichbar ist. Auch in Nord-Süd-Richtung parallel zum Lech solle das abgeschlossene Areal besser für die Öffentlichkeit passierbar sein. „Wir wollen die Abschottung aufbrechen.“

Eine Wohnbebauung hatte die Stadt von Anfang an ausgeschlossen. Zum einen habe man wenig Lust, Ledvance die Möglichkeit zu geben, die für Augsburg schmerzhafte Standortschließung mit einer Versilberung des Grundstücks zu verbinden. Zum anderen sehe das Stadtentwicklungskonzept an dieser Stelle Gewerbe vor. „Die Gerüchte, dass an dieser Stelle Wohnungen entstehen könnten, entbehren jedenfalls jeder Grundlage.“

Altlasten auf Ledvance-Areal

Merkle sagt, das erste Gespräch mit dem Projektentwickler sei gut gelaufen. In vielen Dingen gingen die Vorstellungen von Stadt und dem potenziellen Neueigentümer in eine ähnliche Richtung. Allerdings müsse man die weitere Entwicklung abwarten. Wie berichtet hat die Stadt seit Ende Juni ein Vorkaufsrecht auf das Areal. Die Stadt kann sich dieses via Stadtratsbeschluss selbst geben, sofern es das Wohl der Allgemeinheit erfordert.

Allerdings ist es wohl nicht erste Wahl der Stadt, das Areal tatsächlich zu kaufen. Für die 90000 Quadratmeter große Fläche wäre mit Sicherheit ein Millionenbetrag fällig. Hinzu kommt die Altlastensanierung. Eine Untersuchung, die Ledvance noch in Auftrag gab, habe man nicht vorliegen, so Merkle. Gehe man von dem aus, was das Umweltamt weiß, sei aber ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag fällig. Auch der wäre dann von der Stadt zu tragen.

Stadt könnte das Gelände kaufen

Faktisch dürfte das Vorkaufsrecht eher dazu dienen, ein Druckmittel in der Hinterhand zu haben, falls die Vorstellungen des neuen Eigentümers und der Stadt gar nicht zusammenpassen würden. Die Stadt hat bis zu zwei Monate nach dem Kaufvertrag zwischen Ledvance und dem neuen Eigentümer die Möglichkeit, ihr Vorkaufsrecht zu ziehen – nimmt sie es bis dahin nicht wahr, erlischt es. Es werde, so Merkle, weitere Gespräche geben. Klar sei, dass eine umfassende Neugestaltung des Areals Jahre dauern werde.

Sollte die Umgestaltung des Ledvance-Areals so kommen, würde sich in diesem Bereich ein Schwerpunkt der Stadtentwicklung im Osten ergeben. Wie berichtet sollen auf der anderen Seite der Berliner Allee neben dem Fabrikschloss auf dem Gelände des früheren Obi-Baumarkts rund 350 Wohnungen entstehen. Zudem plant der Freistaat im Süden an das Ledvance-Gelände anschließend den Bau von geförderten Wohnungen auf dem Gelände der ehemaligen staatlichen Straßenmeisterei. Die Zahl ist unklar. Der Freistaat sprach in der Vergangenheit von bis zu 1000 Wohnungen, wobei dann auch Grünflächen am Lech zugebaut werden würden. Zuletzt war von 300 bis 400 Wohnungen die Rede. Ein Teil der Grünflächen ist als Biotop ausgewiesen.

Lange Tradition in Augsburg

Der Lampenhersteller Ledvance stellte Ende 2018 seine Produktion in Augsburg ein. In der Vergangenheit arbeiteten im Werk an der Berliner Allee 650 Menschen. Seit 2016 gehörte das Werk, das rund 100 Jahre von Osram betrieben worden war, der Tochter Ledvance, die 2017 an ein Konsortium um den chinesischen Hersteller MLS ging. Ende 2017 wurde das Aus für den Standort bekannt gegeben. Am Rande des Areals unterhält Osram nach wie vor noch einen kleineren Entwicklungs-Standort.

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