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Ein Bahnhofstunnel ohne durchfahrende Trams wäre peinlich

Kommentar Von Stefan Krog
21.10.2020

Plus Die Linie 5 ist das problematischste Projekt der Augsburger Stadtwerke. Die größten Schwierigkeiten liegen allerdings nicht in Bahnhofsnähe.

Mit vielen Millionen Euro einen Bahnhofstunnel zu bauen, der zur Eröffnung nicht für Straßenbahnen zu durchqueren ist, wäre ein peinliches Stück. Das würden sich Stadt und Stadtwerke leisten, sollte dieses Szenario Wirklichkeit werden. Inzwischen scheint das immer wahrscheinlicher zu werden. Es wäre peinlich - aber keine Katastrophe, weil Pendler trotzdem bequem umsteigen könnten. Ob man mit der Linie 3 oder der Linie 4 zum Kö fährt, ist erst mal egal.

Linie 5 ist das komplizierteste Projekt der Stadtwerke Augsburg

Der Knackpunkt ist die Linie 5, die das problematischste Projekt der Stadtwerke ist. Die Gegebenheiten sind schwierig. Und die Politik hat Entscheidungen hinausgezögert. Dabei wird der Bahnhofstunnel mit vier Jahren Verspätung (und massiver Kostensteigerung) fertig: Wäre er plangemäß schon 2019 fertig geworden, wären Stadt und Stadtwerke bei der 5er noch massiver unter Druck gekommen.

Ohne Medizinfakultät am Uniklinikum mit Studenten und Lehrbetrieb wäre die Linie 5 womöglich schon beerdigt. Wann sie einmal fahren wird, ist ungewiss - dass es nicht 2023 werden wird, ist heute schon sicher. Der 32er-Bus, der neben der Linie 2 das Klinikum erschließt, ist allerdings schon heute gut gefüllt und verspätungsanfällig. So wie es jetzt ist, kann es nicht bleiben. Doch auch eine Busspur, die man als Alternative zur Straßenbahn einrichten könnte, hätte das Problem, dass sie irgendwo an der Ackermann-Straße Platz finden müsste.

Ohne Uniklinik wäre die Tramlinie vielleicht schon kein Thema mehr

Die eigentlichen Schwierigkeiten bei der 5er liegen – selbst wenn es jetzt zur Verzögerung beim Tunnel-Westanschluss kommen sollte - nicht in Bahnhofsnähe, sondern weiter draußen Höhe Kriegshaber/Stadtbergen. Hier wird es überzeugende Lösungen geben müssen. Diese Frage ist relevanter als die, ob der Bahnhofstunnel erst mit Verspätung durchfahrbar ist oder nicht.

Lesen Sie den zugehörigen Artikel: Wird der Bahnhofstunnel 2023 erstmal zur Sackgasse?

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23.10.2020

Das kann ich, nein, das will ich einfach nicht glauben. Das geht über meinen Vorstellungshorizont hinaus, dass das in der Planungsphase evt nicht lösbar oder auch nicht geklärt war. Wie konnte das dann verbeschieden werden?

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21.10.2020

>> Es wäre peinlich - aber keine Katastrophe, weil Pendler trotzdem bequem umsteigen könnten. Ob man mit der Linie 3 oder der Linie 4 zum Kö fährt, ist erst mal egal. <<

Was war denn bitte Ziel dieses 250 Mio Projektes eines Ost-West-Tunnels unter dem Bahnhof?

Dass man dank einer unterirdischen Wendeschleife bequem zum Kö umsteigen kann?

Das hätte man für 25 Millionen auch unter dem Bahnhofsplatz machen können.

Dieser Bahnhofstunnel ist ein politischer Skandal, der nun durch allerlei Relativierungen kaschiert werden soll. Er wird nun ein unnötiger Fremdkörper im Tramnetz und keine Mobilitätsdrehscheibe in den Augsburger Westen.

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