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Kultur

26.04.2016

Ehrenbürger bricht Lanze für die Theatersanierung

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Banker Kurt F. Viermetz sammelte einst über eine Million Euro fürs Schaezlerpalais. Die Instandsetzung des Dreispartenhauses hält er für zwingend notwendig. Die Augsburger könnten ihren Teil dazu beitragen

Er sammelte eine Million Euro für die Sanierung des Schaezlerpalais, er spendierte die Überdachung des Innenhofs im Maximilianmuseum, er finanziert regelmäßig Ankäufe für die städtischen Museen: Der Augsburger Ehrenbürger Kurt F. Viermetz ist ein Mäzen, wie ihn sich viele Städte wünschen würden. Nun bricht der pensionierte Banker eine Lanze für die Sanierung des Theaters: „Das Projekt muss so schnell wie möglich umgesetzt werden.“

In einem zweiseitigen Brief listet Viermetz Argumente für eine zügige Sanierung des Dreispartenhauses auf. Eines ist das Geld: Oberbürgermeister Kurt Gribl habe in München eine sehr gute Förderquote verhandelt, das Zinsniveau werde auch die nächsten Jahre niedrig bleiben. Die Aussichten, eine städtische Finanzierung bei nahezu null Prozent Zinsen zu erreichen, seien gut. „Die mit der Sanierung verbundene Neuverschuldung erscheint mir vor diesem Hintergrund durchaus in Ordnung.“

Viermetz kennt sich aus mit Sanierungsprojekten: Vor über zehn Jahren hatte er sich selbst an die Spitze einer breiten Bürgerbewegung gestellt. Gemeinsam mit Georg Haindl und Hubert Stärker gründete er einen Förderverein zur Sanierung des Schaezlerpalais, in nur einem Jahr sammelten die drei Augsburger eine Million Euro. Ihre guten Verbindungen auch zu Geldgebern im Ausland trugen mit dazu bei, das Museum wieder für Besucher zugänglich zu machen, obwohl der Stadtrat die Sanierung zunächst abgelehnt hatte. Die Erfahrungen beim Schaezlerpalais waren so gut, dass sich die Mäzene später auch beim Mozarthaus einbrachten. Auch dieses kleine Museum wurde schließlich saniert.

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Eine Bürgerbewegung könnte laut Viermetz auch für das Theater Augsburg entscheidende Impulse bringen. Dabei ginge es in erster Linie noch gar nicht ums Sammeln von Spenden, sondern darum, ein Bekenntnis für das Augsburger Dreispartenhaus abzugeben. Dieser Ruf dürfte laut Viermetz noch viel lauter werden. „Wenn daraus auch eine finanzielle Unterstützung wird, umso besser.“ Viermetz selbst bedauert, sich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr an die Spitze eines Fördervereins stellen zu können. „Ich hätte das sonst gerne mit Freuden gemacht.“

Die aktuelle Entwicklung in seiner Geburtsstadt beobachtet Viermetz mit Sorge: Das Bürgerbegehren ist für ihn eine „Torpedierung“ des Projekts, die Auswirkungen auf Augsburg könnten verheerend sein. Denn ein Theater, sagt Viermetz, sei ebenso wie eine Universität oder ein Universitätsklinikum ein wichtiger Standortfaktor. Die Sanierung des Theaters sieht er deshalb als eine Investition in die Zukunft an. Was die Inszenierungen betrifft, könnte sich das Augsburger Haus durchaus mit München und Bayreuth messen, obgleich die finanziellen Dimensionen dort ganz andere seien.

Die Bereitschaft, sich finanziell fürs Theater zu engagieren, ist bei vielen Bürgern offenbar gegeben. In der Stadt habe es bereits Anfragen gegeben. Kulturreferent Thomas Weitzel kann sich vorstellen, Spendenpakete für etwaige Sponsoren zu schnüren. Er hält weder kleine Projekte wie Stuhlpatenschaften noch große Investitionsmöglichkeiten wie eine Unterstützung des Orchesterprobensaals für ausgeschlossen. „Bevor wir eine solche Spendenaktion starten, muss jedoch klar sein, dass die Sanierung kommt und welche Möglichkeiten des Engagements zur Verfügung stehen“, so Weitzel.

Noch einmal zurück zum Schaezlerpalais: Der Impuls für eine Spendensammlung ging damals auch von der Altaugsburg-Gesellschaft aus. Beim Theater hält sich der Verein bislang zurück. „Für eine breit angelegte Spendensammlung bräuchten wir die Unterstützung der Stadt“, sagt Vorsitzende Anne Voit. Gespräche zum Theater habe es von dieser Seite bislang aber nicht gegeben. „Wir haben uns zuletzt auf Nischenprojekte verlegt“, so Voit.

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