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Augsburg: Diskussionen um Müll vor Asylbewerberheim

Augsburg

Diskussionen um Müll vor Asylbewerberheim

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    Diese Bilder von einem Augsburger Asylheim sorgen für Wirbel.
    Diese Bilder von einem Augsburger Asylheim sorgen für Wirbel.

    Das Video ist schon etwas älter. Wann es genau entstanden ist, kann keiner so genau sagen. Doch es sorgt aktuell für Aufsehen unter Internetnutzern. Über 40000 Mal wurde es im Videoportal Youtube schon aufgerufen. Zu sehen ist ein Schwenk durch den komplett vermüllten Innenhof des Asylbewerberheims in der Augsburger Schülestraße. Darunter steht der Kommentar: „So wünschen die Flüchtlinge aus Afrika dem Rest der Umgebung schönes Wochenende. Sie schmeißen einfach ihren Müll aus dem Fenster.“

    Das Video steht seit Oktober vorigen Jahres im Internet, doch seit ein rechtslastiges Nachrichtenportal die Bilder vor wenigen Tagen weiterverbreitet hat, hagelt es wütende und teils offen ausländerfeindliche Kommentare. Die Bewohner des Heims werden unter anderem als „Abschaum“ bezeichnet, ein anderer Nutzer schreibt sogar von „menschlichem Dreck“.

    Hinterfragt werden die Bilder nur von wenigen. Einige vermuten allerdings, es könnten Rechtsradikale gewesen sein, die den Müll verteilt und gefilmt haben – um die Bewohner in ein schlechtes Licht zu rücken. Diese Vermutung ist wohl falsch. Bei der Regierung von Schwaben, die für die Unterbringung der Flüchtlinge zuständig ist, geht man davon aus, dass die Bilder echt sind. „Es gibt leider immer wieder Bewohner, die sich nicht an die Regeln halten“, sagt Behördensprecher Karl-Heinz Meyer. „Für solche Bilder reicht es, wenn einzelne ihren Müll einfach rauswerfen.“ Die Erfahrung zeige, dass Asylbewerber oft aus Ländern kämen, in denen Müllentsorgung oder gar Mülltrennung kein Thema waren. Dazu komme, dass manche Bewohner traumatisiert seien, etwa durch Kriege in ihrer Heimat.

    In allen Unterkünften sei man aber darauf bedacht, in Zusammenarbeit mit den Bewohnern für Sauberkeit zu sorgen, so Karl-Heinz Mayer. In der Schülestraße gebe es zwei Hausmeister. Am Wochenende kümmern sich zudem zwei Bewohner um das Areal – im Rahmen von gemeinnütziger Arbeit. Damit habe man positive Erfahrungen gemacht, betont der Pressesprecher.

    Das Heim in der Schülestraße ist auch ein Beispiel dafür, unter welchen Umständen Asylbewerber in Deutschland oft leben müssen. Die Wohnungen sind teils alt, das Haus ist übervoll. Zuletzt wohnten dort über 250 statt der früher 170 Menschen. Mütter leben mit mehreren Kindern in kleinen Räumen, sieben Familien teilen sich eine Küche. Am Dienstagvormittag spielen vor dem Gebäude zwei farbige Kinder, in einer Garage – stehen ganz ordentlich aufgereiht – rund ein Dutzend Kinderwagen. Und der Hof ist sauber. 

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