Newsticker

Staatsregierung mahnt: Corona-Regeln gelten auch für Nikolaus
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Digitalisierung verändert die Arbeitswelt

Ausblick

06.11.2017

Digitalisierung verändert die Arbeitswelt

Gordon Rohrmair, Präsident der Hochschule, hat sich damit befasst, wie Arbeit 4.0 auf den Menschen wirkt

Herr Professor Rohrmair, derzeit wird viel über das Thema Industrie 4.0 gesprochen. Da ist von intelligenten und vernetzten Maschinen die Rede, von mehr Produktivität. Das klingt an sich nicht schlecht. Warum macht der anstehende Wandel dennoch vielen Menschen Sorgen?

Die Digitalisierung wird einiges verändern und Veränderung ist immer mit gewissen Sorgen verbunden. Die Menschen fragen sich, wo geht die Reise hin? In unserem Fall kommt tatsächlich ein starker Wandel. Nicht mehr nur der Mensch wird der Maschine sagen, was zu tun ist, sondern es wird auch Arbeitnehmer geben, die es von der Maschine gesagt bekommen. Oder noch ein Vergleich: Die Erfindung der Dampfmaschine hat die Muskelkraft abgelöst. Die Digitalisierung löst in manchen Bereichen unsere Hirnleistung ab. Das schafft verständlicherweise Verunsicherung.

Glauben Sie wirklich, dass dies so kommen wird?

Technologie-Entwicklungen sind nicht umkehrbar. Sie nehmen ihren Lauf und verändern. Wir müssen diese Veränderungen annehmen. Etwas anderes bleibt uns nicht übrig.

Was bedeutet das konkret?

Wir müssen Ängste nehmen und in Aus- und Weiterbildung investieren, um die Menschen auf das was kommt und von ihnen verlangt wird vorzubereiten. Wir müssen uns vor allem auch im klaren darüber sein, dass die Digitalisierung nicht nur eine Herausforderung in Sachen Wissen und Infrastruktur ist, sondern auch eine soziale und gesellschaftliche Komponente hat.

Was bedeutet das für Arbeitnehmer?

Was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert werden. Davon gehe ich aus. Das hat verschiedenste Auswirkungen. Zum Beispiel werden Arbeitsplätze wegfallen, dafür werden neue Arbeitsplätze oder Berufsfelder entstehen. Das beobachten wir bereits jetzt. Die Produktivität wird steigen, aber auch das Arbeitstempo. Innerhalb eines Jahres wird es mehr Veränderungen geben, als wir das bisher gewohnt sind und wir müssen uns im klaren darüber sein, dass Arbeitnehmer auch disziplinübergreifend denken und agieren können müssen. Die Digitalisierung hängt auch ein Stück mit der Globalisierung zusammen. Kollegen verschiedenster Nationen und Kulturen arbeiten zusammen. Beispielsweise auch via Skype (Internettelefonie mit Bild). Die Menschen müssen also bereit sein, sich auf unterschiedliche Kulturen und Wirtschaftsformen einzulassen. Und nicht zuletzt muss der Arbeitnehmer der Zukunft eine gewisse Selbstmotivation mitbringen, digital zu arbeiten. Er muss bereit sein, sich stetig weiterzubilden, denn die Halbwertszeit für Technologiewissen wird sinken.

Welche Herausforderungen stellt die Digitalisierung an die Arbeitgeber?

Ähnliche wie an die Arbeitnehmer. Auch hier muss ins Bewusstsein rücken, dass Aus- und Weiterbildung das A und O für einen guten Übergang in die noch stärker digitalisierte Arbeitswelt sein werden. Auch Ausbildungsprogramme müssen an die neuen Anforderungen angepasst werden. Das ist eine herausfordernde Aufgabe für die Industrie- und Handelskammer sowie die Handwerkskammer. Den Betrieben muss es gelingen, jeden Arbeitnehmer, egal ob jung oder alt, mitzunehmen. Und nicht zuletzt kommen Investitionen auf die Unternehmen zu.

Bisher haben Sie viele Aspekte angesprochen, die der Arbeitgeber künftig leisten muss. Was gibt ihm die Digitalisierung dafür zurück?

Es wird im Lifestyle-Bereich neue Technologien geben, die Spaß machen. Für Arbeitnehmer wird es Erleichterungen geben und die Arbeitsplätze werden sicherer. Denn die Digitalisierung macht Arbeitgeber wettbewerbsfähiger. Ich blicke daher sehr optimistisch in die digitale Zukunft. Verschiedene Beobachtungen haben zudem gezeigt, dass mit großen neuen Entwicklungen auch der Wohlstand einer Gesellschaft gewachsen ist. Das wird mit der Digitalisierung nicht anders sein. Davon bin ich überzeugt. Interview: Andrea Wenzel

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren